Die Waffenrüstung Gottes – Verteidigungsfähig werden
Zusammenfassung:
Mit der Waffenrüstung Gottes vollendet Paulus seine Botschaft an die Epheser. Wir stehen in einem Kampf gegen die Mächte des Bösen. Darum: Sei vorbereitet und kenne deinen Feind. Satan ist ein brüllender Löwe – doch wir dürfen wissen, dass Jesus ihn bereits besiegt hat. Satan verkleidet sich als Engel des Lichts – in Wirklichkeit aber ist er der Vater der Lüge. Das Schlachtfeld Satans sind deine Gedanken. Darum gilt: Prüfe deine Gedanken, nimm sie gefangen unter dem Gehorsam Christi. Der Kampf beginnt jetzt – der Kampf darum, dass der Teufel das Wort nicht aus deinem Herzen raubt.
Wer ist dein Feind?
Wenn wir die Bibel lesen, erkennen wir, dass wir als Menschen immer einen von zwei Feinden haben. Entweder du bist ein Feind Gottes, oder du hast den Teufel zum Feind. Es gibt nur diese beiden Seiten.
Darum möchte ich dich gleich zu Beginn dieses Morgens fragen: Auf welcher Seite stehst du? Ist Gott heute noch dein Feind? Oder bist du bereits ein Kind Gottes geworden und kannst von Herzen sagen:
„Da ich gerechtfertigt bin aus Glauben, habe ich jetzt Frieden mit Gott.“ (vgl. Römer 5,1)
Es geht um viel – es geht um deine Seele. Das ist kein Spiel und nichts, was man auf später verschieben sollte. Weißt du, ob du Frieden mit Gott hast?
Wir sind in unserem Predigttext in Epheser 6, 10 und lesen die Verse 10 bis 13:
„Im Übrigen, meine Brüder, seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. 11 Zieht die ganze Waffenrüstung Gottes an, damit ihr standhalten könnt gegenüber den listigen Kunstgriffen des Teufels; 12 denn unser Kampf richtet sich nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Herrschaften, gegen die Gewalten, gegen die Weltbeherrscher der Finsternis dieser Weltzeit, gegen die geistlichen Mächte der Bosheit in den himmlischen Regionen. 13 Deshalb ergreift die ganze Waffenrüstung Gottes, damit ihr am bösen Tag widerstehen und, nachdem ihr alles wohl ausgerichtet habt, euch behaupten könnt.“ (Epheser 6, 10-13)
„Im Übrigen“ – so leitet Paulus diesen letzten Abschnitt seines Briefes an die Epheser ein. Doch das ist nicht im Sinne von „Bevor ich es vergesse“ oder „Das wollte ich noch schnell sagen“ gemeint. Vielmehr sagt Paulus damit: Um meine Botschaft an euch zu vervollständigen, muss ich noch etwas Entscheidendes schreiben. Wenn ihr alles wissen sollt, was ihr für ein gutes christliches Leben braucht, dann gehört auch das Folgende dazu.
Ich möchte euch ausrüsten. Deshalb muss ich über die Waffenrüstung Gottes und die Realität des geistlichen Kampfes gegen die bösen Mächte sprechen. Erst dieser Abschnitt macht den Epheserbrief vollständig.
Die gewaltigen Wahrheiten der ersten Kapitel
Was haben wir in diesem wunderbaren Brief bisher alles lesen und hören dürfen? Ich habe ihn noch einmal für mich durchgelesen – und ich kann dir nur empfehlen, das ebenfalls zu tun. Dabei fiel es mir schwer zu entscheiden, welche Verse ich euch noch einmal mitgeben soll, um wenigstens einen kleinen Eindruck von dem Reichtum zu vermitteln, den Paulus uns hier – vom Geist Gottes geleitet – mitteilt.
„Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit jedem geistlichen Segen in den himmlischen Regionen in Christus.“ (Epheser 1,3)
Was für ein Reichtum! Oder Kapitel 2:
„Gott aber, der reich ist an Erbarmen, hat um seiner großen Liebe willen, mit der er uns geliebt hat, 5 auch uns, die wir tot waren durch die Übertretungen, mit dem Christus lebendig gemacht — aus Gnade seid ihr errettet! — 6 und hat uns mitauferweckt und mitversetzt in die himmlischen [Regionen] in Christus Jesus.“ (Epheser 2,4-6)
Oder denken wir an das Gebet des Paulus am Ende von Kapitel 3: Damit ihr dazu fähig seid
„… die Liebe des Christus zu erkennen, die doch alle Erkenntnis übersteigt, damit ihr erfüllt werdet bis zur ganzen Fülle Gottes..“ (Epheser 3,19)
Wie unermesslich groß sind diese Reichtümer der Gnade und Herrlichkeit, die uns als Christen, als Kindern Gottes, offenstehen.
Ebenso hoch ist unsere Berufung, von der Paulus ab Kapitel 4 spricht. In Epheser 4, 3 lesen wir, dass wir zur Einheit berufen sind. Im selben Kapitel, Vers 24, wird deutlich, dass wir zur Heiligkeit berufen sind.
Und ab Epheser 5, 22 – ich denke, wir haben das noch gut im Ohr – begegnen uns die Ordnungen Gottes: seine Ordnung für die Ehe, für die Familie und für die Arbeitswelt. Wie wunderbar sind diese Belehrungen. Wie hoch und herrlich ist unsere christliche Berufung.
Woher kommen die Probleme im Alltag?
Hätte Paulus hier aufhören können? Er hat uns den Reichtum des Christus auf eine Weise groß und herrlich gemacht, wie wir es an keiner anderen Stelle der Bibel finden – das ist zumindest meine Einschätzung. Gleichzeitig hat er sehr deutlich beschrieben, wie ein Leben aussehen soll, das dieser Berufung entspricht, und das betrifft alle Bereiche unseres Lebens.
Und doch müssen wir, wenn wir ehrlich sind, ein Problem erkennen. Wenn all das wahr ist, wenn all das für uns gilt – warum sehen wir dann so viele Probleme? Warum genießen wir so wenig von dem Reichtum in Christus Jesus, der uns in den himmlischen Örtern geschenkt ist? Warum entgleitet uns immer wieder das Bewusstsein der großen Liebe unseres Vaters?
Warum wird die Einheit in der Gemeinde so oft vernachlässigt? Warum sehen wir so wenig Heiligung – in unserem persönlichen Leben, aber auch im Leben unserer Gemeinde? Und warum gibt es so viele Schwierigkeiten in Ehen, in Familien und in der Arbeitswelt? Warum?
Der Widersacher Gottes und seines Volkes
Die Lehre des Paulus und seine Aufforderungen sind nicht falsch – an ihnen ist nichts auszusetzen. Die Frage, warum wir dennoch so viele Schwierigkeiten erleben, beantwortet Paulus in dem Bibeltext, der heute vor uns liegt.
Er sagt ganz deutlich: Es gibt einen Widersacher. Jemanden, der sich Gott und seinem Volk entgegenstellt. Jemanden, der alles daransetzt, uns die Freude an unserer Errettung zu rauben und mit all seiner List die Einheit der Gläubigen zu stören und zu zerstören.
Er versucht, uns zur Sünde zu verführen und unsere Heiligkeit zu beschmutzen. Er greift Ehen an, um die Darstellung von Christus und seiner Gemeinde zu entstellen. Er fördert die Rebellion von Kindern und eine unbiblische Erziehung durch Eltern, um die Vaterschaft Gottes in Misskredit zu bringen.
Kurz gesagt: Es gibt jemanden, der allem widersteht, was Gott wirkt, und der dem Evangelium entgegenarbeitet. Dieser Widersacher ist niemand anderes als der Teufel – der Feind Gottes und seines Volkes.
Aufbau & Argumentation
Lasst uns zunächst kurz betrachten, wie dieser Abschnitt – diese vier Verse – aufgebaut ist. In ihnen erkennen wir ein klares Muster:
- C – seid stark in dem Herrn (10)
- B – zieht die Waffenrüstung Gottes an (11a)
- A – denn wir stehen im Kampf gegen die Mächte des Bösen (11b-12)
- B – Nehmt die ganze Waffenrüstung (13a)
- B – zieht die Waffenrüstung Gottes an (11a)
- C – Damit wir im Kampf bestehen und stehen (13b)
In Vers 10 steht die Aufforderung: „Seid stark in dem Herrn.“ Danach folgt in Vers 11 die Anweisung, die ganze Waffenrüstung Gottes anzuziehen. In Vers 11b und 12 nennt Paulus den Grund dafür: Wir stehen im Kampf gegen die Mächte des Bösen.
Anschließend greift Paulus diesen Gedanken erneut auf: Nehmt die ganze Waffenrüstung Gottes, damit ihr im Kampf bestehen und widerstehen könnt. So wird deutlich, dass diese Verse einer klaren inneren Struktur folgen.
Für unsere Betrachtung beginnen wir deshalb mit dem mittleren Teil. Wir wollen zuerst verstehen, wer dieser Feind ist und wie er versucht, durch Zerstörung, Verführung und List zu wirken. Wenn wir das erkennen, bekommen wir einen guten Grund und eine echte Motivation, die Waffenrüstung Gottes anzulegen. Dann wird uns klar: Wir brauchen sie. Und wir verstehen auch, wie wir im Kampf stark sein können – in der Macht unseres Herrn – und dem Bösen widerstehen.
In der heutigen Predigt betrachten wir folgende drei Punkte
- Kenne den Feind.
- Sei vorbereitet.
- Sei stark und widerstehe.
Kenne den Feind
Das Offensichtlichste in diesem Abschnitt ist: Es gibt böse Mächte. Es gibt Feinde. Und es gibt den Feind – den Teufel. Zu Beginn möchte ich einige Aussagen nennen, die falsche Lehren über den Teufel und die bösen Mächte darstellen.
- Der Teufel und Dämonen sind nur Fiktion
Manche behaupten, der Teufel und Dämonen seien lediglich bildhafte Sprache, vielleicht sogar ein Mittel, das Kirchen benutzen, um Menschen gefügig zu machen. Doch wenn wir die Bibel lesen, wird schnell deutlich: Die Schrift spricht klar davon, dass es den Teufel gibt. Und auch ein Blick in unsere Welt zeigt genug Hinweise auf die Realität des Bösen.
- Hinter jedem Problem steckt ein Dämon
Eine andere falsche Aussage lautet: Hinter jeder roten Ampel, hinter jedem Problem, jedem Streit und jeder Krankheit steckt ein Dämon. Auch das ist falsch. Viele Probleme entstehen aus unseren eigenen Begierden. Genau darauf weist Jakobus hin:
“Woher kommen Kriege und woher Streitigkeiten unter euch? Kommen sie nicht daher: aus euren Begierden, die in euren Gliedern streiten?” (Jakobus 4,1-2)
- Wir müssen die bösen Mächte binden
Eine dritte falsche Lehre sagt: Wir kämpfen, indem wir diesen bösen Mächten befehlen und sie durch geistliche Kampftechniken binden.
Ihr Lieben, habt ihr einmal Matthäus 4 gelesen? Dort wird unser Herr Jesus Christus in der Wüste vom Teufel versucht, nachdem er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hat. Was ist seine Kampftechnik? Dreimal sagt er: „Es steht geschrieben.“
Er bindet den Teufel nicht und befiehlt ihm auch nicht zu gehen. Stattdessen bleibt er standhaft, leistet Widerstand und begegnet der Versuchung mit dem Wort Gottes. Er hat Stärke bewiesen im Tragen der Waffenrüstung Gottes. Darauf werden wir später noch kurz schauen.
- Christen müssen sich vor Dämonen fürchten
Eine weitere falsche Lehre lautet: Christen müssten sich vor bösen Geistern und Mächten fürchten. Doch das stimmt nicht. Gott hat uns keinen Geist der Furcht gegeben, sondern der Kraft. Wir haben es mit besiegten Feinden zu tun. Sie können drohen, aber sie haben keine Macht über uns.
“denn Gott hat uns nicht einen Geist der Furchtsamkeit gegeben, sondern der Kraft und der Liebe und der Zucht.” (2. Timotheus 1,7)
- Für meine Sünde ist ein Dämon verantwortlich
Manchmal hört man auch: Ich kann nichts dafür, wenn ich sündige – dahinter steckt ein Dämon. Ihr Lieben, wir können nicht böse Mächte für unser eigenes Versagen, für unsere eigene Sünde und für unsere eigenen fleischlichen Begierden verantwortlich machen. Warum nicht? Weil wir Zugang zur Stärke und zur Macht unseres Herrn Jesus haben. Die Waffenrüstung Gottes liegt bereit. Wir müssen sie nur anziehen – dann werden wir bestehen.
Die Methoden des Teufels erkennen
Die Waffenrüstung ermöglicht uns:
damit ihr standhalten könnt gegenüber den listigen Kunstgriffen des Teufels (Epheser 6,11)
Der Ausdruck „listige Kunstgriffe“ ist interessant. Im griechischen Text steht hier das Wort methodeias. Es klingt unserem deutschen Wort „Methoden“ sehr ähnlich. Genau das beschreibt auch seine Bedeutung: Der Teufel handelt nicht zufällig oder planlos. Er arbeitet mit Methoden, mit Strategien. Ich möchte nun einige Bibelstellen betrachten, die Satans Methoden beschreiben:
In 2. Korinther 2,10 geht es um Vergebung und dann lesen wir in Vers 11:
damit wir nicht von dem Satan übervorteilt werden; seine Absichten sind uns nämlich nicht unbekannt. (2. Korinther 2,11)
Das ist eine wichtige Aussage. Sie bedeutet nicht, dass wir die Gedanken des Teufels lesen können. Aber wenn wir die Bibel kennen, erkennen wir seine Strategien und Methoden. Wir sehen, nach welchen Prinzipien er handelt.
Von Anfang an versucht der Teufel, das Werk Gottes zu zerstören. Er will Verwirrung und Chaos stiften, wo Gott Ordnung geschaffen hat. Er tut alles, um Menschen daran zu hindern, Gott anzubeten.
Und wie tut er das? In der Bibel finden wir viele Aussagen darüber. Ich habe drei Punkte herausgesucht.
- Satan, der brüllende Löwe
„Seid nüchtern und wacht! Denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann; dem widersteht, fest im Glauben, in dem Wissen, dass sich die gleichen Leiden erfüllen an eurer Bruderschaft, die in der Welt ist.“ (1. Petrus 5,8–9)
Eine Methode des Teufels ist dieser offene, drohende Widerstand. Dazu gehört die Verfolgung von Christen. Dazu gehört der Hass auf Christus und auf alle seine Nachfolger.
Wir können beobachten, dass dieser offen gezeigte Hass auch in Deutschland zunimmt. Gleichzeitig wissen wir, dass er in vielen anderen Teilen der Welt noch viel heftiger wütet. Dort brüllt der Löwe lauter und versucht noch stärker, Christen einzuschüchtern und zu verschlingen.
- Täuschung und falsche Lehre
„Denn solche sind falsche Apostel, betrügerische Arbeiter, die sich als Apostel des Christus verkleiden. Und das ist nicht verwunderlich, denn der Satan selbst verkleidet sich als ein Engel des Lichts.“ (2.Korinther 11,13+14)
Täuschung, Verführung und Lüge sind sehr wirksame Methoden des Teufels. Wir sehen das deutlich in den vielen falschen Religionen, die es auf dieser Welt gibt. Paulus nennt sie sogar “Lehren von Dämonen”
“Der Geist aber sagt ausdrücklich, dass in späteren Zeiten etliche vom Glauben abfallen und sich irreführenden Geistern und Lehren der Dämonen zuwenden werden” (1. Timotheus 4,1)
Wenn der Teufel auf diese Weise kommt, hat er ein Ziel: Menschen vom wahren, rettenden Evangelium des Christus abzubringen. Er will sie verblenden. Er will ihnen andere Vorschläge und andere Möglichkeiten geben, um gerecht zu werden – andere Wege, eine Gerechtigkeit zu verdienen.
- Lügen und Angriff auf Gedanken
In Johannes 8 spricht Jesus zu den Führern der Juden und sagt:
Ihr habt den Teufel zum Vater, und was euer Vater begehrt, wollt ihr tun! Der war ein Menschenmörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit, denn Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus seinem Eigenen, denn er ist ein Lügner und der Vater derselben. (Johannes 8,44)
Welcher Teil unseres Körpers ist besonders anfällig für Lügen? Das sind unsere Gedanken, unser Kopf. Deshalb ist dieser Satz wahr: Das Schlachtfeld des Teufels sind deine Gedanken.
Vielleicht geschieht das durch Gedanken wie diese:
- Tu das doch, es ist keine große Sache. Andere machen das auch.
- Das sieht doch niemand.
- Du hast es dir verdient.
- Das ist das Beste für dich.
- Das wird dich glücklich machen.
- Gott will dir etwas vorenthalten.
- Gott meint es nicht gut mit dir.
- Hat Gott wirklich gesagt?
So ist seine Strategie von Anfang an gewesen. Er kommt mit Lügen, um Zweifel zu säen. Sein Ziel ist es, deine Gedanken über Gott zu verdrehen und die Wahrheit durch Lügen zu entstellen.
Gerade wenn du durch schwere Zeiten gehst, wenn du Not, Schmerz oder große Herausforderungen erlebst, wird der Teufel versuchen, solche Gedanken in dein Herz zu legen. Er wird sagen: „Schau dich doch um. Den anderen, die sich nicht so an deinen Gott halten, geht es doch viel besser.“ Oder: „Löse dich doch von deinem Gott. Nimm einfach, was dir zusteht.“
Doch genau hier liegt der Kampf. In 2. Korinther 10 lesen wir, dass wir die Vernunftschlüsse zerstören sollen, die sich gegen die Erkenntnis Gottes erheben. Dort findet der eigentliche Krieg statt – in unseren Gedanken.
sodass wir Vernunftschlüsse zerstören und jede Höhe, die sich gegen die Erkenntnis Gottes erhebt, und jeden Gedanken gefangen nehmen zum Gehorsam gegen Christus (2. Korinther 10,5)
Hier steht auch, dass wir unsere Gedanken gefangen nehmen sollen unter den Gehorsam des Christus. Wie geschieht das? Indem wir den Lügen die Wahrheit Gottes entgegenstellen. Zum Beispiel folgende Wahrheit:
„Gott aber beweist seine Liebe zu uns dadurch, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.“ (Römer 5,8)
Setze dem Teufel diese Wahrheit entgegen. Nimm deine Gedanken gefangen unter den Gehorsam des Christus.
Der Teufel ist der Vater der Lüge. Manchmal kommt er als Engel des Lichts, manchmal auch als brüllender Löwe. Darum müssen wir damit rechnen und den Feind kennen.
Wir kämpfen nicht gegen Menschen
Dann lesen wir in Vers 12:
unser Kampf richtet sich nicht gegen Fleisch und Blut (Epheser 6,12)
Menschen sind nicht unser eigentlicher Feind. Hinter all dem steht der Teufel, der wirksam ist in den Söhnen des Ungehorsams.
Dieses Wort „Kampf“ bedeutet im Griechischen nicht einen militärischen Kampf. Es beschreibt vielmehr einen Ringkampf. Das heißt: Dieser Kampf geschieht mit unmittelbarem Körperkontakt. Wir stehen uns nicht aus der Ferne gegenüber und schießen gelegentlich Pfeile aufeinander. Nein, es wird nah. Es wird persönlich.
Dieser Kampf richtet sich gegen vier Mächte, die hier genannt werden und die zusammen die Macht des Teufels beschreiben: gegen die Fürstentümer, gegen die Gewalten, gegen die Weltbeherrscher dieser Finsternis und gegen die geistlichen Mächte der Bosheit.
Paulus will, dass wir verstehen, wie ernst die Situation ist und mit wem wir es zu tun haben. Diese Mächte sind real. Sie sind böse, sie sind geistlich und sie besitzen Einfluss und Macht. Dabei wirken sie in Verbindung mit der Welt und mit dem Fleisch.
Die geistlichen Mächte sind entwaffnet
Doch gleichzeitig dürfen wir etwas Wunderbares wissen, was unser Herr Jesus Christus am Kreuz getan hat. Am Kreuz hat er die Schuldschrift unserer Vergehen ans Kreuz genagelt. Und weiter heißt es:
„Als er so die Herrschaften und Gewalten entwaffnet hatte, stellte er sie öffentlich an den Pranger und triumphierte über sie an demselben.“ (Kolosser 2,15)
Halleluja. Diese geistlichen Mächte sind entwaffnet. Sie haben nicht mehr die Macht, unserer Seele endgültig zu schaden. Aber sie sind noch aktiv. Sie schlagen noch um sich und versuchen, uns zu verführen und uns die Freude unserer Errettung zu rauben.
In 1. Petrus lesen wir über Jesus Christus:
„Dieser ist seit seiner Himmelfahrt zur Rechten Gottes; und Engel und Gewalten und Mächte sind ihm unterworfen.“ (1. Petrus 3,22)
Ihr Lieben, es gibt nichts mehr, was ihm nicht unterworfen ist. Christus ist Sieger. Christus hat über jede Macht des Bösen triumphiert. Darum ist auch Kolosser 1,12–13 für uns so wichtig:
„indem ihr dem Vater Dank sagt, der uns tüchtig gemacht hat, teilzuhaben am Erbe der Heiligen im Licht. Er hat uns errettet aus der Herrschaft der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich des Sohnes seiner Liebe, in dem wir die Erlösung haben durch sein Blut, die Vergebung der Sünden..“ (Kolosser 1,12-13)
Hier sehen wir eine klare Entwicklung: Am Kreuz hat unser Herr den Feind entwaffnet und besiegt. Nach seiner Himmelfahrt wurde er erhöht und herrscht über alle Mächte – sie sind ihm unterworfen. Und jeder Mensch, der durch Buße zu Gott und durch Glauben an den Herrn Jesus Christus gerettet ist, ist aus der Macht der Finsternis herausgerissen und in das Reich des Sohnes der Liebe Gottes versetzt worden. Wie gut ist das. Wie gut, dass Christus, unser Herr und Heiland, der Sieger ist.
Die Gnade gilt heute: Komm zu Christus, dem Sieger
Doch hier liegt auch eine ernste Warnung. Wenn du heute hier bist und noch nicht durch Buße zu Gott und Glauben an Jesus Christus Teil des Volkes Gottes geworden bist, dann gilt das, was wir gerade gelesen haben, für dich noch nicht. Dann stehst du weiterhin unter der Macht des Bösen. Darum höre auf den Heiland, der sagt:
„Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid“ (Matthäus 11,28)
Er will retten. Und heute gilt noch die Gnade Gottes. Wie es morgen aussieht, liegt weder in deiner noch in meiner Hand.
Bei diesem Thema taucht immer wieder eine Frage auf:
Können wiedergeborene Christen von Dämonen besessen werden?
Wenn wir das bisher Gesagte bedenken, wird deutlich, dass das unmöglich ist. Ich möchte das mit zwei weiteren Bibelstellen unterstreichen. Wir gehören zum Sieger. Wir sind versiegelt mit dem Heiligen Geist, der in uns wohnt.
„Kinder, ihr seid aus Gott und habt jene überwunden, weil der, welcher in euch ist, größer ist als der, welcher in der Welt ist.“ (1. Johannes 4,4)
Der Heilige Geist in uns ist größer als der, der in der Welt ist – der Teufel. Und noch ein letzter Vers dazu:
„Niemand kann in das Haus des Starken hineingehen und seinen Hausrat rauben, es sei denn, er bindet zuvor den Starken; dann erst wird er sein Haus berauben.“ (Markus 3,27)
Gott, unser Herr, und der Heilige Geist lassen sich nicht berauben, denn sie sind stärker. Keine böse Macht und kein Dämon kann Besitz von dir ergreifen. Einfluss kann es geben – deshalb müssen wir wachsam sein. Aber sie können dich nicht besitzen und dich nicht aus der Hand unseres Hirten, des Herrn Jesus Christus, reißen.
Das war der erste Punkt: Kenne den Feind. Ich habe ihn bewusst ausführlich behandelt, weil diese Lehre für uns sehr wichtig ist. Nun kommen wir zum zweiten Punkt: Sei vorbereitet.
Sei vorbereitet: Waffenrüstung anziehen
In Vers 11a als auch in Vers 13a lesen wir: „Zieht die ganze Waffenrüstung Gottes an“ oder „nehmt die ganze Waffenrüstung Gottes.“ Keiner wird das für dich tun. Du musst es selbst tun. Ja, die Waffenrüstung wird von Gott bereitgestellt, aber du musst sie nehmen. Du musst sie anziehen und benutzen, um dem Feind entgegenstehen zu können.
Diese Worte sind wie ein Aufweckruf: Wach auf, steh auf und zieh die Waffenrüstung Gottes an. Tritt hinein in den Kampf.
Man kann sich das Anziehen der Waffenrüstung wie das Überziehen eines Trikots vorstellen. Damit bekennst du, auf welcher Seite du stehst. Wenn du die Waffenrüstung Gottes trägst, wirst du sichtbar – für deine Geschwister, aber auch für den Feind.
Darum stellt sich die Frage: Wollen wir uns herausfordern lassen, wirklich in diesen Kampf hineinzutreten und den Lügen, den Verführungen und dem Brüllen des Feindes entgegenzutreten? Ich glaube, der Teufel lässt uns oft gerade dann in Ruhe, wenn wir bequem sind, wenn wir keine Stellung für Gott beziehen und wenn wir nicht kämpfen, sondern schlafen.
Wenn wir von der Waffenrüstung Gottes hören, denken wir vielleicht zuerst an das Bild eines römischen Soldaten mit seiner Ausrüstung. Oft wird erklärt, dass Paulus diese Beschreibung gewählt hat, weil er während seiner Gefangenschaft täglich römische Soldaten gesehen hat. Das kann durchaus sein.
Jesus als Träger der Waffenrüstung Gottes
Gleichzeitig dürfen wir bedenken, dass Paulus ein Schriftgelehrter war, der die Schriften des Alten Testaments sehr gut kannte. Und gerade dort finden wir bereits ein Muster, ein Vorbild dieser Waffenrüstung – in einem messianischen Text über Jesus Christus, unseren Herrn und Retter:
„Gerechtigkeit wird der Gurt seiner Lenden sein und Wahrheit der Gurt seiner Hüften..“ (Jesaja 11, 5)
Auch in Jesaja 59 geht es um die Rettung, die Gott bringen will, nachdem er gesehen hat, dass kein anderer Retter da war. Dort lesen wir:
„er sah auch, dass kein Mann vorhanden war, und war verwundert, dass kein Fürsprecher da war. Da half ihm sein eigener Arm, und seine Gerechtigkeit, die unterstützte ihn. 17 Er legte Gerechtigkeit an wie einen Panzer und setzte den Helm des Heils auf sein Haupt. Er legte als Kleidung Rachegewänder an und hüllte sich in Eifer wie in einen Mantel.“ (Jesaja 59,16+17)
Hier finden wir bereits die Waffenrüstung Gottes. Das ist, so glaube ich, der Grund, warum Paulus in Epheser diesen Ausdruck verwendet. Was bedeutet das? Jesus Christus hat als Mensch auf dieser Erde, als Messias, diese Waffenrüstung vollkommen getragen.
Wir haben von seiner Versuchung zu Beginn seines öffentlichen Dienstes gehört, als der Teufel mit all seiner Verführung kam. Da hat der Herr das Schwert des Geistes, das Wort Gottes, gezogen und gesagt: „Es steht geschrieben“ – dreimal. Und der Teufel musste von ihm weichen.
In der ganzen Schrift finden wir niemanden, der ein größerer Gebetskämpfer war als unser Herr Jesus Christus. Auch das Gebet ist ein Teil der Waffenrüstung Gottes.
Wir finden niemanden, der gerechter war als er. Er ist der einzige Mensch, der sagen kann: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.“ Niemand kann retten außer ihm. Niemand ist der Friedefürst außer unserem Herrn Jesus Christus.
In Christus erprobt – die bewährte Waffenrüstung Gottes
All diese Elemente finden wir in der Waffenrüstung aus Epheser 6 – und wir sehen sie in vollkommener Weise im Leben Jesu Christi verwirklicht. Was bedeutet das für dich und mich? Diese Rüstung ist maximal erprobt.
Ich arbeite in Mannheim bei Daimler Buses. Dort führen wir sogenannte Schlechtwegerprobungen durch. Neue Fahrzeuge werden bewusst in die schlechtesten Bedingungen geschickt, um zu sehen, ob sie bestehen.
Wenn man so will, war das auch die Erprobung der Waffenrüstung Gottes im Leben Jesu Christi. Diese Rüstung hat bestanden. Deshalb können wir sicher sein, dass wir mit dieser Rüstung gegen den Teufel und seine Mächte bestehen können.
Vorsicht vor falschen Befreiungslehren
Aber ist das eine einmalige Sache, ein einmaliger Befreiungsschlag? Die ganze Sprache dieses Abschnittes spricht von Standhaftigkeit. Wir brauchen langen Atem. Der Kampf wird dauern, bis wir einmal bei unserem Herrn im Himmel sein dürfen.
Seit einigen Jahren werden sogenannte Befreiungsdienste immer populärer. Diese überbetonen die Macht und den Einfluss böser Mächte und machen Christen und Menschen Angst. Sie lehren, dass Christen im vollen Sinn des Wortes von Dämonen besessen sein können. Den verängstigten Menschen versprechen sie eine schnelle Befreiung durch spektakuläre Austreibungsrituale.
Aus meiner Sicht sind das gefährliche Lehren, die biblisch nicht zu begründen sind. Sie machen Menschen abhängig von Methoden und lenken von Christus ab. Sie versprechen eine vermeintliche Abkürzung zur Heiligkeit und verhindern dadurch tatsächlich geistliches Wachstum.
Darum halte dich fern davon!
Denn im Gegensatz dazu lehrt die Bibel eine andere Methode der geistlichen Kampfführung: das konstante Tragen, Anziehen und Verwenden der ganzen Waffenrüstung Gottes – in der Kraft und Macht unseres Herrn.
Wir haben gesehen: Zuerst müssen wir den Feind kennen. Dann haben wir eine kleine Einleitung dazu gemacht, was es bedeutet, vorbereitet zu sein. Das wird uns in den nächsten zwei Sonntagen weiter beschäftigen.
Das Ziel der Waffenrüstung: Standhalten im Kampf
Schauen wir noch kurz darauf, wozu das alles dient. Was ist das Ziel unseres Herrn?
Damit wir im Kampf bestehen und widerstehen können. Sei stark, widerstehe – das ist das Ziel unseres Herrn für uns. Wir lesen zu Beginn unseres Abschnitts:
„Im Übrigen, Brüder, seid stark im Herrn und in der Macht seiner Stärke.“ (Epheser 6, Vers 10)
Das ist ein passiver Imperativ. Lass dich stärken im Herrn. Du sollst es tun, aber die Stärke kommt von jemand anderem. Ich habe einmal das Beispiel gebraucht: Lass dir die Haare schneiden. Du schneidest sie nicht selbst, aber du sorgst dafür, dass es geschieht. So sollen wir uns stärken lassen im Herrn. Es ist unsere Verantwortung, das zu tun, indem wir die ganze Waffenrüstung Gottes anwenden. Es geht um diese Stärke und Widerstandskraft gegen das Böse.
Standhalten im Ring – Die Kraft kommt von Jesus
Vielleicht hilft uns folgendes Bild: Ein Ringkampfplatz ist durch eine Linie oder ein Seil abgegrenzt. Gott hat uns mitten hineingestellt – auf den ganzen Wahrheiten und Segnungen des Evangeliums und mit all den wunderbaren Berufungen, von der wir in Epheser 1 bis 6,9 gelesen haben.
Dort stehen wir jetzt. Wir wissen, der Feind kommt. Wir sehen ihn. Wir kennen ihn. Und wir stehen dort ausgerüstet mit der Waffenrüstung Gottes.
Dann kommt es zum Körperkontakt. Dann halten wir dagegen. Wir widerstehen mit allem, was uns der Herr zur Verfügung stellt, damit der Feind uns nicht hinausdrängen kann aus diesem Bereich des Segens und aus unserer Berufung.
Darum geht es bei dieser Stärke: standzuhalten und sich nicht von dem wegbewegen zu lassen, was Gott in uns und für uns geschaffen hat. Diese Kraft kann nicht aus uns selbst kommen. In uns ist keine Kraft. Es ist die Kraft, die von Gott kommt – die Auferstehungskraft, die uns vom Tod zum Leben gebracht hat. Diese Auferstehungskraft brauchen wir jeden Tag neu, um zu widerstehen. Es ist die Kraft, die aus einer Lebensverbindung mit Christus kommt.
Sie gründet auf den Teilen der Waffenrüstung: Wahrheit, Gerechtigkeit, Frieden, Glauben, Heil, dem Wort Gottes und dem Gebet. Das ist die Kraft. Das ist die Waffenrüstung, in der wir Stärke bekommen, standhaft zu bleiben.
Lass mich noch einen Punkt ansprechen: das Gebet.
Eine betende Gemeinde ist eine siegreiche Gemeinde. Wollen wir uns nicht vornehmen, in dieser Zeit, in der wir uns mit der Waffenrüstung beschäftigen, mehr zu beten – im persönlichen Leben, aber auch gemeinsam?
Hier in dieser Gemeinde gibt es einige Gebetskämpfer. Einige von ihnen treffen sich zum Beispiel am Dienstagmorgen um halb sieben. Oder am letzten Mittwoch des Monats um 19 Uhr hier. Lasst euch mobilisieren! Nehmt diesen Teil der Waffenrüstung – das Gebet. Lasst uns lernen, gemeinsam zu beten und darin dem Teufel zu widerstehen.
„Das Gebet eines Gerechten vermag viel.“ (Jakobus 5,16)
Wenn der Gottesdienst endet, beginnt der Kampf
Zum Abschluss möchte ich dich warnen: Der Kampf beginnt jetzt – der Kampf darum, dass der Teufel das Wort nicht aus deinem Herzen raubt. Deshalb möchte ich dich warnen. Dazu lese ich aus Lukas Kapitel 8, aus der Erklärung des Gleichnisses vom Sämann:
„Das Gleichnis aber bedeutet dies: Der Same ist das Wort Gottes. 12 Die am Weg sind die, welche es hören; danach kommt der Teufel und nimmt das Wort von ihren Herzen weg, damit sie nicht zum Glauben gelangen und gerettet werden.“ (Lukas 8, 11+12)
Darum wappne dich dagegen. Nimm das Wort, lies es noch einmal, denke darüber nach, lass den Geist Gottes an deinem Herzen wirken und sei gehorsam.
Wenn der Feind es immer wieder schafft, dass wir am Montag nichts mehr von dem Wort in unserem Herzen tragen, das wir vielleicht am Sonntag gehört haben, dann hat er schon einen großen Sieg über uns errungen. Darum lasst uns aufstehen. Lasst uns wirklich dagegen angehen. Lasst uns stehen in diesem Kampf, indem wir die ganze Waffenrüstung Gottes anlegen.
Interessanterweise sind viele dieser Belehrungen im Plural geschrieben. Das Anziehen der Waffenrüstung ist persönlich, hat aber auch eine gemeinschaftliche Dimension. Je mehr jeder von euch die Waffenrüstung trägt, desto stärker können wir als Gemeinde sein und den Listen des Teufels widerstehen.
Zum Abschluss möchte ich noch eine Ermutigung geben aus 2. Timotheus. Paulus spricht dort von einer Situation, in der er allein gelassen wurde. In Vers 16 lesen wir:
„Bei meiner ersten Verteidigung stand mir niemand bei, sondern alle verließen mich; es werde ihnen nicht angerechnet!“ (2. Timotheus 4,16)
Und dann heißt es in Vers 17:
„Der Herr aber stand mir bei und stärkte mich.“
Wenn du dich gerade niedergedrückt fühlst, als würde man dich aus dem Segen und der Berufung Gottes herausdrängen, dann lass diese Worte zu deinem Herzen sprechen: Der Herr steht bei dir und er stärkt dich.

