Die Waffenrüstung Gottes – Helm und Schwert

Zusammenfassung:

In Epheser 6,17-20 geht es um den Helm des Heils und das Schwert des Geistes im geistlichen Kampf. Der Helm schützt die Gedanken vor Angriffen, die Zweifel, Lügen und Resignation säen wollen. Er steht besonders für die Hoffnung auf das zukünftige Heil, die hilft, Leiden aus der Perspektive der Ewigkeit zu tragen. Diese Hoffnung gibt Kraft, standhaft zu bleiben und nicht aufzugeben. Das Schwert des Geistes, das Wort Gottes, dient zur aktiven Abwehr von Lügen und zur Verteidigung der Wahrheit. Jesus selbst zeigt, als er in der Wüste vom Satan versucht wurde, wie dieses Wort im Kampf gebraucht wird. Durch das bewusste Tragen des Helms und den richtigen Gebrauch des Schwertes bleibst Du standhaft im Glauben.

Der Helm des Heils

Wir kommen heute zu den letzten beiden Teilen der Waffenrüstung Gottes: dem Helm des Heils und dem Schwert des Geistes. Paulus schreibt diese Worte am Ende seines Briefes, weil er die Realität des geistlichen Kampfes kennt und weil er weiß, dass auch die Gemeinde in Ephesus in diesem Kampf steht. Darum ermutigt er sie:

Im Übrigen, meine Brüder, seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. Zieht die ganze Waffenrüstung Gottes an, damit ihr standhalten könnt gegenüber den listigen Kunstgriffen des Teufels (Epheser 6,10+11)

Paulus beschreibt hier das Ziel der Waffenrüstung Gottes: Die Gemeinde soll standhaft bleiben. Sie soll sich nicht vom Glauben abbringen lassen und den Auftrag Gottes nicht aus den Augen verlieren.

Er nennt die einzelnen Teile: den Gürtel der Wahrheit, den Brustpanzer der Gerechtigkeit, an den Füßen gestiefelt mit der Bereitschaft für das Evangelium des Friedens einzutreten und den Schild des Glaubens. Jedes dieser Elemente hat eine bestimmte Funktion, um den Glaubenden zu schützen und zu stärken. Nachdem Paulus die bisherigen Teile genannt hat, richtet er den Blick nun auf den Kopf – auf den Helm des Heils. Wir lesen den heutigen Predigttext:

und nehmt auch den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches das Wort Gottes ist, 18 indem ihr zu jeder Zeit betet mit allem Gebet und Flehen im Geist, und wacht zu diesem Zweck in aller Ausdauer und Fürbitte für alle Heiligen, 19 auch für mich, damit mir das Wort gegeben werde, sooft ich meinen Mund auftue, freimütig das Geheimnis des Evangeliums bekannt zu machen, 20 für das ich ein Botschafter in Ketten bin, damit ich darin freimütig rede, wie ich reden soll. (Epheser 6,17+20)

Der Helm des Heils, warum ist es wichtig und was meint Paulus damit? Ich habe mir ein Bild von einem römischen Helm angeschaut, der hier in Deutschland, gar nicht weit von uns, in Bayern, ausgegraben wurde. Ein Helm gehörte zusammen mit dem Schwert zum Kern der Ausrüstung eines Soldaten. Solche Helme bestanden aus verschiedenen Materialien wie Stoff, Leder, Holz oder Metall, oft mit Visier zum Schutz des Gesichts, innen mit Leder ausgekleidet und manchmal mit Verzierungen, die den Rang anzeigten. An den Seiten besaßen sie bewegliche Wangenklappen, die bis zum Kiefer reichten, sowie zusätzlichen Schutz für Nacken und Schultern.

Warum ist ein Helm so wichtig? Ganz einfach: Er schützt den Kopf. Und wir wissen, wie lebensgefährlich Verletzungen am Kopf sein können.

Angriffe auf unseren Glauben

Genauso ist es in unserem Glaubensleben. Es gibt Angriffe, die nicht nur ablenken oder schwächen wollen, sondern darauf abzielen, dass du komplett aufgibst. Der Feind arbeitet mit listigen Kunstgriffen, mit Lügen oder einer Flut von menschlichen Theorien, um deine Gedanken zu verwirren mit dem Ziel, dass du den Glauben an Jesus und das Evangelium aufgibst.

Das können zahlreiche Herausforderungen sein, sodass du das Gefühl bekommst, nicht mehr hinterherzukommen. Erlebnisse, die dich entmutigen, können so überwältigend werden, dass du am liebsten alles hinschmeißen würdest.

Paulus kennt diese Realität aus seinem eigenen Leben. Darum sagt er: Sei standhaft – gerade in solchen Momenten. Genau dann nimm den Helm des Heils, setz ihn auf und behalte ihn auf deinem Kopf.

Die Hoffnung des Heils

Im ersten Thessalonicherbrief greift Paulus diesen Gedanken erneut auf:

Wir aber, die wir dem Tag angehören, wollen nüchtern sein, angetan mit dem Brustpanzer des Glaubens und der Liebe und mit dem Helm der Hoffnung auf das Heil. (1. Thessalonicher 5,8)

Hier ist vom „Helm der Hoffnung auf das Heil“ die Rede. Es geht also besonders um den Zukunftsaspekt unserer Errettung. Martyn Lloyd Jones beschreibt das Heil in drei Zeitformen: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

  • Rechtfertigung: Wir sind gerettet worden (Vergangenheit).
  • Heiligung: Wir werden gerettet (Gegenwart).
  • Verherrlichung: Wir werden gerettet werden (Zukunft).

Diese Unterscheidung macht deutlich: Unser Heil ist einerseits eine feste Gewissheit, weil Jesus Christus durch seinen Tod und seine Auferstehung alles vollbracht hat. Darauf gründet sich unsere Sicherheit.

Gleichzeitig hat dieses Heil eine zukünftige Vollendung – ein Leben in Herrlichkeit mit Christus. Genau auf diese Zukunft richtet sich die „Hoffnung auf das Heil“, von der Paulus spricht. Und diese Hoffnung hilft dir, die Herausforderungen und Bedrängnisse dieser Welt aus einer Ewigkeitsperspektive zu sehen.

Warum sich Durchhalten lohnt

Und warum begeben auch wir uns stündlich in Gefahr? … Ich sterbe täglich… Was nützt es mir, wenn die Toten nicht auferweckt werden? »Lasst uns essen und trinken, denn morgen sind wir tot!« (1. Korinther 15,30-32)

Paulus schreibt hier: Wenn es keine Auferstehung gäbe, dann lohnt es sich nicht weiter zu kämpfen: “Denn morgen sind wir tot.” Aber aufgrund von Jesus haben wir diese Hoffnung des Heils. Und deswegen lohnt es sich, durchzuhalten, Gefahren auf sich zu nehmen und standhaft zu bleiben.

In 2. Korinther beschreibt Paulus seine Situation:

Wir werden überall bedrängt, aber nicht erdrückt; wir kommen in Verlegenheit, aber nicht in Verzweiflung; 9 wir werden verfolgt, aber nicht verlassen; wir werden niedergeworfen, aber wir kommen nicht um; 10 wir tragen allezeit das Sterben des Herrn Jesus am Leib umher, damit auch das Leben Jesu an unserem Leib offenbar wird. (2.Korinther 4, 8-10)

Paulus kennt den Kampf – und er kennt den Wert dieses Helms.

Die Perspektive der Ewigkeit

Auch in Römer 8 macht er diese Hoffnung deutlich:

Denn ich bin überzeugt, dass die Leiden der jetzigen Zeit nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns geoffenbart werden soll. 19 Denn die gespannte Erwartung der Schöpfung sehnt die Offenbarung der Söhne Gottes herbei. 20 Die Schöpfung ist nämlich der Vergänglichkeit unterworfen, nicht freiwillig, sondern durch den, der sie unterworfen hat, auf Hoffnung hin, 21 dass auch die Schöpfung selbst befreit werden soll von der Knechtschaft der Sterblichkeit zur Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes. 22 Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung mitseufzt und mit in Wehen liegt bis jetzt; 23 und nicht nur sie, sondern auch wir selbst, die wir die Erstlingsgabe des Geistes haben, auch wir erwarten seufzend die Sohnesstellung, die Erlösung unseres Leibes. 24 Denn auf Hoffnung hin sind wir errettet worden. Eine Hoffnung aber, die man sieht, ist keine Hoffnung; denn warum hofft auch jemand auf das, was er sieht? 25 Wenn wir aber auf das hoffen, was wir nicht sehen, so erwarten wir es mit standhaftem Ausharren. (Römer 8, 18-25)

Ich glaube, wir machen oft den Fehler zu denken, wir müssten die Leiden und Herausforderungen dieser Welt kleinreden. Doch die Bibel tut das nicht – und auch Paulus nicht. Er nimmt das Leiden ernst und benennt es klar. Aber mitten in dieser Realität stellt er die Hoffnung dagegen: die kommende Herrlichkeit.

Bleib standhaft!

Wenn der Feind versucht, dich zum Aufgeben zu bringen, dann halte ihm diese Hoffnung entgegen. Du hältst durch, weil du weißt, was dich erwartet.

Wenn du dein Leben fest im Glauben an Jesus gegründet hast und gerade in einem solchen Kampf stehst, dann gib nicht auf. Schau auf Christus und auf die Herrlichkeit, die dich mit ihm erwartet.

Zieh den Helm des Heils auf. Trag ihn schützend auf deinem Kopf. Und zieh ihn nicht mehr ab.

Das Schwert des Geistes

Wir kommen jetzt zum Schwert des Geistes, wie es in Vers 17 beschrieben wird:

und nehmt auch den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches das Wort Gottes ist (Epheser 6,17)

Die meisten antiken Schwerter waren kurze, zweischneidige Metallwaffen, etwa 60 Zentimeter lang, ähnlich wie Dolche. Sie wurden aus verschiedenen Materialien wie Kupfer, Bronze, Eisen oder Stahl hergestellt und üblicherweise als Angriffswaffen eingesetzt. Getragen wurden sie in einer Scheide am Gürtel.

Was bedeutet nun dieses Schwert des Geistes, das Wort Gottes? Jesus selbst hat uns gezeigt, wie wir dieses Schwert im geistlichen Kampf gebrauchen. Als er vom Feind versucht wurde, widerstand er, indem er das Schwert zog und Wahrheit aus Gottes Wort zitierte. Er kannte die Schrift, er zitierte die Schrift und er stand fest in der Schrift. Genau das bedeutet es, dieses Schwert zu gebrauchen: standhaft zu sein gegen die Lügen, Ängste, Sorgen und Zweifel des Feindes und sie mit den Wahrheiten von Gottes Wort abzuwehren.

In Hebräer heißt es:

Denn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert, und es dringt durch, bis es scheidet sowohl Seele als auch Geist, sowohl Mark als auch Bein, und es ist ein Richter der Gedanken und Gesinnungen des Herzens. (Hebräer 4,12)

Die untrennbare Verbindung von Geist und Wort

Es ist faszinierend, dass dieses Schwert „das Schwert des Geistes“ genannt wird – das Wort Gottes. Es gibt eine klare, untrennbare Verbindung zwischen dem Geist Gottes und dem Wort Gottes. In 2. Timotheus erfahren wir mehr darüber:

Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit (2.Timotheus 3,16)

Das griechische Wort für “eingegeben” bedeutet wörtlich »gottgehaucht«: von Gott durch den Geist eingegeben.

Es gibt drei Punkte die wie der Gottes Geist und Gottes Wort verbunden sind:

  1. Die Heilige Schrift ist von Gott durch seinen Heiligen Geist eingegeben und inspiriert worden.
  2. Der Heilige Geist erklärt uns Gottes Wort, damit wir es verstehen können.
  3. Der Heilige Geist hilft uns auch, dieses Wort richtig anzuwenden.

Deshalb ist es so wichtig, dass du Gottes Wort nicht vom Geist Gottes trennst oder nur das eine ohne das andere haben willst. Der Geist Gottes wird niemals eine Offenbarung geben, die dem widerspricht, was er bereits als Gottes Wort inspiriert hat. Gleichzeitig können wir auch auf der anderen Seite vom Pferd fallen, wenn wir meinen, wir könnten die Schrift allein mit unserem Verstand verstehen, ohne den Geist Gottes zu brauchen. Ohne den Geist bleibt das Wort tot und wirkungslos. Beides gehört untrennbar zusammen.

Martin Lloyd Jones sagt es so: „Spirit and Word needs be kept together always. The Spirit has provided for us the instruction found in the Word, but we cannot use it without Him. It can be a dead letter to us: The letter killeth, but the Spirit giveth life“. What is needed is the Spirit opening the Word and opening my mind and opening my heart.“

Der Geist und das Wort müssen also stets miteinander verbunden bleiben.

Der Schatz des Wortes Gottes

Ich bin so dankbar, dass wir Gottes Wort als dieses Schwert des Geistes und als einen Schatz haben dürfen. Es ist ein Schatz, den wir kennen, lesen, gemeinsam studieren, auswendig lernen und über den wir nachsinnen. Wir wollen uns festigen, wir wollen uns schärfen und uns gegenseitig ermutigen. Es ist eine große Freude, Gottes Wort lernen zu dürfen.

Ich denke auch an Erfahrungen der Bibelverbreitung, etwa in der Himalaya-Region. Was für eine Freude es ist, Gottes Wort weiterzugeben – kilometerweit mit Rucksack unterwegs zu sein, um Menschen, die zum Teil unerreicht sind, ein Neues Testament in die Hand zu geben und zu sagen: Lies es in deiner Sprache und lass Gottes Wort lebendig werden in deinem Leben. Damit dieses Schwert des Geistes Menschen befreit, sie rettet und das Licht des Evangeliums in die Dunkelheit hineinbricht.

Auch weltweit geschieht Bibelübersetzungsarbeit, und Gott gebraucht sie, um ganzen Volksgruppen Zugang zu seinem Wort zu geben. Oder denke an die Reformation hier in Deutschland: Wie sich alles verändert hat, als Martin Luther die Bibel übersetzte, sodass jeder sie lesen und verstehen konnte.

Dein Umgang mit dem Schwert

Wie sieht es bei dir mit diesem Schwert des Geistes aus? Hast du es achtlos in die Ecke gestellt und lässt es verstauben auf dem Schrank? Dann greif es neu. Gebrauch es, lies es, nimm dir Zeit, es zu studieren und darin zu graben. Stell dir die Herausforderung, einzelne Verse oder ganze Abschnitte auswendig zu lernen und dich durch den Tag begleiten zu lassen. Hör Gottes Wort, wenn du unterwegs bist. Ermutige andere mit Versen aus Gottes Wort und gib weiter, was du liest und verstehst. Wenn dich ein Vers besonders anspricht, überlege, wem du ihn weitergeben kannst – vielleicht als Nachricht zur Ermutigung. Lass aus deinem Mund das überfließen, wovon dein Herz erfüllt ist.

Ein verantwortungsvoller Umgang

Es ist aber auch wichtig, dieses Schwert richtig einzusetzen – so, wie es uns für den geistlichen Kampf gegeben ist. Es kann passieren, dass wir unachtsam damit umgehen, wie mit einer Waffe, mit der wir wild herumfuchteln und dabei sogar den eigenen Leuten schaden. Das geschieht zum Beispiel, wenn wir Verse aus dem Kontext reißen oder Dinge behaupten, die dort gar nicht stehen, oder wenn wir unsere eigenen Interessen in den Mittelpunkt stellen.

Ein hochmütiger, rechthaberischer, unvorsichtiger und liebloser Umgang mit Gottes Wort kann den eigenen Brüdern und Schwestern schaden. Eine wichtige Frage zur Selbstprüfung ist: Glaube ich, dass ich schon alles verstanden habe, oder bin ich bereit zu lernen, zu wachsen und Gottes Wort tiefer zu verstehen?

Lass uns falschen Hochmut ablegen und dieses Schwert des Geistes dankbar und demütig ergreifen, mit neuer Lernbereitschaft. Gib nicht auf, sondern übe dich darin, es sicher und sorgfältig einzusetzen, sodass es Gott Ehre gibt und wirklich wirksam ist.

Ziel des Einsatzes

Setze dieses Schwert so ein, dass die Schönheit des Evangeliums verteidigt wird, dass deine Geschwister geschützt werden und dass Menschen um dich herum durch die Wahrheit des Evangeliums von den Lügen des Feindes befreit werden.

Lass uns als Gemeinde dieses lebendige Wort Gottes neu und ernsthaft ergreifen, damit wir gemeinsam standhalten können gegen den Feind, der versucht, gegen uns zu kämpfen.

Gebet als wesentlicher Teil der Waffenrüstung

indem ihr zu jeder Zeit betet mit allem Gebet und Flehen im Geist, und wacht zu diesem Zweck in aller Ausdauer und Fürbitte für alle Heiligen. (Epheser 6,18)

Paulus schließt diesen sechsten Teil der Waffenrüstung ab, aber er lässt es nicht einfach dabei stehen. Er sagt: Wir tragen diese Waffenrüstung, indem wir beten und im Gebet bleiben. Warum? Weil wir uns im Gebet abhängig machen von der nahen und echten Verbindung mit Gott. Wir können uns nicht auf unsere eigene Kraft verlassen. Wir brauchen ihn, und wir brauchen diese Verbindung mit Gott.

Und wann sollen wir beten? Paulus sagt: zu jeder Zeit. Das bedeutet, dass wir ständig, kontinuierlich in dieser Beziehung und dieser engen Verbindung mit Gott bleiben. Das ist essenziell für den geistlichen Kampf, in dem wir stehen. Jesus selbst hat es vorgelebt: Obwohl er diente und von Menschenmengen umgeben war, zog er sich immer wieder zurück – nachts oder früh am Morgen –, um mit dem Vater im Gebet zu sein.

Viele Arten von Gebet

Was für ein Gebet ist gemeint? Paulus sagt: mit allem Gebet und Flehen im Geist. Man kann es auch übersetzen “alle Arten” von Gebeten. Gebet im Stillen und im Lauten, mit ausgesprochenen Worten. Gebet allein im Kämmerlein und Gebet in der Gemeinschaft mit anderen. Gebet mit Liedern, Gebet im Schweigen, beim Spazierengehen, im Laufen, im Knien oder im Stehen, mit erhobenen oder gefalteten Händen. Manchmal ist es nur ein Stoßgebet, ein Seufzen aus einem echten Herzen heraus zu Gott.

Es gibt viele Formen, wie wir unsere Gebete ehrlich ausdrücken können. Mit all diesen Arten gilt: Hauptsache, wir beten.

Ich hatte eine Zeit lang einen großartigen Bruder aus Korea in meinem Team. Er kam regelmäßig und sagte: „Hey, betet bitte für mich. Ich habe mich beim Fahrradfahren in der Stadt schon öfter verletzt. Betet für meine Sicherheit in diesem gefährlichen Verkehr.“ Also haben wir immer wieder für ihn gebetet, Woche für Woche. Eines Tages sehe ich ihn auf dem Fahrrad – freihändig, die Hände nach oben ausgestreckt, und Kopfhörern in den Ohren. Ich dachte nur: „Bruder, wir beten für dich – aber fahr bitte auch vorsichtig.“

Also mein praktischer Tipp: Wenn du im Auto sitzt oder Fahrrad fährst, dann bete mit offenen Augen!

Gebet füreinander

Am Ende schreibt Paulus:

… wacht zu diesem Zweck in aller Ausdauer und Fürbitte für alle Heiligen. (Epheser 6,18)

Gebet bedeutet auch, füreinander zu beten und füreinander einzutreten. Und das nicht nur einmal, sondern mit Ausdauer.

Das wollen wir auch als Gemeinde tun: eine betende Gemeinde sein und füreinander eintreten. Warum? Weil wir glauben, dass Gebet Kraft hat, und weil wir mit Ausdauer füreinander beten wollen.

Gebet um Freimütigkeit

(Betet) auch für mich, damit mir das Wort gegeben werde, sooft ich meinen Mund auftue, freimütig das Geheimnis des Evangeliums bekannt zu machen, für das ich ein Botschafter in Ketten bin, damit ich darin freimütig rede, wie ich reden soll. (Epheser 6,19-20)

Ich finde es so schön, dass Paulus schreibt: Betet auch für mich. Er weiß, dass er das Gebet der Gemeinde braucht und es nicht alleine kann. Er bittet konkret um Freimütigkeit, das Evangelium bekannt zu machen. Das war seine Leidenschaft und sein Auftrag.

Das war der Grund, weshalb er ins Gefängnis geworfen wurde. Von dort aus schreibt er diesen Brief. Und dennoch erfüllt ihn eine tiefe Freude, weil er weiß, dass sich das Evangelium weiter ausbreitet. So bittet auch Paulus um Gebet:

das ich ein Botschafter in Ketten bin, damit ich darin freimütig rede (Epheser 6,20)

Er konnte nicht anders, als davon zu reden – von dieser lebensverändernden Botschaft, die ihn gerettet, befreit und verändert hat. Es war sein Antrieb, dass sich diese Botschaft wie ein Lauffeuer ausbreitet, damit jeder sie hören und verstehen kann. Diese Freude überstrahlte alles andere.

Unser Auftrag als Gemeinde

Das ist auch unser Auftrag als Gemeinde – hier in Heidelberg und weit darüber hinaus. Lass uns füreinander beten um diese Freimütigkeit, damit wir das Evangelium bekannt machen.

Deshalb senden wir Missionare aus, unterstützen sie finanziell und im Gebet, damit das Geheimnis des Evangeliums über alle Grenzen hinaus bekannt wird. Lass uns auch für sie beten, um Freimütigkeit – jeden Tag.

Darum predigen und lehren wir auch hier das Evangelium, weil es eine Freude ist – weil es uns verändert und gerettet hat. Und ich bitte auch dich um dein Gebet für mich und für uns als Gemeindeleitung.

Standhaft im geistlichen Kampf

Wir alle stehen täglich in der Realität eines geistlichen Kampfes – mit Widerständen, Herausforderungen und Entmutigung. Der Feind zielt darauf ab, uns zu Fall zu bringen.

Darum lass uns die Waffenrüstung ergreifen – den Helm des Heils und das Schwert des Geistes – und füreinander im Gebet einstehen. Denn wir haben eine feste und herrliche Hoffnung unseres Heils in Jesus Christus. Wir haben sein sicheres Wort, dieses kostbare Schwert des Geistes.

Er hat uns alles gegeben, damit wir in Christus siegreich stehen können – komme, was wolle.