Einleitung – Herausforderung Sacharja 14
Als ich mich mit Sacharja 14 beschäftigt habe, war es eine starke Herausforderung für mich. Dieses Kapitel ist schwierig – das hat sogar Martin Luther bekannt. Er schreibt: „In diesem Kapitel gebe ich auf. Ich habe keine Ahnung, was der Prophet hier sagt.“ Das hat mich zum Schmunzeln gebracht und zugleich getröstet. Denn genau dieses Kapitel steht heute im Mittelpunkt unserer Betrachtung. Und ich kann Luther nur zustimmen: Ich war ebenfalls in vielen Punkten überfordert.
Trotzdem bin ich überzeugt, dass Gottes Wort nie leer zurückkommt. Auch dieser Abschnitt ist Teil seines Wortes. Es ist wie ein Hammer, der Felsen zerschlägt, Hindernisse aus dem Weg räumt und harte Herzen zerbrechen kann. Es ist wie ein Feuer, das kalt gewordene Herzen neu entzündet und sie reinigt. Deshalb wage ich mich an diesen Text, im Vertrauen darauf, dass Gottes Geist uns helfen wird, darin Christus zu sehen.
Ich möchte dieses Kapitel in drei Schritten angehen. Zuerst gebe ich eine kurze Zusammenfassung des gesamten Kapitels, damit wir ein Bild davon haben, was Sacharja beschreibt. Danach zeige ich, wie unterschiedlich dieses Kapitel in der Geschichte der Auslegung verstanden wurde – und wie widersprüchlich diese Herangehensweisen teilweise sind. Und schließlich möchte ich mit euch gemeinsam in den Text schauen – in der Hoffnung, dass wir dabei unseren Herrn Jesus Christus groß vor Augen geführt bekommen.
Ziel: Christus im Text sehen, auch wenn der Text schwer ist
Als ich diese Woche unsicher war, wie ich den Text auslegen sollte, bekam ich eine Nachricht vom Lobpreisteam: Wir würden ein neues Lied singen – „Help Us See Christ“ (Hilf uns, Christus zu sehen; Sovereign Grace Music). Für mich war das wie eine göttliche Bestätigung. Ich wusste sofort: Genau darum geht es heute. Es geht darum, Christus in diesem Kapitel zu erkennen.
Worum geht es also in Sacharja 14? Wenn ich es in einem einzigen Wort zusammenfassen müsste, dann würde ich sagen: Endzeit. Hier wird beschrieben, was kurz vor dem zweiten Kommen des Herrn geschieht. Es geht darum, wie das himmlische Königreich aussehen wird, das der Herr aufrichtet. Ein Begriff, der beim Lesen immer wieder auftaucht, ist „an jenem Tag“. Diese Formulierung kommt sieben- bis achtmal in diesem Kapitel vor. Es geht also um einen ganz besonderen Tag, um Gottes endgültiges Eingreifen in die Geschichte.
Was sieht Sacharja? Was beschreibt er? Das ist der Punkt, an dem wir nun gemeinsam in den Text einsteigen wollen.
Ablauf der Ereignisse in Sacharja 14
Das Kapitel beginnt mit der Ankündigung, dass dieser „Tag des HERRN“ kommen wird:
Gericht und Trübsal für Jerusalem
Siehe, es kommt ein Tag für den HERRN, da wird man deine Beute verteilen in deiner Mitte! (Sa. 14,1)
Es ist ein Tag, an dem sich die Nationen gegen Jerusalem versammeln (Sa. 14,2). Es ist ein Tag eines großen Kampfes, an dem die Stadt Jerusalem erobert, geplündert und die Bevölkerung schwer getroffen wird. Die Trübsal für das Volk Gottes steht am Anfang – ein Gerichtstag, der in Leid und Verwüstung beginnt. Doch dieser Tag bleibt nicht bei Gericht und Leid stehen. Gott selbst wird sich aufmachen, um seinem Volk Rettung zu bringen.
Der Herr kommt, steht auf dem Ölberg – Spaltung des Berges
Aber der HERR wird ausziehen und gegen jene Heidenvölker kämpfen, wie [damals] am Tag seines Kampfes, am Tag der Schlacht. (Sa. 14,3)
Im folgenden beschreibt Sacharja diesen Tag in Vers 4 so, dass der Herr selbst auf dem Ölberg stehen wird. Durch sein Erscheinen wird sich der Ölberg spalten – ein mächtiges, übernatürliches Ereignis. Es ist der Moment der Wende: Der Tag des Gerichts wird zum Tag der göttlichen Herrlichkeit.
Umkehrung der Schöpfungsordnung – Licht/Dunkelheit
Und es wird geschehen an jenem Tag, da wird es kein Licht geben; die glänzenden [Gestirne] werden sich verfinstern. (Sa. 14,6)
Die kosmische Ordnung wird durchbrochen. Licht und Dunkelheit wechseln sich nicht mehr wie gewohnt ab, vielmehr werden Sonne, Mond und Sterne verfinstert sein. Die Schöpfungsordnung, wie wir sie kennen, kommt an diesem Tag zu einem Ende. Doch dies markiert nicht das endgültige Ende, sondern vielmehr den Anfang von etwas grundlegend Neuem.
Lebendiges Wasser fließt aus Jerusalem
an jenem Tag, da werden lebendige Wasser von Jerusalem ausfließen […] (Sa. 14, 8)
Ein Strom lebendigen Wassers entspringt aus Jerusalem – den gibt es heutzutage nicht. Dies verweist auf die geistliche Erneuerung, die aus der Stadt des Friedens ausgeht. Jerusalem wird seinem Namen gerecht: Es wird zur erhöhten Stadt des Friedens, in der Sicherheit herrscht (Sa. 14,10–11). Der Herr richtet sein sichtbares Reich auf der ganzen Erde auf (Sa. 14,9), eine universale Königsherrschaft, die keinen Widerspruch mehr kennt.
Aufrichtung der sichtbaren Königsherrschaft des Herrn
Das aber wird die Plage sein, mit welcher der HERR alle Völker schlagen wird, die gegen Jerusalem Krieg geführt haben […] (Sa. 14,12)
Bevor diese Herrlichkeit anbricht, kommt es noch einmal zu einem letzten großen Kampf. Der Herr selbst wird seine Feinde vernichten, und sein Volk wird mit ihm in diesen Kampf ziehen – es wird große Beute machen: Gold, Silber, kostbare Kleider (Sa. 14,14). Es ist ein Bild des endgültigen Sieges Gottes über alle feindlichen Mächte.
Anbetung aller Nationen – Feier des Laubhüttenfestes
Und es wird geschehen: Alle Übriggebliebenen von allen Nationen […] werden Jahr für Jahr hinaufziehen, um den König, den HERRN der Heerscharen, anzubeten […] (Sa. 14,16)
Nach dem Gericht beginnt eine neue Zeit: Menschen aus allen Nationen werden nach Jerusalem kommen, um den Herrn anzubeten und das Laubhüttenfest zu feiern. Es ist eine Zeit ewiger, ungeteilter Anbetung – ein weltweites Erkennen der Herrschaft Gottes.
Heiligkeit im Reich Gottes – sogar Kochtöpfe heilig
An jenem Tag wird auf den Schellen der Pferde stehen: »Heilig dem HERRN« […] (Sa. 14,20)
Im letzten Abschnitt beschreibt Sacharja die allumfassende Heiligkeit, die das Reich Gottes durchdringen wird. Selbst alltägliche Gegenstände – Pferdegeschirr und Kochtöpfe – werden genauso heilig sein wie die Tempelgefäße. Das Heilige durchdringt das Profane, die Trennung von heilig und gewöhnlich wird aufgehoben. Das neue Königreich Gottes ist geprägt von totaler Weihe an den Herrn.
Wie können wir das Kapitel interpretieren?
Wir kommen nun zum zweiten Teil der Predigt, in dem wir uns zwei grundlegende Interpretationen dieses Kapitels anschauen. Es gibt noch viele weitere Sichtweisen, aber ich habe zwei ausgewählt, die besonders kontrastreich sind.
Es gibt viele Diskussionen darüber, was genau die Prophetien in Kapitel 14 bedeuten. Eine der Kernfragen lautet: Wann werden diese Dinge geschehen? Sind manche Teile bereits erfüllt? Und wie sind die Aussagen zu verstehen – wörtlich oder bildlich?
Symbolische Interpretation / Alles ist geistlich zu verstehen
Die erste ist die symbolische Interpretation. Sie geht davon aus, dass alle Aussagen im Kapitel symbolisch zu verstehen sind. Diese Deutung versteht den Text nicht als Beschreibung eines konkreten, zukünftigen historischen Ereignisses, sondern als Darstellung der geistlichen Wirklichkeit und der Aktivität Gottes in der gegenwärtigen Zeit. Es geht dabei nicht um einen geographischen Krieg in Israel, sondern um den geistlichen Kampf zwischen den Mächten des Guten und der Finsternis.
Zum Beispiel: Die Spaltung des Ölbergs (Sacharja 14,4) wird nicht als reales physisches Ereignis verstanden, sondern als ein Bild dafür, dass Gott ein Hindernis beseitigt und einen Durchgang schafft. Auch der Fluss, der aus Jerusalem entspringt (Vers 8), wird nicht als realer Fluss gesehen, sondern als Symbol für das Leben Gottes, das in der Zeit der Gnade zu allen Menschen fließt.
Zusammenfassend legt diese Sichtweise den Fokus auf die Gemeinde als das Volk Gottes in der Gegenwart. Sie beschreibt das Handeln Gottes für, in und mit seinem Volk – also innerhalb der Kirche und in der heutigen Welt.
Wörtliche Interpretation / Reale Kämpfe, realer Tempel
Die zweite Auslegung ist die wörtlich-zukünftige Interpretation. Sie geht davon aus, dass alle Aussagen wörtlich zu nehmen und noch zukünftig zu erwarten sind. Demnach wird es tatsächlich eine Schlacht um Jerusalem geben, in der alle Nationen – angeführt vom Antichristen – gegen das irdische Volk Israel kämpfen werden (Sa. 14,2-3).
Der Herr selbst wird leibhaftig auf dem Ölberg erscheinen, und es wird ein tatsächliches Erdbeben geben, durch das der Berg gespalten wird. Auch der Fluss wird im wörtlichen Sinn aus Jerusalem entspringen – an einem Ort, wo derzeit kein Fluss existiert. Durch das Erscheinen des Herrn wird Jerusalem erhöht werden, was eine Veränderung der Landschaft bedeutet: Jerusalem wird oben stehen, geografisch erhöht.
Diese Sichtweise legt den Schwerpunkt auf das irdische Volk Israel. Sie geht davon aus, dass Menschen aus allen Nationen in das zukünftige Reich nach Israel kommen müssen, um dort das Laubhüttenfest zu feiern – ebenfalls wörtlich zu verstehen. Auch die Tempelopfer werden wieder eingeführt, im Rahmen eines dritten Tempels. Nach dieser Interpretation beschreibt Sacharja 14 das Handeln Gottes von, für und in seinem Volk Israel.
Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Positionen
Wenn man sich mit diesen beiden Auslegungen beschäftigt, merkt man schnell, wie stark sie sich gegenüberstehen. Es wird häufig heftig diskutiert und debattiert – oft mit einem gewissen Hochmut auf beiden Seiten. Viele treten mit dem Anspruch auf, Experten zu sein, und vertreten ihre Sichtweise mit Stolz. Es entsteht leicht der Eindruck, dass es nur eine richtige Deutung geben könne – „So muss das sein.“
Kann es sein, dass der Herr tatsächlich körperlich auf die Erde kommt, um den Ölberg zu spalten? – Ja, Gott kann alles tun. Aber ist es der Schrift nach unbedingt notwendig, damit sich die Aussagen über die Endzeit erfüllen? Genau an dieser Stelle entzündet sich die Debatte. Und damit verbunden bleibt die entscheidende Frage: Was machen wir damit?
Abfolge der Kapitel 9 bis 13
Um die passende Interpretation für Kapitel 14 zu finden, habe ich mir noch einmal die Kapitel 9 bis 13 im Buch Sacharja angeschaut – diese zwei großen Aussprüche, die wir in den letzten Wochen gemeinsam betrachtet haben. Ich habe mich gefragt: Wie haben wir uns diesen Texten genähert, und was haben wir darin entdeckt?
Zunächst einmal: Wir haben erfüllte Prophetie gesehen – Prophetie, die sich historisch realisiert hat. Zum Beispiel zur Zeit Alexanders des Großen oder während der Zeit der Makkabäer in Israel. Das waren Geschehnisse, die genau das bestätigt haben, was Gott durch Sacharja hat voraussagen lassen.
Aber wenn ich darüber hinausdenke: Was war eigentlich das Schönste, was in diesen Kapiteln stand? Es war der Herr. Es war der Herr in seinem ersten Kommen, der dort im Zentrum der Prophetien stand.
Sacharja 9: Der König auf dem Esel
In Sacharja 9 haben wir gelesen, dass der König nach Jerusalem kommen wird, aber demütig, reitend auf einem Esel.
Siehe, dein König kommt zu dir; ein Gerechter und ein Retter ist er, demütig und reitend auf einem Esel […] (Sa. 9,9)
Was für eine wunderschöne Prophetie – und sie hat sich tatsächlich in Jesus Christus erfüllt.
Sacharja 11: Verrat für 30 Silberstücke
Dann kam Kapitel 11. Dort sahen wir vorhergesagt, dass dieser Messias abgelehnt und für 30 Silberstücke verkauft und verraten werden würde:
[…] Da wogen sie mir meinen Lohn ab, 30 Silberlinge. (Sa. 11,12)
Wie wunderbar, und gleichzeitig wie schrecklich, dass sich auch das im Leben unseres Herrn erfüllt hat. In der letzten Predigt haben wir gelesen, dass das Schwert Gottes gegen diesen Messias erwachen würde – dass es den Hirten schlägt. Es wurde angekündigt, dass der Messias durchstochen sein würde:
und sie werden auf mich sehen, den sie durchstochen haben (Sa. 12,10)
Schwert, erwache gegen meinen Hirten, […] Schlage den Hirten (Sa. 13,7)
Diese Verse sprechen prophetisch von seinem Tod am Kreuz. Und wir sahen dann, dass durch seinen Tod eine Quelle zur Reinigung von Sünde und Ungerechtigkeit geöffnet wurde:
An jenem Tag wird für das Haus David und für die Einwohner von Jerusalem ein Quell eröffnet sein gegen Sünde und Unreinheit. (Sa. 13,1)
Sacharja 13: Die geöffnete Quelle / Blut und Wasser von Jesus
Die Prophetie in Kapitel 13 ist für mich das tiefste und zugleich tröstlichste Bild: Die geöffnete Quelle. Sie steht für die Reinigung, die nicht theoretisch bleibt, sondern ganz real erfahrbar wird.
Jesus wurde durchbohrt, und Blut und Wasser kamen hervor – das ist nicht nur ein medizinisches Detail, sondern ein zutiefst geistliches Zeichen. Es zeigt: Vergebung ist möglich. Reinigung ist möglich. Und zwar für jeden, der zu diesem Messias kommt, der seine Sünde ausspricht, der sein Herz vor ihm öffnet.
Ich bin bewegt davon, wie diese Kapitel in Sacharja auf eine Weise von Jesus sprechen, die keine bloße Andeutung ist, sondern in ihrer Erfüllung eine geradezu erschütternde Präzision zeigt. Sie zeigen seinen Einzug in Demut, seine Ablehnung, seinen Verrat, sein Leiden, seine Durchbohrung, sein Sterben – und schließlich den tiefen Sinn seines Todes: die Öffnung einer Quelle, aus der Reinigung von Sünde und Ungerechtigkeit fließt.
Was mir in der Betrachtung dieser Kapitel deutlich geworden ist: Es geht nicht nur um historische Vorausschau. Es geht auch nicht nur um theologische Erfüllung. Es geht um eine Einladung. Diese Texte zeigen uns den Messias – nicht in Macht und Herrlichkeit, sondern in Leid und Liebe.
Und sie machen deutlich: Das Zentrum des Heils ist nicht in erster Linie ein zukünftiger Triumph, sondern das Kreuz. In der Durchbohrung, im Leiden, in der scheinbaren Niederlage liegt die Quelle des Lebens.
Das ist das, was ich in diesen Kapiteln gesehen habe. Und das ist das, was mich neu zur Anbetung führt: Dass Gott in seiner Vorsehung durch Sacharja das Kommen und Leiden seines Sohnes angekündigt hat – nicht, damit wir beeindruckt sind, sondern damit wir glauben und leben.
Christus im Zentrum von Sacharja 14
In den Kapiteln 9 bis 13 im Buch Sacharja lag der Fokus ganz eindeutig auf dem Herrn – und zwar auf seinem ersten Kommen. Es ging um sein Kommen für uns, für sein Volk. Und so glaube ich, dass wir Kapitel 14 ebenfalls in dieser Weise lesen können: als eine Beschreibung dessen, was das Endergebnis seines Werkes am Kreuz und seines Wiederkommens sein wird.
Vers 1: Ein Tag für den Herrn
Auch in Sacharja 14 geht es um unseren Herrn. Es beginnt bereits in Vers 1, wo es heißt:
Siehe, es kommt ein Tag für den HERRN, … (Sa. 14,1)
Dieser Tag gehört dem Herrn – er ist der Fokus der zukünftigen heilsgeschichtlichen Erfüllung. Es geht also nicht primär um Umstände oder politische Entwicklungen, sondern um das, was der Herr selbst tun wird.
Wir lesen in diesem Kapitel, dass er erscheinen wird, dass er kämpfen, retten und siegen wird. Das ist das Bild, das uns entgegentrifft: Jesus Christus ist der Sieger. Diese Aussagen stehen in direktem Bezug auf das, was am Ende der Zeiten geschehen wird.
Vers 9: Der Herr wird König über die ganze Erde
Ein besonderer Vers in diesem Zusammenhang ist Vers 9, wo es heißt:
Und der HERR wird König sein über die ganze Erde. An jenem Tag wird der HERR der einzige sein und sein Name der einzige. (Sa. 14,9)
Das zeigt uns die Einheit der Herrschaft. Es wird keine geteilte Macht mehr geben, keine anderen Namen oder Autoritäten – es wird einen König geben, einen Herrn. Sein Name allein wird anerkannt werden.
Vers 16: Anbetung des Herrn durch alle Völker
In Vers 16 sehen wir dann die Dimension der Anbetung:
alle Übriggebliebenen […] Jahr für Jahr heraufkommen werden, um den König, den HERRN der Heerscharen, anzubeten und das Laubhüttenfest zu feiern (Sa. 14,16)
Hier wird deutlich: Diese Anbetung gilt dem Herrn der Heerscharen – dem König. Es ist eine weltweite Anbetung. Die Völker werden kommen, um ihn zu ehren.
Alles wird dem Herrn geweiht und heilig
Am Ende, in den letzten beiden Versen, wird die Heiligkeit beschrieben, die dieses kommende Königreich prägen wird. Es heißt dort sinngemäß, dass es eine „Heiligkeit dem HERRN“ geben wird – eine Heiligkeit „für den HERRN in allen Dingen“. Das bedeutet: Alles wird seinem Charakter entsprechen. Alles wird ihm geweiht sein.
Auf diese Weise sehen wir Jesus Christus: Auch wenn wir über die Endzeit nachdenken – es geht um ihn. Er wird groß gemacht in der Endzeit. Er wird als unangefochtener König über die ganze Erde herrschen. Er wird angebetet werden – und zwar er allein. Und alles wird heilig sein für ihn, weil es seinem Wesen entspricht.
Jetzt möchte ich mit euch einige dieser Stellen noch genauer anschauen, um zu sehen, was sie im Einzelnen über unseren Herrn aussagen.
Auslegung der zentralen Verse
Spaltung des Ölbergs – Fluchtweg wie am Roten Meer
Die erste Stelle finden wir in Sacharja 14,4:
Und seine Füße werden an jenem Tag auf dem Ölberg stehen, der vor Jerusalem nach Osten zu liegt; und der Ölberg wird sich in der Mitte spalten nach Osten und nach Westen hin zu einem sehr großen Tal, und die eine Hälfte des Berges wird nach Norden zurückweichen, die andere nach Süden. (Sa. 14,4)
Dieses Bild ist gewaltig. Was sehen wir hier? Das Volk soll an diesem Tag fliehen. Diese Szene erinnert an die Ölbergpredigt des Herrn, wo ebenfalls die Aufforderung zur Flucht gegeben wird, wenn die Nationen ankommen. Der Fluchtweg führt nach Osten, doch da liegt der Ölberg – ein Hindernis. Wenn der Herr kommt, wird er dieses Hindernis spalten. Der Ölberg teilt sich, und in der Mitte entsteht ein Weg, ein sehr großes Tal. Es ist der Herr selbst, der dieses Hindernis aus dem Weg räumt, sodass sein Volk fliehen kann.
Das ist ein Bild dafür, wie Jesus bei seiner Wiederkunft einen Fluchtweg für sein Volk schafft – eine Flucht vor dem Gericht.
Dieses Prinzip ist nicht neu. Wenn wir in der Geschichte Israels zurückblicken, finden wir Parallelen. Denken wir an den Auszug aus Ägypten.
Sie kamen an das Rote Meer. 2. Mose 14 beschreibt diese Situation dramatisch: Von hinten kamen die Ägypter und verfolgten sie, vor ihnen war das Meer. Sie waren bedrängt und ohne Ausweg.
Doch Gott sprach zu Mose – und durch Mose auch zum Volk:
Steht fest und seht die Rettung des HERRN (2. Mose 14,13)
Dann beginnt sich, unter der ausgestreckten Hand Moses, das Meer zu teilen. Wie eine Mauer steht das Wasser rechts und links – und ein Weg der Rettung, ein Weg der Flucht wird geöffnet. Diese Szene zeigt uns: Wenn Gott eingreift, schafft er einen Ausweg, wo vorher keiner war.
Noch eine interessante Parallele finden wir in Lukas 9, wo Jesus Mose und Elia begegnet. Dort heißt es, dass er mit ihnen über seinen „Auszug“ (Exodus) spricht, den er in Jerusalem vollbringen würde. Dieser Begriff „Auszug“ ist bedeutsam. Jesus spricht also bewusst von einem Exodus, der geschehen wird – nicht geografisch, sondern geistlich. Was bedeutet das?
Als Jesus am Kreuz starb, hat er ebenfalls ein Hindernis geteilt, das vorher zwischen uns und Gott stand. Dieses Hindernis war unsere Unreinheit und Sünde, die uns daran gehindert hat, Rettung bei Gott zu finden. Doch Jesus hat einen Weg geöffnet.
Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater als nur durch mich! (Joh. 14,6)
Der geöffnete Weg zum liebenden Vaterherzen Gottes führt also durch Jesus. Wie wunderbar ist das: Jesus greift dieses Bild aus dem Alten Testament auf – vom geteilten Berg, vom geöffneten Meer – und erfüllt es in sich selbst.
Jesus – Der geöffnete Weg zum Vater
Wir haben heute freien Zugang zur gnädigen Vaterliebe Gottes. Der Zugang zu Gott ist offen. Jesus selbst ist dieser Weg. Der zerspaltene Ölberg, das geteilte Meer, der geöffnete Weg – all das sind Bilder, die uns auf Jesus hinweisen. Sie zeigen, wie Gott in ausweglosen Situationen eingreift, wie er selbst das Hindernis überwindet, das zwischen uns und ihm steht.
Was für ein Trost liegt in dieser Wahrheit: Wenn Bedrängnis kommt, wenn Nationen heranziehen, wenn das Gericht Gottes naht – dann ist für das Volk Gottes ein Weg bereitet.
Nicht wir schaffen diesen Weg. Es ist der Herr selbst, der eingreift. Und wie zur Zeit des Auszugs aus Ägypten sagt er auch heute:
Steht fest und seht die Rettung des HERRN (2. Mose 14,13)
Jesus hat durch seinen Tod und seine Auferstehung den Fluchtweg bereitet – einen Weg hinaus aus der Sünde, hinaus aus dem Gericht, hin zum Vater. Deshalb ist die Einladung so klar:
Komm. Komm zu ihm. Komm zu Jesus. Glaube an ihn. Denn der Weg zum liebenden Vaterherzen Gottes geht durch Jesus.
Lebendiges Wasser – Symbol für den Heiligen Geist
Und es wird geschehen an jenem Tag, da werden lebendige Wasser von Jerusalem ausfließen, die eine Hälfte in das östliche, die andere in das westliche Meer; Sommer und Winter wird es so bleiben. (Sa. 14,8)
Das ist ein starkes prophetisches Bild. Mit dem östlichen Meer ist das Tote Meer gemeint und mit dem hinteren Meer das Mittelmeer, das im Westen liegt. Das zeigt: Der Strom lebendigen Wassers wird in beide Richtungen fließen – nach Osten und nach Westen. Und er wird zu jeder Zeit fließen, sowohl im Sommer als auch im Winter. Das bedeutet: kontinuierlich, dauerhaft, ohne Unterbrechung.
Das „lebendige Wasser“ ist ein wunderbares Bild, das uns an verschiedenen Stellen in der Bibel begegnet. Es bedeutet zum einen, dass das Wasser in sich selbst lebendig ist – wie eine Quelle, die sprudelt, die in Bewegung ist. Zum anderen bringt es Leben – dort, wo es hinfließt, da geschieht etwas, da entsteht neues Leben. Diese beiden Bedeutungen – lebendig in sich selbst und lebensspendend – treffen beide auf dieses Wasser zu. Es lohnt sich Hesekiel 47 zu lesen, weil dort eine ganz ähnliche Beschreibung zu finden ist.
Im Johannesevangelium Kapitel 4 begegnet uns auch das lebendige Wasser. Dort spricht Jesus mit der Frau am Brunnen und sagt, dass er ihr lebendiges Wasser geben kann. Wir haben das erst vor einiger Zeit in unserer Predigtserie durch das Johannesevangelium betrachtet. Christus selbst ist die Quelle des lebendigen Wassers.
Wer an mich glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus seinem Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen. Das sagte er aber von dem Geist, den die empfangen sollten, welche an ihn glauben; denn der Heilige Geist war noch nicht da, weil Jesus noch nicht verherrlicht war. (Johannes 7, 38+39)
Das ist ein ganz zentraler Punkt. Jesus spricht hier vom Heiligen Geist. Die Ströme lebendigen Wassers, die aus dem Gläubigen fließen sollen – das ist der Heilige Geist. In Johannes 7 war allerdings der Heilige Geist noch nicht gekommen. Das geschah erst später – an Pfingsten.
An Pfingsten beginnt das lebendige Wasser zu sprudeln
Und mit diesem Ereignis begann die Quelle des lebendigen Wassers zu sprudeln. Aber nicht irgendwo – nicht in Rom, nicht in New York – sondern in Jerusalem. Genau dort, wo Sacharja es vorhergesagt hatte. Von dort aus ist dieser Heilsstrom des Geistes geflossen – und er fließt bis heute. Du und ich – wir sind ein Zeugnis davon.
Das Wasser des Lebens in der Offenbarung
Und er zeigte mir einen reinen Strom vom Wasser des Lebens, glänzend wie Kristall, der ausging vom Thron Gottes und des Lammes. (Offenbarung 22,1)
Was für ein wunderbares Bild. Das Wasser des Lebens – es kommt direkt aus Gottes Thron. Wir können jetzt schon einen Anfang machen – von diesem Wasser des Lebens zu nehmen, das Christus gibt, und das durch den Heiligen Geist auf dieser Erde ausgegossen wurde.
Kein Fluch mehr in Jerusalem
Eine Kleinigkeit, an der ich nicht vorbeigehen konnte, findet sich in Sacharja 14,11–14. In diesen Versen wird der veränderte Zustand Jerusalems beschrieben:
Und sie werden darin wohnen; und es wird keinen Bannfluch mehr geben, und Jerusalem wird sicher wohnen. (Sa. 14,11)
Dieser endgültige Zustand Jerusalems, in dem kein Bann – kein Fluch – mehr vorhanden sein wird, ist von zentraler Bedeutung. Es ist ein Zustand der Reinheit, der Freiheit von jeder Form göttlichen Gerichts.
Das passt zu Offenbarung 22. Dort wird das himmlische Jerusalem beschrieben, das vom Himmel auf die Erde gekommen ist.
Und es wird keinen Fluch mehr geben; und der Thron Gottes und des Lammes wird in ihr sein, und seine Knechte werden ihm dienen. (Offenbarung 22,3)
Kein Fluch mehr in Jerusalem – kein Fluch in der Stadt des himmlischen Jerusalems.
Und das, was dort beschrieben ist, das gilt auch uns:
Christus hat uns losgekauft von dem Fluch des Gesetzes, indem er ein Fluch wurde um unsertwillen (Galater 3,13)
Das ist die Grundlage: Wir werden einmal vor einem heiligen Gott stehen können – nicht, weil wir von uns aus heilig wären, sondern weil wir durch das Werk unseres Herrn am Kreuz geheiligt sind.
Anbetung im Königreich
Wir werden ihn einmal mit vollem Verständnis und von ganzem Herzen anbeten. Und wir werden bei ihm sein, ohne dass uns ein Fluch trifft. Wir können zu einem heiligen Gott kommen, weil wir durch Jesus Christus geheiligt worden sind. In Johannes 4, im Gespräch Jesu mit der samaritischen Frau, lesen wir:
Jesus spricht zu ihr: Frau, glaube mir, es kommt die Stunde, wo ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet. (Johannes 4,21)
Aber die Stunde kommt und ist schon da, wo die wahren Anbeter den Vater im Geist und in der Wahrheit anbeten werden; denn der Vater sucht solche Anbeter. (Johannes 4,23)
Jesus erklärt, dass wahre Anbetung nicht mehr ortsgebunden ist. Nicht mehr auf dem Berg der Samariter, nicht mehr in Jerusalem – sondern im Geist und in der Wahrheit.
Diese Art von Anbetung ist Kennzeichen des neuen Königreichs, das Jesus Christus aufgerichtet hat. Sie ist nicht mehr an einen geografischen Ort gebunden, sondern geistlich – getragen vom Heiligen Geist – und gegründet in der Wahrheit Gottes.
Und wenn wir einen Blick in die Offenbarung werfen, dann sehen wir, wie das in der Ewigkeit seine Vollendung finden wird:
Nach diesem sah ich, und siehe, eine große Schar, die niemand zählen konnte, aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Sprachen; die standen vor dem Thron und vor dem Lamm, bekleidet mit weißen Kleidern, und Palmzweige waren in ihren Händen. Und sie riefen mit lauter Stimme und sprachen: Das Heil ist bei unserem Gott, der auf dem Thron sitzt, und bei dem Lamm! Und alle Engel standen rings um den Thron und um die Ältesten und die vier lebendigen Wesen und fielen vor dem Thron auf ihr Angesicht und beteten Gott an. (Offenbarung 7,9-11)
Diese Anbetung, wie sie in der Ewigkeit beschrieben wird – Menschen aus allen Nationen, Sprachen und Völkern, vereint mit den mächtigsten Engelswesen vor dem Thron Gottes – das ist gewaltig.
Und ich habe dabei an unseren Lobpreis zu Beginn des Gottesdienstes gedacht. An dieses gemeinsame Singen: „Dein Volk singt: Heilig!“ War das nicht ein Vorgeschmack auf das, was wir in Offenbarung 7 lesen?
Deshalb schätze ich diese Zeiten der Anbetung in Liedern so sehr. Gemeinsam gesungene Lieder zu Gott – das ist nicht nur Tradition oder Gewohnheit. Es ist ein Vorgriff, ein Vorgeschmack auf das, was wir einmal in Vollendung erleben werden.
Jetzt dürfen wir das schon erleben, wenn auch nur in Bruchstücken. Aber auch diese Vorgeschmäcker sind herrlich. Und wir sollten sie mehr wertschätzen.
Ja, der Herr wird ein zweites Mal wiederkommen. Dann wird all das zur Vollendung kommen, was jetzt nur teilweise, was jetzt nur in Ansätzen für uns erfahrbar ist.
Verse 20–21: Heiligung im Königreich
Damit kommen wir zu unserem letzten Punkt. Es geht um die abschließende Phase in Sacharja 14 – um die allumfassende Heiligkeit. Wir lesen gemeinsam die letzten beiden Verse:
An jenem Tag wird auf den Schellen der Pferde stehen: »Heilig dem HERRN«, und die Kochtöpfe im Haus des HERRN werden sein wie die Opferschalen vor dem Altar. Es wird auch jeder Kochtopf in Jerusalem und in Juda dem HERRN der Heerscharen heilig sein, sodass alle, die opfern wollen, kommen werden und davon nehmen und darin kochen. Und es wird keinen Kanaaniter mehr im Haus des HERRN der Heerscharen geben an jenem Tag. (Sa. 14,20-21)
An diesem Tag wird alles heilig sein im Königreich unseres Herrn. Aber was bedeutet „heilig“? Heilig bedeutet, dass ich etwas nehme, es beiseite stelle und es für einen einzigen Zweck dort liegen lasse oder benutze. Ich sonder es aus für eine besondere Benutzung.
Man kann sich das vielleicht vorstellen wie bei einem besonderen Kleidungsstück – zum Beispiel einem Brautkleid. Es wird nur für ein einziges Event, für einen einzigen Tag getragen. Es ist genau dafür bestimmt – es ist geheiligt für diesen Hochzeitstag.
In unserem Text lesen wir sogar zweimal ganz deutlich, dass diese Dinge heilig sind – aber noch mehr: heilig dem HERRN. Alles wird für ihn sein. Und das ist eine tiefe Wahrheit. Wir lesen schon im Neuen Testament, dass alles durch ihn, durch den Sohn, aber auch für ihn geschaffen wurde. Dann findet alles seine volle Bestimmung.
Aber wisst ihr, dass das jetzt auch schon gilt? Er hat die Natur gemacht. Sie gehört ihm. Wenn der Vogel sein Lied singt, dann gilt dieses Lied zuerst dem Schöpfer – es ist für ihn. Wenn die Sonne hier auf der Erde scheint, dann scheint sie in erster Linie für ihren Schöpfer. Wenn der Regen fällt, dann fällt der Regen in erster Linie für seinen Schöpfer.
Was ist dann mit dir und mir? Wenn ich lebe – kann ich dann von mir sagen, dass ich in erster Linie für meinen Schöpfer, ja, noch mehr, für meinen Herrn und Heiland lebe?
Einmal wird das zu 100 % der Fall sein – in diesem zukünftigen Königreich. Aber wir sind doch jetzt schon gekommen zu einer himmlischen Stadt, zu der Stadt Gottes, zum himmlischen Jerusalem, so wie wir das in Hebräer 12 finden.
Das bedeutet: Du und ich – wir sind schon Teil dieses neuen Reiches. Dieses Reich wird eines Tages für alle sichtbar erscheinen. Aber es hat schon begonnen.
Leben wir so? Leben wir heilig dem HERRN? Können die Menschen sehen, dass auf unserer Stirn etwas geschrieben steht, was im Alten Testament nur auf der Stirn des Hohenpriesters stehen durfte?
Der Priester hatte diese Platte aus Gold, auf der genau diese Worte eingraviert waren: „Heilig dem HERRN“.
Vielleicht denkst du jetzt: „Das ist aber ein bisschen viel.“ Aber Petrus sagt das Gleiche. Er sagt:
Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk […] (1. Petrus 2,9)
Ist das wahr? Für dich? Für mich?
Praktische Anwendung & geistliche Schlussfolgerung
Lasst uns die Wesensmerkmale des Reiches Gottes, das zwar zukünftig ist, aber schon jetzt begonnen hat, aufmerksam betrachten. Dieses Reich soll uns mehr Angst nehmen, uns zur Anbetung führen und uns mit Freude erfüllen. „Lasst uns anbeten in Geist und Wahrheit“ – das ist der Weg, wie wir schon jetzt an diesem Reich Anteil haben.
Im Laubhüttenfest feierte das Volk Israel wir die Freude der Gegenwart Gottes. In Offenbarung 21 lesen wir, dass das himmlische Jerusalem kommt und dass „die Hütte Gottes bei den Menschen“ ist. Das ist die Erfüllung des Laubhüttenfestes: Gott wohnt in der Mitte seines Volkes.
Wenn wir Gottesdienst feiern, dann ist der Herr in der Mitte. Dann ist dieser Gottesdienst ein Vorgeschmack auf den Himmel, auf diesen ewigen Zustand. Und ich frage: Kennen wir etwas davon? Ist das unsere Erfahrung?
Ich stelle eine persönliche Frage – nicht um jemanden bloßzustellen, sondern aus echter Sorge um die Seele:
-
Bist du gekommen zu diesem Herrn, den wir heute vor uns haben?
-
Bist du gekommen im Bewusstsein deiner Schuld, deiner Unheiligkeit vor einem heiligen Gott?
-
Hast du deine Sünden bekannt?
-
Hast du Buße getan, so wie es die Bibel sagt?
-
Hast du geglaubt?
-
Hast du geschmeckt von dem Wasser des Lebens, das lebendig fließt?
-
Bist du eine neue Schöpfung?
Hat der Geist dich neu gemacht und dir ein neues Herz gegeben, mit dem du jetzt den Herrn der Herren und König der Könige in Geist und Wahrheit anbetest?
Und kennen wir das fortwährende Wirken des Geistes in uns? Seine Arbeit, durch die er uns immer heiliger macht, immer passender für unseren Herrn?
Abschluss
Liebe Geschwister, das ist jetzt das Ende unserer Serie durch das Buch Sacharja. Und auch heute sehen wir: Wir müssen nicht aufgeben bei diesem Kapitel, wie Martin Luther es gesagt hat. Nicht, weil wir mehr Erkenntnis hätten – nein – sondern weil es Gottes Wort ist. Wort für Wort. Und weil mein Gott sein Wort schickt und seinen Geist gibt, damit wir erfüllt werden, damit wir verändert werden, wenn wir Jesus sehen.
Denn: Wenn wir ihn anschauen in all seiner Herrlichkeit, werden wir verwandelt in ein Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit.
Wir leben in einer Zeit, in der das Reich Gottes schon in uns, auf dieser Erde, in allen Gläubigen angefangen hat. Und doch: Gleichzeitig sehnen wir uns nach der zukünftigen Offenbarung des Königreichs unseres Herrn.
Lasst uns deshalb weiter an seinem Reich bauen. In voller Vorfreude auf das, was jetzt schon wahr sein darf, was wir jetzt schon schmecken, was wir aber einmal in Zukunft in Vollkommenheit genießen und erleben werden.

