Von der Erneuerung der Mauer zur Erneuerung des Volkes

Wir wollen heute mit unserer Predigtreihe über Nehemia weitermachen. Wir sind inzwischen bei Kapitel 7 angekommen, also genau in der Mitte des Buches.

Wie wir schon in den vergangenen Kapiteln gesehen haben, weist Nehemia immer wieder auf Jesus Christus hin. Je aufmerksamer wir Gottes Wort studieren, desto mehr erkennen wir, dass das ganze Alte Testament – die Versprechen, Geschichten und die Gebote – auf Jesus Christus hindeutet. Alles weist auf das Werk hin, das Jesus am Kreuz vollbracht hat.

In der ersten Hälfte des Buches Nehemia ging es um die Erneuerung der Mauer. Es ging um eine äußerliche Wiederherstellung des Schutzes, damit die Stadt wieder mit den Rückkehrern aus dem Exil gefüllt werden kann.

Jetzt beginnt die zweite Hälfte. Die Mauer ist abgeschlossen, und nun beschäftigt uns die Erneuerung des Volkes – eine innere, geistliche Wiederherstellung derer, die aus dem Exil zurückgekehrt sind, damit sie im Bund mit Gott leben können.

Kapitel 7 ist dabei wie ein Scharnier. Hier finden wir den Übergang von der Mauer zum Volk.

In diesem Kapitel finden wir drei Abschnitte. Die Verse 1 -4 handeln von Ordnung und Wachstum. Die Verse 5 – 69 bilden ein Namensregister und zeigen, dass jeder Name zählt. Die Verse 70 – 73 machen deutlich, dass jeder Beitrag zählt, indem die Gaben für den Dienst am Tempel aufgelistet werden.

Teil 1: Ordnung & Wachstum

Nehemia 7,1-4:

Und es geschah, als die Mauer gebaut war, da setzte ich die Türflügel ein; und die Torhüter, Sänger und Leviten wurden in den Dienst gestellt. 2 Und ich gab meinem Bruder Hanani und Hananja, dem Obersten des Tempelbezirks, den Oberbefehl über Jerusalem; denn er war ein zuverlässiger Mann und gottesfürchtiger als viele andere. 3 Und ich sprach zu ihnen: Man soll die Tore Jerusalems nicht öffnen, ehe die Sonne heiß scheint; und während sie noch Wache stehen, soll man die Türflügel schließen und verriegeln! Und stellt Wachen aus den Einwohnern Jerusalems auf, jeden auf seinen Posten, und zwar jeden gegenüber seinem Haus! 4 Nun war die Stadt nach allen Seiten weit und groß, das Volk darin aber spärlich, und es gab keine neu gebauten Häuser.

Wie wir schon letzte Woche gesehen haben, ist die Mauer trotz aller Widerstände, Angriffe und Entmutigung mit Gottes Hilfe fertiggestellt worden. Was tut Nehemia nun als Nächstes? Er setzt die Torflügel ein und stellt Torhüter, Sänger und Leviten in ihren Dienst. Lasst uns jetzt genauer anschauen, welche Schritte Nehemia nach der Fertigstellung der Mauer unternimmt.

Die Bedeutung der Torflügel

da setzte ich die Türflügel ein (Nehemia 7,1)

Warum sind die Torflügel wichtig? Sie bilden den entscheidenden Abschluss der Mauer. Erst wenn die Tore eingesetzt sind, können sie geschlossen werden und der Schutz der Stadt ist vollständig.

Bereits in Kapitel 2-3 haben wir über die Bedeutung der Ein- und Ausgänge nachgedacht. Es ist wichtig, sie zu öffnen, damit das Gute hineinkommen kann, und sie zu schließen, damit das Volk geschützt wird.

Deshalb ordnet Nehemia an, dass die Tore erst geöffnet werden sollen, wenn die Sonne heiß steht, und rechtzeitig wieder geschlossen werden, solange die Wächter noch ihren Dienst tun.

Auch in unserem geistlichen Leben brauchen wir solche Torflügel. Wir müssen bewusst entscheiden, was aufbauend und lebensfördernd von Gott ist und was wir in unser Leben hineinlassen wollen. Ebenso müssen wir entscheiden, was wir nicht hineinlassen wollen.

Torhüter, Sänger und Leviten

Als Nächstes setzt Nehemia verschiedene Menschen in ihren Dienst ein:

und die Torhüter, Sänger und Leviten wurden in den Dienst gestellt (Nehemia 7,1)

Die Torhüter sorgen für Sicherheit. Sie halten Wache und öffnen und schließen die Tore.

Dann werden die Sänger eingesetzt. Ich finde es bemerkenswert, dass Nehemia nicht nur Wert auf Sicherheit legt, sondern auch darauf, dass die Stadt mit Gesang erfüllt wird. Ein wesentlicher Bestandteil der Gemeinschaft besteht darin, Gott anzubeten, ihn zu loben und Gemeinschaft mit ihm zu suchen.

Daran erkennen wir, dass Nehemias Blick nach der Fertigstellung der Mauer auf das gerichtet ist, was nun innerhalb der Stadt geschehen soll: Der Bund zwischen Gott und seinem Volk soll wiederhergestellt werden.

Auch in unserem Leben geht es nicht nur um materiellen Schutz. Es geht darum, einen sicheren Rahmen zu schaffen, damit wir unser Leben mit Gemeinschaft mit Gott füllen, ihn mit unserem Leben anbeten und für ihn leben. Wir sind für diese Beziehung mit Gott geschaffen.

Schließlich setzt Nehemia die Leviten ein. Ihre Aufgabe besteht darin, Gottes Wort zu lehren sowie die Gesetze und Anweisungen Gottes dem Volk zu erklären. Auch das dient dazu, die Gemeinschaft mit Gott und den Bund mit ihm wiederherzustellen.

Dafür braucht es die Erkenntnis darüber, wer Gott ist und was es bedeutet, mit ihm im Bund zu leben. Je mehr wir Gottes Größe und Herrlichkeit erkennen, desto mehr wächst auch die Anbetung in unserem Leben. Dann staunen wir über ihn und leben Gemeinschaft mit ihm.

Wenn ich das auf unsere Gemeinde übertrage, frage ich mich: Wer sind heute die Torhüter, Sänger und Leviten?

Ich denke an unsere Ordner und Begrüßer an den Türen, an die Sänger und Musiker im Lobpreisteam sowie an Kleingruppen- und Hauskreisleiter. Ich denke an die Kindergottesdienst- und Jugendleiter, die ihre Zeit investieren, damit Menschen Gottes Wort kennenlernen, studieren und in ihrem Leben anwenden können.

Danke für eure Zeit, euren Einsatz und eure Bereitschaft, euch in diesen Dienst zu stellen.

Zuverlässigkeit und Gottesfurcht

In Vers 2 setzt Nehemia zwei Männer als Oberste über Jerusalem ein:

Und ich gab meinem Bruder Hanani und Hananja, dem Obersten des Tempelbezirks, den Oberbefehl über Jerusalem; denn er war ein zuverlässiger Mann und gottesfürchtiger als viele andere (Nehemia 7,2)

Nehemia scheint es nicht darum zu gehen, seine politische Stellung dauerhaft zu sichern. Ihm ist bewusst, dass das Werk, für das er gekommen ist, vollendet ist. Deshalb setzt er andere Menschen ein, die Verantwortung für die Stadt übernehmen.

Dabei nennt Nehemia zwei Eigenschaften, die diese Männer auszeichnen:

  1. Zuverlässigkeit.
  2. Gottesfurcht.

Oft überlegen wir, welche Qualitäten Menschen für Leitungsverantwortung brauchen. Natürlich sind Begabungen wichtig. Aber für Nehemia stehen Zuverlässigkeit und Gottesfurcht an erster Stelle. Das ist es, was Gott gebrauchen kann.

Es gibt Platz in Gottes Reich

Weiter lesen wir, dass die Stadt nach allen Seiten weit und groß war:

Nun war die Stadt nach allen Seiten weit und groß, das Volk darin aber spärlich, und es gab keine neu gebauten Häuser. (Nehemia 7,4)

Ich finde das interessant. Nachdem die Mauer fertiggestellt war, gab es nun Platz in der Stadt. Wofür? Damit man ihn mit Menschen füllt.

Jetzt konnte Gottes Verheißung Wirklichkeit werden, sein Volk aus dem Exil zurückzuführen und den Bund mit ihm wieder aufzurichten. Dafür war nun Platz vorhanden.

Das bedeutet auch für uns etwas Entscheidendes: In Gottes Reich gibt es Platz für dich und für mich. Wir dürfen kommen und eintreten. Nicht, weil wir es verdient hätten oder irgendeinen Anspruch darauf hätten. Ganz im Gegenteil.

Aufgrund unserer Untreue hätten wir eigentlich nur das Exil verdient und darin bleiben müssen. Jeder von uns hätte es verdient, auf ewig von dem heiligen und allmächtigen Gott getrennt zu sein.

Aber in Christus haben wir Gnade und Zugang. Wir dürfen kommen und haben einen Platz im Reich Gottes, weil er das Werk vollbracht und uns einen Platz in seinem Reich gesichert hat.

Jesus sagt selbst:

Ich bin die Tür. Wenn jemand durch mich hineingeht, wird er gerettet werden und wird ein- und ausgehen und Weide finden. (Johannes 10,9)

Nur deshalb haben wir Zugang zum Reich Gottes. Es gibt keinen anderen Weg als Jesus Christus, der die Tür ist. Außerdem hat Jesus seinen Nachfolgern versprochen, einen Ort für sie im Haus des Vaters vorzubereiten.

Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen; wenn nicht, so hätte ich es euch gesagt. Ich gehe hin, um euch eine Stätte zu bereiten. (Johannes 14,2)

Nehemia weist uns auf Jesus Christus hin.

Teil 2: Jeder Name zählt

Im zweiten Abschnitt von Kapitel 7 finden wir ein Namensregister. Solche Abschnitte gehören vielleicht nicht zu unseren Lieblingsstellen in der Bibel. Dennoch ist uns bewusst, dass die ganze Schrift Gottes Wort ist und von ihm eingegeben wurde – zu unserer Auferbauung und Unterweisung.

Vielleicht überrascht es daher den einen oder anderen, was wir gerade aus diesen Versen lernen können. Es ist mein Wunsch, dass du auch zu Hause, wenn du solche Namenslisten liest, erkennst, wie Gott durch sein ganzes Wort zu dir spricht.

Wir lesen die ersten 10 Verse dieses Abschnitts:

Da gab mir mein Gott ins Herz, die Vornehmsten und die Vorsteher und das Volk zu versammeln, um sie nach ihren Geschlechtern aufzuzeichnen; und ich fand das Buch mit dem Geschlechtsregister derer, die zuerst heraufgezogen waren, und fand darin geschrieben: 6 Dies sind die Söhne der Provinz Juda, die heraufgezogen sind aus der Gefangenschaft der Weggeführten, die Nebukadnezar, der König von Babel, weggeführt hatte, und die wieder nach Jerusalem und Juda zurückkehrten, jeder in seine Stadt; 7 die mit Serubbabel, Jeschua, Nehemia, Asarja, Raamja, Nahamani, Mordechai, Bilsan, Misperet, Bigwai, Nehum und Baana gekommen sind. Dies ist die Zahl der Männer des Volkes Israel: 8 Die Söhne Parhoschs waren 2 172; 9 die Söhne Schephatjas: 372; 10 die Söhne Arachs: 652; (Nehemia 7,5-10)

Ab Vers 39 werden die Priester genannt, anschließend die Leviten, die Sänger, die Torhüter, die Tempeldiener und die Knechte Salomos. Danach werden Menschen erwähnt, deren Abstammung nicht nachweisbar war. Ebenso werden Priester genannt, deren Name im Geschlechtsregister nicht gefunden wurde und die deshalb zunächst vom Dienst ausgeschlossen wurden, bis mithilfe von den priesterlichen Losen Urim und Tummim der Wille Gottes darüber erfragt wurde, ob sie als Priester dienen durften.

Ab Vers 66 folgt schließlich die Gesamtzahl der Gemeinde:

Die Gesamtzahl der ganzen Gemeinde betrug 42 360, 67 ohne ihre Knechte und ihre Mägde; deren Zahl betrug 7 337; und dazu hatten sie noch 245 Sänger und Sängerinnen. 68 Sie hatten 736 Pferde und 245 Maultiere, 69 an Kamelen 435 und 6 720 Esel. (Nehemia 7,66-69)

Gott legt Dinge ins Herz

Bevor wir uns anschauen, was wir aus solchen Auflistungen lernen können, lasst uns zunächst einmal Vers 5 anschauen. Dort sagt Nehemia:

Da gab mir mein Gott ins Herz (Nehemia 7,5)

Gott legte ihm den Gedanken und das Anliegen ins Herz, das Volk zu zählen. Das ist interessant, denn Gott ist ein Gott, der sich offenbart, spricht und leitet. Er kann einem Menschen etwas aufs Herz legen.

Gleichzeitig ist es wichtig, sorgfältig zu prüfen. Nur weil uns etwas am Herzen liegt, bedeutet das nicht automatisch, dass es von Gott kommt. Es kann ebenso aus unseren eigenen Wünschen, Gedanken oder Plänen entstehen.

Woran können wir das prüfen? Der Maßstab ist Gottes Wort. Wir prüfen alles an dem, was Gott uns in seinem Wort offenbart hat. Eine weitere praktische Hilfe besteht darin, mit Brüdern und Schwestern darüber zu sprechen und sie um Rat und Gebet zu bitten. So können wir gemeinsam prüfen, ob etwas wirklich vom Herrn kommt.

Nachdem Nehemia die Gewissheit hatte, dass dieses Anliegen von Gott kam, war er gehorsam. Er versammelte die Vornehmen und die Vorsteher des Volkes, fand das Geschlechtsregister und begann daraus vorzulesen.

Dasselbe Geschlechtsregister finden wir bereits im zweiten Kapitel des Buches Esra. Nehemia übernimmt hier das Register, das schon damals aufgezeichnet worden war. Für Esra lautete die Frage: Wer kehrt aus dem Exil zurück? Für Nehemia lautet die Frage: Wer kann diese Stadt wieder füllen? Es gibt Platz in der Stadt, und sie soll wieder mit Menschen gefüllt werden.

1. Gott geht es um Menschen

Das erste biblische Prinzip, das wir aus dieser langen Namensliste erkennen, ist: Gott geht es nicht um Bauwerke, Mauern oder Gebäude als solche. Diese lange Auflistung von Namen zeigt uns vielmehr, dass Gott Menschen wichtig sind.

Menschen bilden sein Volk. Menschen sollen diese Stadt bevölkern. Gott hat sie geschaffen, um sich ihnen zu offenbaren, mit ihnen seinen Bund zu schließen und darin seine Treue und Güte als Bundesgott zu zeigen. Es geht ihm darum, in der Mitte seines Volkes verherrlicht zu werden, damit sein Volk Freude an seiner Herrlichkeit hat.

Auch bei uns als Gemeinde soll das so sein. Wir sind dankbar für unsere Räume. Wir bemühen uns, sie in Ordnung zu halten, zu verschönern und weiterzuentwickeln. Es gibt dabei noch vieles zu tun. Doch letztlich geht es nicht darum, die schönsten Gemeinderäume zu besitzen, sondern darum, sie mit Menschen zu füllen, die zusammenkommen, um Gott anzubeten, das Evangelium zu hören, gerettet zu werden und Jesus nachzufolgen.

2. Unterschiedliche Gaben und Aufgaben

Ein weiterer Gedanke aus dieser Namensliste ist, dass Gott seinem Volk unterschiedliche Gaben und Aufgaben gibt. Deshalb werden Priester, Leviten, Sänger, Torhüter, Tempeldiener und viele andere genannt.

Wir dürfen Gott dafür danken, dass er sein Volk aus vielen unterschiedlichen Teilen zusammenfügt. Auch wir sind als Leib Christi verschiedene Glieder mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Gaben, die gemeinsam zur Auferbauung des ganzen Leibes dienen – hier in unserer Gemeinde und ebenso in seiner weltweiten Gemeinde.

3. Alle gehören dazu

Ein dritter Punkt ist: Es geht nicht nur um die bekannten Leiter wie Serubbabel, Jeschua oder Nehemia. Der übrige Teil des Volkes wird nicht einfach zusammengefasst. Nein – alle gehören dazu! Jeder Name zählt. Jede Familie ist ein wichtiger Teil des Volkes Gottes. Sie alle machen das Volk Gottes aus.

Es passiert leicht, dass wir nur auf diejenigen schauen, die besonders sichtbar sind. Doch jeder Einzelne von uns gehört zu dieser Gemeinde. Jeder trägt dazu bei, dass wir gemeinsam in der Erkenntnis und Liebe Christi wachsen, ihm nachfolgen und ihn bekannt machen.

Du bist eingeladen, am Reich Gottes teilzuhaben. Du bist eingeladen, Teil der weltweiten Gemeinde zu sein, die sich um Christus versammelt. Diese Gemeinde erstreckt sich über Generationen vor uns bis hin zu Generationen, die vielleicht noch nach uns kommen werden. Sie versammelt sich um ihn, um ihn zu verherrlichen und sich an seiner Herrlichkeit zu freuen.

Auch wir als Calvary Chapel Heidelberg sind ein Teil davon. Wir sind eine Ortsgemeinde, die sich jede Woche in der Vangerowstraße 51a versammelt. Es begeistert mich immer wieder, mir bewusst zu machen, dass wir hier vor Ort ein Ausdruck der weltweiten Gemeinde Christi sind.

Und wir sind nicht nur während der zwei Stunden unseres Gottesdienstes Ausdruck seiner Gemeinde, sondern ebenso an den übrigen sechs Tagen der Woche – in unseren Häusern, an unseren Arbeitsplätzen und in unseren Nachbarschaften.

Das Buch des Lebens

Auch wir als Calvary Chapel Heidelberg haben ein Namensregister. Unsere Adressliste wird treu von Michael gepflegt. Nach dem Stand von gestern waren dort 282 Einträge verzeichnet und mit den Kindern insgesamt über 300 Personen. Manche Einträge sind vielleicht nicht mehr aktuell, weil Menschen weitergezogen sind, andere müssen möglicherweise noch ergänzt werden.

Doch ob dein Name auf unserer Gemeindeliste steht oder nicht, ist letztlich nicht entscheidend. Viel wichtiger ist, dass dein Name im Buch des Lebens vor Gott geschrieben steht. Davon hängt ab, ob du die Ewigkeit mit Gott oder getrennt von Gott verbringen wirst.

Darum möchte ich dir heute Morgen diese wichtige Frage stellen: Ist dein Name im Buch des Lebens vor Gott eingetragen? Woher kannst du das wissen? Was musst du leisten, geben oder tun, damit dein Name dort steht?

Denn aus Gnade seid ihr errettet durch den Glauben, und das nicht aus euch — Gottes Gabe ist es (Epheser 2,8)

Wie herrlich ist dieser Bogen von den Namensregistern in Nehemia hin zur Botschaft des Evangeliums in Jesus Christus.

Unser Name steht im Buch des Lebens aufgrund dessen, was Jesus Christus am Kreuz vollbracht hat. Wir sind allein durch den Glauben an Christus und allein aus Gnade gerettet. Das geschieht, indem wir uns von unserer Sünde abkehren, sie bekennen, Gott um Vergebung bitten, unser altes Leben hinter uns lassen, uns Jesus zuwenden und ihm nachfolgen. Das bedeutet Buße zu tun.

Oft beginnt das mit einem ganz einfachen und ehrlichen Gebet. Wenn du diese Entscheidung mit Gott festmachen möchtest, dann tu es. Bete mit deinen eigenen ehrlichen Worten zu Gott.

Teil 3: Jeder Beitrag zählt

Lasst uns nun in den letzten Abschnitt gehen. Dort lesen wir:

Und ein Teil der Familienhäupter gab Beiträge zum Werk. Der Statthalter gab für den Schatz an Gold 1 000 Dareiken, 50 Sprengschalen, 530 Priestergewänder, 71 und einige von den Familienhäuptern gaben für den Schatz des Werkes an Gold 20 000 Dareiken und an Silber 2 200 Minen. 72 Und das übrige Volk gab an Gold 20 000 Dareiken und an Silber 2 000 Minen und 67 Priestergewänder. 73 Und die Priester und die Leviten und die Torhüter und die Sänger und die aus dem Volk und die Tempeldiener und alle Israeliten ließen sich in ihren Städten nieder. (Nehemia 7,70-73)

Jeder gab seinen Beitrag zum Tempeldienst. Daraus lernen wir: Alle sind eingeladen, am Reich Gottes mitzubauen. Dieser Beitrag kann ganz unterschiedlich aussehen. Er kann praktisch sein, deine Zeit, Ideen, oder auch in finanziellen Gaben bestehen, die wir freiwillig und mit Freude Gott, seinem Reich und seiner Gemeinde zur Verfügung stellen.

Gott mit allem ehren, was wir haben

Ich denke, hier wird es interessant. Wir können ganz offen und ehrlich über diesen praktischen Teil von Gemeindearbeit sprechen, weil er ein realer Teil unseres Lebens ist. Geld gehört zu unserem Alltag. Gerade damit können wir Gott ehren und ihm sagen: Gott, dir gehört alles, was ich habe – mein ganzes Leben, meine Zeit, meine Ressourcen und auch mein Geld. Du hast es mir anvertraut. Ich möchte damit weise umgehen und dich dadurch verherrlichen.

Jesus hat oft über Geld gesprochen, weil er weiß, wie wichtig dieses Thema für uns Menschen ist. Einerseits hat er seine Jünger vor der Gefahr des Geldes gewarnt und gezeigt, was Geld mit unserem Herzen machen kann.

Niemand kann zwei Herren dienen, denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird dem einen anhängen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon! (Matthäus 6,24)

Jesus lehrte auch im Gleichnis von den anvertrauten Talenten (Lukas 12, Matthäus 25), dass wir gute Verwalter dessen sein sollen, was Gott uns anvertraut hat. Jeder von uns hat von Gott Gaben und Ressourcen nach seinem Maß erhalten. Dafür tragen wir Verantwortung und sollen kluge Verwalter sein.

Auch in der Apostelgeschichte und in den Briefen des Paulus lesen wir, dass bereits die erste Gemeinde Beiträge sammelte. Bis heute ist das ein ganz praktischer Teil des Gemeindelebens. Wir sind eingeladen, auch auf diese Weise am Reich Gottes mitzubauen, daran teilzuhaben und unseren Beitrag zu leisten.

Dabei erinnern wir uns an die Worte von Paulus:

Jeder, wie er es sich im Herzen vornimmt; nicht widerwillig oder gezwungen, denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb! (2. Korinther 9)

Der größte Beitrag wurde bereits geleistet

Auch diese Verse aus Nehemia weisen uns auf den größeren Nehemia hin. Sie richten unseren Blick auf Jesus. Denn er hat den ultimativen Beitrag für dich und mich bezahlt.

Etwa 400 Jahre nach Nehemia zog Jesus durch die Tore Jerusalems in dieselbe Stadt ein. Dort war er freiwillig und aus Liebe bereit, für uns verurteilt zu werden. Vor der Stadt zahlte er stellvertretend für uns am Kreuz den ultimativen Preis – den Preis, den wir für unsere Schuld, unser Vergehen und unsere Sünde vor einem heiligen und allmächtigen Gott hätten zahlen müssen.

Diesen Preis hat er bezahlt. Er hat sich selbst hingegeben und den größten Beitrag geleistet. Zugleich war er der vollkommene Ausdruck des großzügigen Herzens seines Vaters,

der die Welt so sehr geliebt hat, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben in ihm hat. (vgl. Johannes 3,16)

Darum soll unser Geben aus Dankbarkeit geschehen. Es soll ein Ausdruck unseres Lobpreises vor dem Herrn sein – ohne Druck und vollkommen freiwillig. Wir können uns hingebungsvoll hingeben, weil Christus sich zuerst für uns hingegeben hat.

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About the Author: Jonas Häberle

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