Teil 2: Ehe und Familie sind heilig!

Zusammenfassung:

Das Gebot der Unterordnung der Frau in Epheser 5,22 ist keine isolierte Forderung, sondern Teil einer Christus-zentrierten Ordnung. Mann und Frau sind nach der Schöpfungsordnung gleichwertig in Würde und Wert, doch sie haben unterschiedliche Berufungen und Rollen. Die Frau ordnet sich nicht aus Zwang unter, sondern aus einer inneren Haltung der Hingabe und des Glaubens. Unterordnung ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Akt des Vertrauens auf Gottes gute Schöpfungsordnung – ein Ausdruck von Liebe, gelebter Nachfolge und ein Spiegel des Evangeliums.  In dieser Haltung wird die Ehe zu einem Ort der Heiligung –  und zu einem lebendigen Abbild von Christus und seiner Gemeinde  mitten in einer selbstbezogenen Welt.

Unterordnung im Licht des Evangeliums

Ich freue mich, dass wir heute gemeinsam im Epheserbrief weitermachen können. Es ist mir eine besondere Freude, heute mit euch die Verse Epheser 5, 22–24 zu betrachten

„Ihr Frauen, ordnet euch euren eigenen Männern unter als dem Herrn, denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch der Christus das Haupt der Gemeinde ist, und er ist der Retter des Leibes. Wie nun die Gemeinde sich dem Christus unterordnet, so auch die Frauen ihren eigenen Männern in allem.“

Es gibt Verse in der Bibel, die wir lesen, und es sprudelt sofort aus uns raus: „Amen, Bruder!“ Bei diesen Versen ist das meist nicht so. Nein – da zucken manche zusammen, halten den Atem an, denken nach. Und stellen sich die Frage: Kann das wirklich so gemeint sein?

„Ihr Frauen, ordnet euch euren eigenen Männern unter als dem Herrn.“

Diese Aufforderung kann Widerstand auslösen. Doch gerade dort, wo wir am liebsten ausweichen würden, dort hat Gott oft seine tiefsten Schätze verborgen – Schätze, die uns wachsen lassen und an denen wir uns freuen dürfen. Deshalb lade ich dich ein: Höre ganz entspannt zu und lasse das Wort an deinem Herzen wirken.

Gerade bei diesen Versen ist es wichtig, den Kontext genau zu betrachten. Das Ziel von Epheser 5 ist ein Aufruf an uns Christen, ein geheiligtes Leben in Liebe und Wahrheit zu führen, ein Leben, das Gott ehrt. Wir sollen Christus nachahmen, im Licht wandeln, Unmoral meiden, die Zeit klug nutzen – und unsere Beziehungen, insbesondere die Ehe, nach dem Vorbild von Christus und der Gemeinde gestalten.

Wem schreibt Paulus hier? Gläubigen Menschen –

  • die aus Gnade gerettet sind,
  • die eine neue Identität haben,
  • die mit dem Heiligen Geist erfüllt sind (vgl. Epheser 5,18).

Ein ganz entscheidender Vers für unser Verständnis steht direkt vor unserem Predigttext, in Epheser 5,21:

„Ordnet euch einander unter in der Furcht Gottes.“

Ich wiederhole das langsam, damit du es dir gut einprägen kannst: „Ordnet euch einander unter – in der Furcht Gottes.“ Das ist der Boden, auf dem alles steht. Christliche Unterordnung ist keine isolierte Forderung an Frauen, sondern Teil einer gegenseitigen, Christus-zentrierten Hingabe. Deshalb – besonders an die Männer: Unterordnung ohne Evangelium wäre Tyrannei. Aber Unterordnung im Evangelium wird zur Anbetung.

Ich liebe die deutsche Sprache – das sage ich als Ausländer. „Unterordnung“ ist ein spannendes Wort. Denk mal darüber nach: „Unter-Ordnung“ – unter einer Ordnung stehen. Die christliche Ehe ist also auf eine gottgegebene Ordnung angewiesen.

Nun klingt Ordnung in unserer Zeit schnell nach etwas Negativem – nach Einschränkung, nach Machtgefälle, nach Verlust von Freiheit. Doch diese Ordnung, von der hier die Rede ist, ist gottgegeben und gottgewollt. Das ist mein Verständnis der Schrift.

Gottes Ordnung in der Schöpfung

Lies dir zuhause gerne die Schöpfungsgeschichte ganz durch – da findest du Ordnung! Ich möchte heute nur zwei Verse daraus hervorheben, die unser Thema besonders gut beleuchten:

„Und Gott schuf den Menschen in seinem Bild, im Bild Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie.“ (1. Mose 1,27)

Als jemand, der gern zeichnet, würde ich sagen: Das ist eine kontinuierliche Linie. Gleicher Wert, gleiche Würde, gleiches Ebenbild Gottes. Behalte das bitte im Kopf.

Dann heißt es weiter:

„Und Gott der HERR sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die ihm entspricht.“ (1. Mose 2,18)

in diesen Versen gibt es keine Rangordnung im Wert. Mann und Frau sind gleichwertig.

Es gibt jedoch eine Unterscheidung in der Berufung: einen Ersten und einen Zweiten. Das ist die göttliche Schöpfungsordnung. Adam wurde zuerst geschaffen, Eva als seine Gehilfin. Adam war es, der zuerst den Auftrag und das Wort Gottes erhielt. Das ist keine Abwertung, sondern eine von Gott eingesetzte Ordnung.

Nun fragst du dich vielleicht: „Aber nach dem Sündenfall – war da nicht alles zerstört?“ Ja, in 1. Mose 3 können wir nachlesen, was passiert, wenn diese göttliche Ordnung verdreht wird. Aber wichtig ist: Die Ordnung wurde durch die Sünde nicht aufgehoben. Sie wurde durch menschliches Eingreifen verdreht und beschädigt – aber die göttlich gewollte Ordnung steht noch. Schau dir den Sündenfall an:

  1. Adam schweigt, wo er hätte leiten sollen.
  2. Eva übernimmt, wo sie nicht berufen war.
  3. Die Schlange greift genau diese Lücke an.

Und heute? Wir leben in einer Zeit, in der das Ich der Haupt-Gott geworden ist. Unabhängigkeit und Selbstverwirklichung sind die höchsten Ideale. Das ist die Luft, die du und ich täglich atmen – und die wir unbewusst auch in unsere Sicht auf Ehe übernehmen.

Ausführlich und klar in Epheser 5: Gottes Ordnung

Dieser Abschnitt in Epheser 5 ist der längste Text über die Ehe im ganzen Neuen Testament. In Kolosser 3 hat Paulus zu diesem Thema nur neun Wörter an die Frauen geschrieben – hier sind es ca. 47. Wenn du als Mann jetzt denkst: „Ganz schön viel!“, dann hör gut zu: Im Epheserbrief richtet Paulus knapp 150 Wörter an uns Männer – das ist dreimal so viel. Wenn jemand hier besonders gefordert ist, dann sind es eindeutig wir Männer.

In diesem Abschnitt gibt Paulus der Ehe ein besonderes Gewicht. In keinem seiner anderen Briefe behandelt er dieses Thema mit so viel Klarheit und Tiefe. Und deshalb müssen du und ich es ernst nehmen und verstehen.

Paulus war sehr sorgfältig in seiner Wortwahl. Er schreibt nicht: „Ihr Frauen, erfindet eine neue Ordnung.“ Nein. Er schreibt:

„Ihr Frauen, ordnet euch euren eigenen Männern unter wie dem Herrn.“

Das bedeutet: Lebt die erneuerte Schöpfung. Christus stellt nicht Gleichheit gegen Ordnung, sondern er bringt Ordnung unter die Herrschaft der Liebe.

Jetzt sagst du vielleicht: „Aber was ist mit Frauen, die stärker, klüger, geistlich reifer oder begabter sind?“ Vielleicht war Eva das auch. Und du weißt, wie es ausgegangen ist. Die Konsequenzen spüren wir bis heute. Meine Nichte hat gestern ihr erstes Kind bekommen. Eine wunderschöne Sache. Aber es war eine lange, schmerzhafte Geburt – genau wie es in 1. Mose 3,16 vorausgesagt ist:

„Ich will die Mühen deiner Schwangerschaft sehr groß machen; mit Schmerzen sollst du Kinder gebären.“

Zurück zu Epheser 5,22:
Wichtig ist der Zusatz am Ende des Verses: „…wie dem Herrn“ – oder wie Luther übersetzt: „als dem Herrn.“ Das meint eine Richtung. Die Frau ordnet sich nicht dem Mann unter, weil der immer recht hat. Nein – sie tut es um des Herrn willen. Aus Vertrauen in Gott und aus Gehorsam. Nicht weil der Mann Gott ist, sondern weil Gott Gott ist.

Du als Frau tust das nicht in erster Linie für deinen Mann. Du tust es für Christus. Es ist ein Teil deiner Nachfolge, deiner Jüngerschaft. Diese Unterordnung ist freiwillig, nicht erzwungen. Sie ist bewusst, nicht blind. Und sie ist auf Christus ausgerichtet. Und für euch alle – Männer wie Frauen – sei es klar gesagt: Biblische Unterordnung ist kein Zeichen von Schwäche. Sie ist eine große Stärke.

Der richtige Ehemann: Einer, dem du folgen kannst

Liebe Schwester, wenn du vor einer der wichtigsten Entscheidungen deines Lebens stehst – der Wahl deines zukünftigen Ehemannes –, dann rufe ich dich dazu auf, mit Sorgfalt zu wählen. Schau nicht auf äußere Dinge wie Schönheit, breite Brust, Muskeln, Luxusautos oder Intelligenz – all das vergeht. Suche nach einem Mann, den du respektieren und in Liebe begleiten kannst. Einem, dem du dich in der Ehe willentlich unterordnen kannst. Du brauchst jemanden, dessen Charakter du achten kannst, dessen Führung du vertrauen kannst.

„Der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch der Christus das Haupt der Gemeinde ist; er ist der Retter des Leibes.“ (Epheser 5,23)

Doch höre gut zu: Das Hauptsein des Mannes ist kein Thron, auf dem er sitzt. Es ist ein Kreuz. Warum ein Kreuz? Weil Christus herrscht, indem er stirbt. Er führt, indem er dient. Er ist das Haupt, indem er sich selbst schenkt.

„Liebt eure Frauen, gleichwie auch Christus die Gemeinde geliebt hat und sich selbst für sie hingegeben hat.“ (Epheser 5,25)

Jesus hat seine Braut nicht mit Macht regiert, sondern mit seinen Wunden erkauft. Und jetzt die Frage: Ist es schwer, sich jemandem unterzuordnen, der sich selbst für dich hingibt?

Doch ich will auch klarstellen, was diese Verse nicht bedeuten:

Was christliche Unterordnung NICHT ist:

– Schweigen bei Sünde oder Missbrauch.
– Duldung von Gewalt.
– Verlust deiner Würde oder deiner Stimme.
– Eine geistliche Rechtfertigung für männliche Bequemlichkeit.

Wo ein Mann seine Frau einschüchtert, manipuliert oder mundtot macht, dort ist nicht Christus am Regieren. Jede Auslegung dieser Verse, die dich kleiner macht, als Gott dich geschaffen hat, ist nicht vom Geist Gottes. Unterordnung zeigt Unterschiede in der Rolle – niemals im Wert.

Was christliche Unterordnung IST:

– Sie ist eine Herzenshaltung des Vertrauens auf Gottes gute Ordnung.
– Ein bewusster Akt der Liebe.
– Ein Spiegel des Evangeliums.
– Ein Weg zur Heiligung.
– Ein Zeugnis für Christus in einer rebellischen, zerfallenen Welt.

Die Ehe war von Anfang an ein Bild – ein Zeugnis für die Beziehung zwischen Christus und seiner Gemeinde. Wenn Mann und Frau diese tiefe Liebe und Verbundenheit in ihrer Ehe widerspiegeln, verherrlichen sie Gott.

Sich unterzuordnen bedeutet, sich bewusst in die von Gott geschaffene Ordnung einzufügen. Du tust das, weil du weißt, dass Christus dadurch verherrlicht wird, dass deinem Nächsten gedient wird, und dass auch du selbst gesegnet wirst – auf deinem Weg zur Heiligung.

Ja, Unterordnung bedeutet, dass du deine eigenen Wünsche und Begierden zurückstellst – aus Liebe zu Christus und zu deinem eigenen Ehemann. Du gibst dich selbst hin, weil du Christus liebst.

Ein Beispiel für geistliche Führung in der Ehe

Liebe Ehemänner: Wir sind nicht dazu berufen, die Frauen zu unterdrücken. Vielmehr sollst du ihr Raum geben, sich zu entfalten, ihre Gaben zur Ehre Gottes einzusetzen. Deine Berufung ist nicht Kontrolle, sondern Liebe – so wie Christus die Gemeinde geliebt hat. Sind wir Ehemänner uns dieser Verantwortung bewusst?

Lass mich dir ein praktisches Beispiel geben. Stell dir einen Mann vor. Nennen wir ihn Eugen. Ein talentierter Ingenieur, begabter Gitarrist, Vater von vier Kindern. Seine Frau nennen wir Hanna. Sie haben ein gutes Leben, sind Teil einer wunderbaren Gemeinde und haben alles, was sie zum Leben brauchen. Doch nun steht eine wichtige Familienentscheidung an: Eugen erhält ein Jobangebot in einer anderen Stadt – weit entfernt. Es wäre sein Traumjob, doch er müsste mit der ganzen Familie umziehen. Hanna ist Pädagogin und sie weiß genau, wie wichtig ein stabiles soziales Umfeld für ihre Kinder ist. Sie ist von der Idee nicht besonders begeistert.

Eugen spürt: Diese Situation ist mehr als Karriere – es ist ein geistlicher Schritt. Er schlägt die Bibel auf, liest in Epheser 5: „Ihr Frauen, ordnet euch euren eigenen Männern unter wie dem Herrn.“ Doch er sagt nicht einfach: „So machen wir’s jetzt.“ Nein. Er spricht mit Hanna, hört sich ihre Sorgen und Gedanken an: die Kinder, das Umfeld, die Gemeinde, die Finanzen. Er betet mit ihr, nimmt sie ernst.

Er ruft seinen Freund an – nennen wir ihn Basti. Ein sehr frommer Typ, der zu ihm sagt: „Ich möchte nicht in deiner Haut stecken. Aber mach es gottgefällig!“

Unser fiktiver Mann hat eine Rolle als Haupt der Familie.  Er ist derjenige, der die Entscheidung treffen muss –  nicht mit Macht, sondern mit Liebe. Doch er muss auch die Verantwortung dafür übernehmen. Und Hanna?  Sie vertraut – weil sie weiß, dass Eugen nicht aus Ego handelt,  sondern in echter Verbindung mit dem Herrn. Das ist biblische Leitung in der Familie.

Die Ehe – ein Abbild von Christus und der Gemeinde

„Wie nun die Gemeinde sich Christus unterordnet, so auch die Frauen ihren Männern in allem.“ (Epheser 5,24)

Doch merke dir: Christus ist das Haupt der Gemeinde – und er führt sie durch sein Wort. Seine Leitung ist wohltuend, geprägt von Liebe, Wahrheit und Opfer.

Die Gemeinde ordnet sich Christus gerne unter, aus Freude und Überzeugung. Sie strebt danach, seinen Willen zu erkennen, sein Wort ernst zu nehmen, in Liebe zu wandeln und diese weiterzugeben – ganz wie es in Epheser 5,2 heißt:

„Wandelt in der Liebe, wie auch Christus uns geliebt hat.“

Auch die Ehe ist ein Bild davon. „Christus und seine Braut – das ist das Bild für Mann und Frau in der Ehe.“ So wie die Gemeinde durch Liebe, Reinheit und Hingabe wächst, so segnet Christus auch den Gehorsam der Ehefrauen – das lesen wir in 1. Petrus 3,1–2:

„Desgleichen sollt ihr Frauen euch euren Männern unterordnen, damit auch die, die nicht an das Wort glauben, durch den Wandel ihrer Frauen ohne Worte gewonnen werden, wenn sie ansehen, wie ehrfürchtig und rein ihr lebt.“

Geistliche Ehe im Alltag leben

Ich habe dir ein paar Punkte mitgebracht, die uns helfen sollen:

Für dich als Ehefrau:

  • Die Ehe ist kein Machtkampf, sondern ein Miteinander, ein Bund
  • Die Ehe ist Gottes Plan und hat eine gottgegebene Ordnung
  • Respekt ist für Männer oft das, was Liebe für Frauen ist
  • Sprich ehrlich, aber niemals verächtlich mit deinem Mann.
  • Vertraue Gott auch dann, wenn dein Mann Fehler macht – und das wird passieren.

Für dich als Ehemann:

  • Du bist nicht dazu berufen, immer recht zu haben, sondern nach der Schrift zu lieben.
  • Liebe zeigt sich für Frauen im Zuhören, im Dasein, im Verständnis.
  • Frage dich jeden Tag: Blüht meine Frau unter meiner Leitung auf?
  • Unser perfektes Vorbild ist Christus. An ihm müssen wir uns orientieren.

Epheser 5 ruft uns nicht zurück in ein Patriarchat – es ruft uns nach Golgatha. Dort, wo Liebe sich hingibt, wo Leitung sich in Demut neigt, wo Unterordnung nicht erniedrigt, sondern aufrichtet.

Ich bete, dass du heute das ganze Bild erkennst: Es geht nicht um Kontrolle – es geht um gegenseitige Hingabe. In dieser Haltung lade ich dich ein, dir eine ehrliche Frage zu stellen: Ordnest du dich wirklich dem Herrn unter?