Die Waffenrüstung Gottes – Schuhe und Schild

Zusammenfassung:

Wir stehen in einem geistlichen Kampf. Wie sorgfältig hast du bereits den Gürtel der Wahrheit und den Brustpanzer der Gerechtigkeit angelegt? Die nächsten Teile der Waffenrüstung sind die Schuhe und der Schild. Die Schuhe des Evangeliums des Friedens geben dir festen Stand im geistlichen Kampf, weil du in der Wahrheit des Evangeliums gegründet bist. Dieses Evangelium zeigt dir, dass Gott dich durch Christus mit sich versöhnt hat und dir echten Frieden schenkt. Nur wenn du darin fest stehst, kannst du den Angriffen des Feindes widerstehen. Mit dem Schild des Glaubens kannst du die feurigen Pfeile wie Zweifel, Versuchung und Lügen auslöschen. In seiner Stärke, bekleidet mit der Waffenrüstung Gottes, werden auch wir siegreich sein.

Der Aufruf zum Kampf

Lasst uns mit dem Predigttext für heute starten:

Im Übrigen, meine Brüder, seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. 11 Zieht die ganze Waffenrüstung Gottes an, damit ihr standhalten könnt gegenüber den listigen Kunstgriffen des Teufels; 12 denn unser Kampf richtet sich nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Herrschaften, gegen die Gewalten, gegen die Weltbeherrscher der Finsternis dieser Weltzeit, gegen die geistlichen [Mächte] der Bosheit in den himmlischen Regionen. 13 Deshalb ergreift die ganze Waffenrüstung Gottes, damit ihr am bösen Tag widerstehen und, nachdem ihr alles wohl ausgerichtet habt, euch behaupten könnt. 14 So steht nun fest, eure Lenden umgürtet mit Wahrheit, und angetan mit dem Brustpanzer der Gerechtigkeit, 15 und die Füße gestiefelt mit der Bereitschaft [zum Zeugnis] für das Evangelium des Friedens. 16 Vor allem aber ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr alle feurigen Pfeile des Bösen auslöschen könnt, 17 und nehmt auch den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches das Wort Gottes ist, 18 indem ihr zu jeder Zeit betet mit allem Gebet und Flehen im Geist, und wacht zu diesem Zweck in aller Ausdauer und Fürbitte für alle Heiligen  (Epheser 6, 10 – 18)

Bist du dir des Kampfes bewusst?

Wie steht es mit dir, liebe Schwester, lieber Bruder? Ist dir bewusst, dass du in einem geistlichen Kampf stehst? Dass der Teufel mit all seinen Mächten der Finsternis gegen dich kämpft und versucht, dir die Freude deiner Errettung und den Glauben an Gott zu rauben? Bist du dir der Gefahr bewusst, in der du heute und in den kommenden Tagen stehst?

Wenn du das verneinst, dann beschäftige dich noch einmal mit der Predigt von Epheser 6,10. Wenn du aber Ja sagst, dann frage ich dich: Wie sorgsam hast du dich in den letzten Wochen damit beschäftigt, den Gürtel der Wahrheit anzulegen? Denn wenn wir uns der Gefahr bewusst sind, greifen wir zu dem, was Gott uns zur Verteidigung gibt. Das ist eine ganz logische Schlussfolgerung.

Der Gürtel der Wahrheit

Was hast du konkret getan, um diesen Gürtel der Wahrheit anzulegen? Lasst uns dazu folgende Verse anschauen:

und dann wird der Gesetzlose geoffenbart werden, den der Herr verzehren wird durch den Hauch seines Mundes, und den er durch die Erscheinung seiner Wiederkunft beseitigen wird, 9 ihn, dessen Kommen aufgrund der Wirkung des Satans erfolgt, unter Entfaltung aller betrügerischen Kräfte, Zeichen und Wunder  (2. Thessalonicher 2,8+9)

Hier geht es um den Antichristen. Es ist ein schreckliches Bild dieses Widersachers des Christus und seiner Gemeinde. Er kommt mit Lüge, mit Macht, mit Zeichen und Wundern. Und dann lesen wir weiter:

und aller Verführung der Ungerechtigkeit bei denen, die verlorengehen, weil sie die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben, durch die sie hätten gerettet werden können. (2. Thessalonicher 2,8-10)

Hier sehen wir: Es gibt Menschen, die verloren gehen, weil sie die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben. Wie steht es mit deiner Liebe zur Wahrheit?

Wie viel Zeit hast du den Erzählungen der Welt geschenkt? Wie viel Zeit den selbsternannten Aposteln der Wahrheit auf verschiedensten YouTube-Kanälen? Und wie viel Zeit hast du im Wort der Wahrheit verbracht, mit dem, der selbst die Wahrheit ist?

Daran erkennen wir das Maß unserer Liebe zur Wahrheit. Den Gürtel der Wahrheit anzulegen bedeutet ganz praktisch: Zeit mit Christus und in seinem Wort zu verbringen.

Der Brustpanzer der Gerechtigkeit

Und wie ist es mit dem Brustpanzer der Gerechtigkeit? Hast du ihn sorgfältig angelegt?

Lasst mich auch dazu etwas aus dem Philipperbrief lesen:

Ja, wahrlich, ich achte alles für Schaden gegenüber der alles übertreffenden Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, um dessentwillen ich alles eingebüßt habe; und ich achte es für Dreck, damit ich Christus gewinne und in ihm erfunden werde, indem ich nicht meine eigene Gerechtigkeit habe, die aus dem Gesetz kommt, sondern die durch den Glauben an Christus, die Gerechtigkeit aus Gott aufgrund des Glaubens. (Philipper 3, 8-9)

Trägst du die Gerechtigkeit Jesu Christi – oder versuchst du, dem Feind in deiner eigenen Gerechtigkeit entgegenzutreten? Wenn du Letzteres tust, gerätst du in einen Kreislauf: Du sündigst, du verdammst dich selbst, der Teufel klagt dich an, und dann nimmst du dir vor, es besser zu machen – und alles beginnt von vorn. Warum? Weil du deine Sicherheit auf deine eigene Gerechtigkeit gründest statt auf die Gerechtigkeit, die Gott dir in Christus gibt.

Woher kommt echte Zuversicht? Nur dann, wenn du dich mit der Gerechtigkeit Gottes kleidest wie mit einem Brustpanzer, wenn du in Gerechtigkeit wächst und Christus ähnlicher wirst. Das bedeutet auch, 1. Johannes 1,9 zu praktizieren:

Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.

So legst du den Brustpanzer der Gerechtigkeit an – und kannst dem Teufel entgegenrufen:

So gibt es jetzt keine Verdammnis mehr für die, welche in Christus Jesus sind (Römer 8,1)

Praktische Anwendung der Waffenrüstung

Ihr Lieben, wir müssen diese Stücke der Waffenrüstung praktisch in unserem Leben anwenden. Dieser Abschnitt ist so wichtig, so entscheidend für dein persönliches Glaubensleben und für uns als Gemeinde insgesamt. Wenn wir nicht lernen, was es praktisch bedeutet, diese Waffenrüstung anzuziehen und zu gebrauchen, dann haben wir darin versagt.

Die Schuhe des Evangeliums des Friedens

Wir schauen uns jetzt die nächsten Teile der Waffenrüstung an: den Schuhen und dem Schild:

Und die Füße gestiefelt mit der Bereitschaft zum Zeugnis für das Evangelium des Friedens. (Epheser 6,15)

Geeignete Schuhe sind wichtig. Ein sicherer Stand entscheidet oft über Erfolg oder Misserfolg. Ein anschauliches Beispiel ist die Fußball-Weltmeisterschaft 1954: Obwohl Ungarn der klare Favorit war, konnten die Deutschen im Regen in der Halbzeit längere Schraubstollen an ihren Schuhen montieren und sich so einen entscheidenden Vorteil verschaffen.

Auch die Griechen und Römer hatten die Bedeutung eines festen Standes erkannt. Sie hatten robuste Sandalen mit Nägeln entwickelt, die ihren Soldaten selbst auf rutschigem Untergrund sicheren Stand gaben.

Doch was bedeutet es „gestiefelt mit der Bereitschaft zum Zeugnis für das Evangelium des Friedens“ zu sein? Manche Ausleger schreiben, es gehe darum, jederzeit bereit zu sein, das Evangelium weiterzugeben und sie verweisen auf Römer 10,15 und Jesaja 52,7. Ja, wir sind aufgerufen, das Evangelium zu verkündigen und Zeugnis zu geben. Aber ich bin überzeugt, dass Paulus hier etwas anderes meint.

Erstens: Diese Schuhe sind Teil der Waffenrüstung Gottes. Alles an dieser Rüstung ist uns von Gott gegeben, damit wir im Kampf bestehen können. Wahrheit, Gerechtigkeit, Heil – all das kommt von Gott und dient dazu, dass wir in seiner Stärke im Kampf bestehen können. Es wäre unlogisch, wenn es bei den Schuhen anders wäre. Auch das Evangelium des Friedens ist uns gegeben, damit wir im Kampf standhaft sein können.

Zweitens: Alle Teile der Waffenrüstung sind defensiv. Sie dienen der Abwehr. Selbst das Wort Gottes wurde vom Herrn in der Versuchung gegenüber dem Teufel so eingesetzt. Auch diese Schuhe haben genau diese Funktion: Sie geben uns festen Stand. Paulus zeigt uns: Wenn wir im Kampf bestehen wollen, brauchen wir Stabilität.

Vielleicht hast du selbst schon erlebt, wie schwierig es ist, mit glatten Schuhen auf Schnee oder Eis unterwegs zu sein. Oder du hast auf nassem Rasen mit Turnschuhen zu spielen. Man meint vielleicht, man könne das durch Technik ausgleichen – doch das funktioniert nicht. Ohne sicheren Stand wirst du fallen. Genau dieses Bild zeichnet Paulus.

Die Bedeutung der Bereitschaft

Und die Füße gestiefelt mit der Bereitschaft zum Zeugnis für das Evangelium des Friedens. (Epheser 6,15)

Wie verstehen wir nun diese „Bereitschaft“? Man kann sie auch als Vorbereitetsein oder als Festigkeit im Sinne von “fest gegründet sein” übersetzen. All das kommt aus dem Evangelium des Friedens, das Gott uns geschenkt hat. Dieses Evangelium gibt uns Standhaftigkeit.

Das setzt voraus: Du musst das Evangelium kennen.

Kennst du das Evangelium?

Stell dir vor, wir schreiben jetzt einen Test: Zettel und Stifte raus – die Frage lautet: Was ist das Evangelium?
Wenn jemand darauf schreibt: „Gott liebt dich und hat einen Plan für dein Leben“, würde ich darunter schreiben: Note 6 – Thema verfehlt.

Ihr Lieben, das ist nicht das Evangelium! Das wäre eine verkürzte, menschenzentrierte Darstellung, die das Evangelium aus meiner Sicht verunstaltet.

Das Evangelium des Friedens

Was ist das Evangelium?

Der heilige und gerechte Gott schuf Himmel und Erde und den Menschen nach seinem Bild. Doch der Mensch rebellierte gegen Gott und sündigte. So kam die Sünde in die Welt und durch die Sünde der Tod, der alle Menschen erreicht hat, weil sie alle Sünder sind. Wir stehen schuldig vor Gott und können uns nicht selbst retten.

Dann kommt der Wendepunkt: Gott aber. Wir haben uns diesen Ausdruck in Epheser 2 bereits genau angeschaut:

“Gott aber, der reich ist an Erbarmen, hat um seiner großen Liebe willen, mit der er uns geliebt hat” (Epheser 2,4)

Er sandte in der Fülle der Zeit seinen Sohn. Er war ganz Gott und ganz Mensch. Er lebte ein vollkommenes Leben und erfüllte das ganze Gesetz Gottes. Dann ging er ans Kreuz, nahm unsere Strafe auf sich und starb stellvertretend für uns. Der Gerechte starb für die Ungerechten, um uns zu Gott zu führen.

Drei Tage später ist er siegreich von den Toten auferstanden. So kann Gott gerecht sein und zugleich den rechtfertigen, der an Jesus glaubt. Wir sind begnadigt, versöhnt und Kinder Gottes. Durch seine Gnade wachsen wir in Heiligkeit und erwarten den Tag, an dem wir völlig von der Sünde befreit sein werden und in Ewigkeit bei ihm sein werden.

Ihr Lieben, das ist das Evangelium!

Standhaft durch das Evangelium

Wenn du diese Schuhe tragen willst, musst du dieses Evangelium kennen und im Herzen tragen. Ich empfehle dir, dass du dir eine solche Definition des Evangeliums einmal aufschreibst. Es wird dir Standhaftigkeit geben in dem Kampf, in dem wir stehen.

Wenn du dieses Evangelium nicht kennst, dann rufe ich dir zu: Lass dich mit Gott versöhnen! Tue Buße und glaube an Jesus Christus, den Gott zu unserer Errettung auf diese Erde gesandt hat.

Und wenn du glaubst, dann frage ich dich: Stehst du fest in diesem Evangelium? Stehst du sicher darin, dass Christus Frieden gemacht hat durch sein Blut? Stehst du fest darin, dass du durch den Glauben Frieden mit Gott hast?

Was für ein Wunder, dass ich als Feind Gottes nun Frieden mit ihm haben kann. Ich konnte mich nicht selbst retten und wollte es auch nicht – doch seine Gnade hat mich gezogen. Umso sicherer stehe ich heute in diesem Evangelium.

Zieh die Schuhe der Bereitschaft des Evangeliums des Friedens an. Binde sie sorgfältig um deine Füße, damit du im Kampf bestehen und dem Teufel widerstehen kannst. Wenn er kommt und dich aus dieser Heilsgewissheit herausdrängen will, hast du diese Schuhe, mit denen du in der Kraft, Macht und Stärke unseres Herrn standhalten kannst.

Der Schild des Glaubens

Vor allem aber ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr alle feurigen Pfeile des Bösen auslöschen könnt. (Epheser 6,16)

Hier verändert sich etwas. Die ersten drei Teile der Waffenrüstung werden angelegt und bleiben fest am Körper. Doch jetzt tritt der Soldat aktiv in den Kampf, indem er den Schild ergreift.

Ich möchte dich gedanklich auf ein Schlachtfeld mitnehmen, wo wir als Soldaten irgendwo aufgereiht stehen. Du stehst bereit, weißt aber nicht genau, wann und wo der Feind angreift. Plötzlich kommt ein Hagel von Brandpfeilen aus allen Richtungen. Sie bringen Angst, Verwirrung und Panik, selbst bei erfahrenen Soldaten. Vielleicht kennst du solche Szenen aus Filmen über historische Schlachten.

So ist es auch geistlich. Dieser Zerstörungswut und Kraft des satanischen Sperrfeuers sind wir tatsächlich als Christen ausgesetzt. Ihr Lieben, das christliche Leben ist kein Spaß. Es geht um Leben und Tod. Es ist Kampf.

Die feurigen Pfeile des Bösen

Was sind diese Pfeile, die der Feind entzündet auf uns schießt?

Er hat unterschiedliche Dinge in seinem Arsenal. Versuchungen zum Bösen. Zweifel an Gottes Güte. Zweifel an seinem Wort. Lügen. Lästerliche und depressive Gedanken. Gedanken von Gier, Lust und Stolz. Dinge, die der Teufel brennend auf uns schießt.

Martin Luther hat dazu einen treffenden Vergleich gemacht, den ihr vielleicht kennt: Wir können nicht verhindern, dass Vögel über unseren Kopf fliegen, aber wir können verhindern, dass sie Nester in deinem Haar bauen. Genau dieses Prinzip ist hier sehr wichtig.

Wir können nicht verhindern, dass solche Gedanken kommen. Aber wir können verhindern, dass sie bleiben und Schaden anrichten. Denn der Feind zielt immer auf größtmögliche Zerstörung.

Jeder Brandpfeil des Zweifels hat das Potenzial, dich zum Atheisten zu machen, der sich von Gott lossagt. Jeder Brandpfeil depressiver Gedanken kann dich in emotionale Finsternis stürzen. Jeder Brandpfeil lustvoller Gedanken kann dich zum Ehebruch zu verführen.

Unser Feind ist zudem ein geübter Bogenschütze mit großer Kampferfahrung. Seine Listen sind furchterregend, und seine Waffen sind tödlich.

Ihr Lieben, ich habe das so deutlich beschrieben, damit wir die Gefahr und die Bedrohlichkeit wirklich erkennen, sodass dein Herz ausruft: Woher kann Hilfe kommen? Wer kann mich retten von dem Bösen?

Unsere Verteidigung

Gott hat uns den Schild des Glaubens gegeben. Paulus hat es, vom Geist inspiriert, ganz bewusst so formuliert:

Vor allem aber ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr alle feurigen Pfeile des Bösen auslöschen könnt (Epheser 6,16)

Keiner dieser abgeschossenen Brandpfeile böser Gedanken muss dich verletzen. Aber nur, wenn du diesen Schild des Glaubens ergreifst und ihn benutzt, kannst du geschützt sein.

Wie nutzen wir diesen Schild? Es geht hier nicht um kleine Schilde, die vielleicht den Kopf schützen. Nein, es geht um einen großen, mannshohen Schild, hinter dem sich ein ganzer Mensch verbergen kann.

Gott als umfassender Schutz

Wie können wir den benutzen? Schlag mit mir Psalm 3 auf. Es gibt viele Verse, in denen Gott sich selbst so vor uns stellt, aber wir schauen jetzt auf diesen einen:

Aber du, HERR, bist ein Schild um mich … (Psalm 3,4)

Das hat noch nicht einmal ein römischer Schild fertig gebracht: Schutz von allen Seiten – von vorne, hinten, oben, unten. Aber so ist unser Gott für uns.

Den Schild des Glaubens zu ergreifen und zu benutzen bedeutet deshalb, den Gott der Bibel zu kennen. Konzentriere deine Gedanken auf Gott und auf alles, was er in Christus für dich geworden ist. Es bedeutet, den Gott zu kennen, der sich in seinem Sohn Jesus Christus offenbart hat. Und wenn die Pfeile fliegen, hältst du diesen Schild im Kampf hoch.

Das heißt ganz praktisch: eine schnelle Anwendung deines Glaubens auf den konkreten Brandpfeil, den der Teufel gerade auf dich abschießt. Dieses „Ergreifen“ ist die grundsätzliche Vorbereitung – fest zu stehen in dem, was Gott in seinem Wort über sich offenbart hat und es im Glauben anzunehmen. Und die Pfeile abzuwehren bedeutet, im konkreten Fall genau den Glauben entgegenzuhalten, der diesem Angriff entspricht.

Umgang mit Zweifeln

Lasst uns das mal ganz praktisch machen: Stell dir vor, du bist in einer Situation voller Not wo Probleme sich vor uns auftürmen. Dann kommt dieser geübte Bogenschütze und schießt einen Pfeil des Zweifels auf dich: “Kann Gott gut sein? Kann das ein allmächtiger Gott sein, wenn er mir hier nicht hilft?”

Diese Brandpfeile des Zweifels fliegen oft. Was tust du dann?

Schlag Psalm 119 auf. Wenn ein solcher Pfeil kommt, dann halte diesen Vers hoch und sprich:

Du bist gut und tust Gutes. (Psalm 119,68)

Und wenn nötig, immer wieder: Gott, du bist gut und du tust Gutes. Predige das deiner Seele. Genau das bedeutet es, den Schild des Glaubens zu benutzen.

Ein weiterer Vers, der sich sehr gut eignet, um Zweifeln zu begegnen, steht in Klagelieder Kapitel 3:

Dieses aber will ich meinem Herzen vorhalten, darum will ich Hoffnung fassen (Klagelieder 3,21)

Das ist ein Entschluss: Ich will diesen Schild nehmen und mich dahinter verbergen.

Gnadenbeweise des HERRN sind’s, dass wir nicht gänzlich aufgerieben wurden, denn seine Barmherzigkeit ist nicht zu Ende. (Klagelieder 3,22)

Diesen Vers solltest du häufiger gebrauchen. Sprich zu deinem Herzen: Die Gütigkeiten des Herrn sind nicht zu Ende – auch für mich nicht. Halte das dem Teufel entgegen: Du kannst nicht mit deinen Lügen kommen. Hier steht es, und dem, der das gesagt hat, vertraue ich.

sie ist jeden Morgen neu, und deine Treue ist groß! Der HERR ist mein Teil!, spricht meine Seele; darum will ich auf ihn hoffen. (Klagelieder 3,23+24)

So wendest du den Schild des Glaubens an.

Umgang mit Versuchung

Was ist mit lustvollen Gedanken und Versuchungen? Auch hier hältst du das Wort Gottes dagegen.

Und die Welt vergeht und ihre Lust; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit. (1. Johannes 2,17)

Wenn der Teufel dir einredet, du würdest etwas verpassen, dann halte ihm entgegen: Das, was du mir anbietest, vergeht. Es hat keinen ewigen Bestand. Aber wer den Willen Gottes tut, bleibt in Ewigkeit – und das will ich tun. Deshalb widerstehe ich dir.

Noch ein Vers aus Psalm 119:

Ich will deine Befehle auf ewig nicht vergessen; denn durch sie hast du mich belebt. (Psalm 119,93)

Der Teufel redet dir oft ein, du würdest etwas verpassen, wenn du dieser oder jener Sünde und Versuchung nicht nachgibst. Er will dich glauben lassen, es handle sich nur um eine Verbotsreligion, in der alles, was Freude macht, verboten ist. Halte entschieden dagegen und sprich zu deiner eigenen Seele: Das ist falsch! Diese Gebote sind das Mittel, durch das Gott mir Leben schenkt – wahres Leben und wahre Freude in Fülle.

Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu töten und zu verderben; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es im Überfluss haben. (Johannes 10,10)

Gemeinsame Verantwortung im Kampf

Es ist so wichtig, dass wir lernen, diese Waffenrüstung ganz praktisch zu gebrauchen. Gott hat sie uns gegeben. Aber was ist, wenn du getroffen wirst? Wenn du am Boden liegst und keine Kraft mehr hast, den Schild zu halten?

Dann haben wir eine gegenseitige Verantwortung. Wir sollen einander durch den Glauben stärken. Lass uns das wahrnehmen. Lass uns solche sein, die einander helfen.

Unsere Hoffnung in Christus

Schlag mit mir Lukas 22 auf:

„Es sprach aber der Herr: Simon, Simon, siehe, der Satan hat euch begehrt, um euch zu sichten wie den Weizen“ (Lukas 22,31)

Der Teufel ist im Angriffsmodus. Aber dann hör auf unseren Herrn Jesus Christus, unseren Hohenpriester, unseren Heiland und Erlöser und unseren guten Hirten:

„ich aber habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht aufhöre.“ (Lukas 22,32)

Darin liegt unsere Hoffnung – eine große und sichere Hoffnung. Gelobt sei unser Herr.

In seiner Stärke, bekleidet mit der Waffenrüstung Gottes, werden auch wir siegreich sein.