Teil 1: Ehe und Familie sind heilig!

Zusammenfassung:

Gott selbst hat Ehe und Familie eingesetzt. Sie sind ihm heilig. Er hat dafür klare Ordnungen gegeben und seine Weisheit offenbart, die ab Epheser 5,22 beschrieben werden. Wo Gottes Wort ernst genommen und im Alltag gelebt wird, macht das einen entscheidenden Unterschied. Die beste Investition in die Ehe ist es, sich immer stärker an Jesus Christus auszurichten. Nimm dir bewusst Zeit für deinen Ehepartner und deine Kinder, erkenne die Gelegenheiten, die Gott schenkt, und nutze sie. Eine gesunde Ehe und eine gesunde christliche Familie mit gottgefälligen Kindern ehren Gott – und dafür lohnt es sich zu investieren und zu kämpfen.

Eine Goldmine im Epheserbrief

Wir setzen unsere Reise durch den Epheserbrief fort und kommen heute zu einem Abschnitt in Kapitel 5, der besonders bekannt ist – und für manche auch herausfordernd. Vers 21 leitet in das Thema ein:

„Ordnet euch einander unter in der Furcht Gottes.“ (Epheser 5,21)

Es geht um das Thema Unterordnung, das Paulus auf verschiedene Lebensbereiche anwendet. In den Versen 22–33 wird es auf die Ehebeziehung zwischen Mann und Frau bezogen. Kapitel 6 setzt dieses Thema fort und behandelt die Unterordnung zwischen Eltern und Kindern sowie sogar Beziehungen in der Arbeitswelt.

Wir wollen diesen Abschnitt nicht einfach überfliegen. Nein, wir wollen gemeinsam tief graben, wie jemand, der eine Goldader oder sogar eine Goldmine entdeckt hat. Und das passt auch zu unserem bisherigen Bild des Briefes: eine Schatztruhe, gefüllt mit göttlicher Wahrheit. Und weil dieser Schatz so wertvoll ist, werden wir uns mehrere Sonntage Zeit nehmen, um ihn Stück für Stück zu entdecken. Heute geht es um eine Einführung in das Thema Ehe und Familie – und um eine biblische Grundlage für unser Denken und unsere Einstellung.

Auch für diejenigen unter uns, die noch nicht verheiratet sind und den Wunsch haben, eine Familie zu gründen, ist dieser Abschnitt relevant. Er erklärt die biblischen Maßstäbe, welche Rolle einem zukommt und welche Erwartungen man an seinen Partner haben kann.

Wir schauen uns heute an, wie wichtig Ehe und Familie für Gott sind. Als Predigttitel war mir das nicht stark genug. „Heilig“ bringt es auf den Punkt:.„Ehe und Familie sind heilig.“

Eine gesunde Ehe gibt Gott die Ehre. Deshalb lohnt es sich in den guten Zeiten zu investieren, und in den schweren Zeiten durchzuhalten, zu kämpfen. Beides ehrt Gott!

Auch eine gesunde christliche Familie, in der gottgefällige Kinder aufwachsen, bringt Gott Ehre. Das erfordert von jedem Familienmitglied Einsatz, und die Bereitschaft, nach diesem Ziel zu streben.

Einleitung Gottes Hausordnung

Lass uns nun diesen kostbaren Abschnitt in Epheser 5 gemeinsam lesen – mit offenen Herzen und der Bereitschaft, uns von Gottes Wort formen zu lassen.

22 Ihr Frauen, ordnet euch euren eigenen Männern unter als dem Herrn; 23 denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch der Christus das Haupt der Gemeinde ist; und er ist der Retter des Leibes. 24 Wie nun die Gemeinde sich dem Christus unterordnet, so auch die Frauen ihren eigenen Männern in allem. 25 Ihr Männer, liebt eure Frauen, gleichwie auch der Christus die Gemeinde geliebt hat und sich selbst für sie hingegeben hat, 26 damit er sie heilige, nachdem er sie gereinigt hat durch das Wasserbad im Wort, 27 damit er sie sich selbst darstelle als eine Gemeinde, die herrlich sei, sodass sie weder Flecken noch Runzeln noch etwas Ähnliches habe, sondern dass sie heilig und tadellos sei. 28 Ebenso sind die Männer verpflichtet, ihre eigenen Frauen zu lieben wie ihre eigenen Leiber; wer seine Frau liebt, der liebt sich selbst. 29 Denn niemand hat je sein eigenes Fleisch gehasst, sondern er nährt und pflegt es, gleichwie der Herr die Gemeinde. 30 Denn wir sind Glieder seines Leibes, von seinem Fleisch und von seinem Gebein. 31 »Deshalb wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und die zwei werden ein Fleisch sein«. 32 Dieses Geheimnis ist groß; ich aber deute es auf Christus und auf die Gemeinde. 33 Doch auch ihr — jeder von euch liebe seine Frau so wie sich selbst; die Frau aber erweise dem Mann Ehrfurcht!

Dieser Abschnitt aus Epheser 5 gewinnt heutzutage keinen Preis für politische Korrektheit. Aber wir wollen diese Bibelstelle wörtlich nehmen – und genau das macht sie in unserer heutigen Zeit so herausfordernd. Wenn du dich umschaust, wirst du merken, dass nur wenige Ehen sich an biblischen Maßstäben orientieren. Und leider halten viele Ehen auch nicht dauerhaft und zerbrechen.

Ein festes Fundament für Ehe und Familie

Du hast vielleicht die Statistik gehört: Jede zweite Ehe wird geschieden. Aber solche Pauschalaussagen stimmen nicht ganz. Tatsächlich ist die Scheidungsrate sogar in den letzten 20 Jahren rückläufig. Das liegt aber auch daran, dass weniger Menschen heiraten und viele unverheiratete Paare sich trennen – was in diesen Statistiken gar nicht auftaucht.

Auch über uns Christen wird gesagt: „Jede zweite Ehe wird geschieden.“ Aber auch das finde ich irreführend. Es gibt viele Menschen, deren Glaube nur auf dem Papier existiert – als Eintrag auf der Steuererklärung: „evangelisch“ oder „katholisch“. Wo im Alltag der Glaube nicht gelebt wird. In solchen Fällen ist die Scheidungsrate tatsächlich auch hoch.

Aber dort, wo christlicher Glaube gelebt wird, sieht es anders aus. Da, wo Menschen regelmäßig in den Gottesdienst gehen, beten, die Bibel ernst nehmen – da sind die Scheidungsraten viel niedriger. Gelebter Glaube macht einen großen Unterschied.

Als bibeltreue Christen haben wir ein solides Fundament, das Menschen ohne Glauben nicht haben. Gott hat die Ehe erfunden. Er hat auch die Familie erfunden – und uns klare Anweisungen gegeben, wie wir darin leben sollen. Wenn es Probleme gibt, kannst du dich auf dieses Fundament stützen.

Wir bieten in unserer Gemeinde auch Eheberatung und Seelsorge an. Wenn es Probleme gibt – auch kleine –, komm gerne frühzeitig. Warte nicht, bis alles eskaliert ist. Wir sind da, um dir zu helfen und dir zu dienen.

Ich frage mich manchmal, wie man eigentlich bei Nichtchristen Eheberatung macht – wenn das biblische Fundament fehlt. Denn viele Probleme haben ihren Ursprung im Egoismus. Und wenn ich nicht auf die Bibel verweisen kann, wie soll ich dann sagen: Egoismus hat in der Ehe keinen Platz?

Aber für Christen ist Gottes Wort ein wunderbares Werkzeug. Vielleicht kennst du das Bild eines Dreiecks: Oben ist Gott, unten links und rechts die beiden Ehepartner. Wenn beide sich Gott nähern, nähern sie sich automatisch einander. Wenn du dein Leben an Gott ausrichtest, wenn du geistlich wächst, dann hilft das auch deiner Ehe und deiner Familie.

Deswegen: Ignoriere Gottes Wort nicht. Wirf seine Weisheit nicht aus dem Fenster! Dich danach auszurichten ist das Beste, was du tun kannst, um deine Beziehungen zu stärken. Aber das kann auch bedeuten, dass du dein Glaubensleben prüfen und korrigieren musst.

Gott hat dir alles gegeben, was du brauchst

Wenn du dich fragst, wie dein Glaube deine Ehe, deine Familie und deine Beziehungen beeinflussen kann, dann schau dir die folgenden Bibelstellen an:

„Gnade und Friede werde euch mehr und mehr zuteil in der Erkenntnis Gottes und unseres Herrn Jesus! Da seine göttliche Kraft uns alles geschenkt hat, was zum Leben und [zum Wandel in] Gottesfurcht dient“ (2. Petrus 1,2–3)

Was für ein wunderbares Versprechen! Wenn du deinen Blick auf Gott richtest, auf sein Wort, und daran festhältst, dann erkennst du: Er hat dir bereits alles geschenkt, was du brauchst, um ihm zu gefallen. Und das bedeutet auch: Er hat dir alles gegeben, was du für eine gute Ehe, eine gute Familie und gesunde Beziehungen brauchst.

Gott zu gefallen – das ist der Sinn unseres Lebens. Nicht deine eigenen Vorstellungen, nicht das, was du denkst, was gut sei, oder was du erreichen willst, sondern Gottes Wille. Und wie das in deinem Leben konkret aussieht, kann bei jedem von uns anders sein.

„Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit jedem geistlichen Segen in den himmlischen Regionen in Christus, wie er uns in ihm auserwählt hat vor Grundlegung der Welt, damit wir heilig und tadellos vor ihm seien in Liebe.“ (Epheser 1,3–4)

Das ist Gottes Wille für dich! Heilig und tadellos vor ihm zu leben – in Liebe. Jetzt frage ich dich: Wenn das wirklich Realität in deinem Leben ist – wenn du das erlebst, was Paulus hier beschreibt – wird das nicht auch deine Ehe, deine Beziehungen, deine Familie beeinflussen? Die Antwort ist: Ja, garantiert! Es verändert dich. Es macht dich zu einem besseren Ehemann, zu einer besseren Ehefrau, zu einem besseren Familienmitglied.

Und Paulus hört hier nicht auf. Er betet für dich:

„…dass der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, euch den Geist der Weisheit und Offenbarung gebe in der Erkenntnis seiner selbst.“ (Epheser 1,17)

Wenn du wirklich diesen Geist der Weisheit und Offenbarung hast – dann wird das auch Einfluss auf deine Beziehungen haben! In Kapitel 3 betet Paulus erneut für uns – und zwar,

„dass er euch nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit gebe, durch seinen Geist mit Kraft gestärkt zu werden an dem inneren Menschen.“ (Epheser 3,16)

Wenn das Wirklichkeit wird im Leben eines Christen – wenn wir unser innerer Mensch durch den Geist Gottes gestärkt wird – dann verändern sich auch unsere Beziehungen.

Göttliche Gelegenheiten erkennen und ergreifen

In Kapitel 5 finden wir auch ganz praktische Hinweise.

„kauft die Zeit aus, denn die Tage sind böse.“ (Epheser 5,16)

Letztes Mal hatten wir bereits gelernt, dass dies bedeutet, Gelegenheiten zu erkennen und sie zu nutzen. Ich will dich ermutigen: Halte Ausschau. Achte bewusst auf solche Momente, die Gott dir schenkt. Wenn du erkennst, dass eine Gelegenheit da ist, dann nutze sie! Besonders in deiner Ehe und Familie ist das entscheidend.

Ich erinnere mich immer wieder daran: Es gibt Augenblicke, in denen meine Frau mich braucht. Und dann ist es nicht dran, dass ich irgendetwas anderes mache, das mir vielleicht gerade lieber wäre. Nein – ich erkenne die Gelegenheit und nutze sie. Manchmal bedeutet das, bewusst auf eigene Wünsche zu verzichten.

Auch als Eltern ist es unsere Aufgabe, wachsam zu sein – Ausschau zu halten nach Momenten, in denen wir in unsere Familie investieren können. Ein schönes Beispiel ist die Elternzeit, die heute viele Väter in Anspruch nehmen. Ja, es bedeutet vielleicht, auf Einkommen zu verzichten. Aber es ist eine wunderbare Gelegenheit, in eine Zeit zu investieren, die unwiederbringlich ist: die ersten Jahre der Kinder.

Weißt du, wie du deinen kleinen Kindern zeigst, dass du sie liebst? Du verbringst Zeit mit ihnen. Das stärkt eure Beziehung. Es gibt dir die Gelegenheit, für sie ein Vorbild zu sein. Die Wahrheit ist: Deine Kinder werden größer, und irgendwann ist es für sie nicht mehr so „cool“, mit den Eltern in den Urlaub zu fahren. Sie wollen lieber mit Freunden unterwegs sein. Diese Zeit kommt – und sie kommt nicht zurück. Darum: Kauf die Zeit aus!

Lass dich verändern – der Heilige Geist wirkt in dir

„berauscht euch nicht mit Wein, was Ausschweifung ist, sondern werdet voll Geistes“ (Epheser 5,18).

Vielleicht erinnerst du dich: Das ist ein passiver Imperativ – das bedeutet, du lässt etwas mit dir geschehen. So wie beim Friseur: Du lässt dir die Haare schneiden. Genauso gilt hier: Lass dich von Gott verändern! Was bewirkt es in dir, wenn du voll Geistes wirst?

„Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung.“ (Galater 5,22)

All diese Eigenschaften – wenn sie in dir wachsen – haben einen direkten Einfluss auf deine Beziehungen, deine Ehe, deine Familie. Das sind Persönlichkeitsmerkmale, die im täglichen Miteinander von unschätzbarem Wert sind.

Am Ende von Galater finden wir noch einen Vers, der mich besonders bewegt:

„Wenn wir im Geist leben, so lasst uns auch im Geist wandeln. Lasst uns nicht nach leerem Ruhm streben, einander nicht herausfordern noch einander beneiden!“ (Galater 5,25–26)

Gerade in Konflikten ist das so wichtig. Wenn du dich daran erinnerst, kannst du mit Spannungen ganz anders umgehen. Gott hat uns durch sein Wort alles gegeben, was wir brauchen, um ein Leben zu führen, das ihm gefällt. Und wenn du mal vom Weg abkommst, hat er dir auch gezeigt, wie du wieder zurückfindest. Das ist ein wunderschönes Fundament.

Ich möchte noch einmal unterstreichen: Ehe und Familie sind Gott sehr wichtig. Und wenn etwas Gott wichtig ist, dann können wir in der Bibel viel darüber finden.

Ehe und Familie – ein roter Faden durch die ganze Bibel

Ich möchte dich mitnehmen auf eine kleine Reise durch die Bibel, um dir zu zeigen, wie zentral Ehe und Familie in Gottes Wort sind. Es ist wirklich erstaunlich, wie oft dieses Thema auftaucht – fast in jedem Buch der Bibel:

  1. Mose (Genesis)
    Gleich zu Beginn, im ersten Buch Mose, sehen wir Gottes ursprünglichen Plan für Ehe und Familie. Nachdem Gott Adam geschaffen hatte, heißt es:

„Und Gott der HERR sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die ihm entspricht!“ (1. Mose 2,18)

Gott sieht, dass Adam allein ist, und sagt: “Es ist nicht gut.” Um ihn zu segnen, erschafft er eine Frau – eine Ehefrau. Nicht bloß eine Freundin oder Weggefährtin, sondern eine Frau für die Ehe. Und weil diese Aussage so allgemein gehalten ist, bleibt sie nicht auf Adam beschränkt, sondern offenbart Gottes grundlegenden Weg für uns Menschen.

In 1. Mose steckt noch viel mehr zum Thema Ehe und Familie, was wir uns nächste Woche anschauen.

  1. Mose (Exodus)
    Auch im zweiten Buch Mose finden wir bemerkenswerte Hinweise auf Ehe und Familie. Im Kapitel 12 werden die Regeln für das Passahfest beschrieben – ein zentrales Fest, das im Kreise der Familie gefeiert wird. Das Passalam wird gemeinsam gegessen, nicht in der Synagoge, sondern zu Hause, in der Familie. Dieses Fest weist prophetisch auf Jesus hin, der für uns gestorben und auferstanden ist – als das perfekte Passahlamm.

Dann sehen wir in Kapitel 20 die bekannten Zehn Gebote. Und wenn wir genau hinschauen, sehen wir, dass Drei dieser Gebote dem Schutz der Familie dienen:

  1. „Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass du lange lebest und es dir wohlergehe auf Erden.“
    (2. Mose 20,12 – 4. Gebot)
    Ein klares Gebot an Kinder – mit Verheißung – das die familiäre Ordnung bewahren soll.
  2. „Du sollst nicht ehebrechen.“
    (2. Mose 20,14 – 6. Gebot)
    Gott zeigt damit, wie heilig das Eheversprechen ist und gibt dieses Gebot den Ehepartnern.
  3. „Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau…“
    (2. Mose 20,17 – 10. Gebot)
    Im zehnten Gebot steht die Frau gleich an erster Stelle der Aufzählung – das ist bemerkenswert. Ein deutliches Zeichen dafür, wie das Gott die Ehe vor äußeren Angriffen schützen will – und ein besonderer Hinweis an uns Männer!

In Kapitel 21 geht es noch weiter: Selbst die Ehe von Sklaven wird unter Gottes Schutz gestellt – eine einzigartiger Schutz in der damaligen Welt, in der Sklaven als Besitz galten und keinerlei Rechte hatten. Doch Gott schützt auch ihre Ehe.

  1. Mose (Levitikus)
    Im dritten Buch Mose – mitten im mosaischen Gesetz – finden wir ebenfalls klare Aussagen zur Heiligkeit der Ehe. In Kapitel 20 werden konkrete Gesetze gegeben, die Ehe und Familie schützen sollen. Und du siehst daran, wie ernst es Gott meint: Bei vielen Vergehen wird sogar die Todesstrafe angedroht. Das zeigt, dass Ehe für Gott kein nebensächliches Thema ist, sondern ein heiliger Bund, den er sehr ernst nimmt.

In 4. Mose, als das Volk Israel durch die Wüste zog, gab Gott klare Anweisungen: Wie das Lager aufgebaut wird, wie es abgebaut wird, wo man beginnt – alles war genau strukturiert. Dabei wurde besonders darauf geachtet, dass die Familien zusammenbleiben. Gott wollte nicht, dass sie auseinandergerissen werden. Das zeigt: Familie ist Gott wichtig.

In 5. Mose wird es noch deutlicher. Gott verbietet, dass die Israeliten Ehepartner aus den heidnischen Nationen nehmen. Warum? Weil sie mit diesen Partnern auch fremde Götter und Religionen mit in die Ehe bringen würden. Das hätte sie weg von Gott gezogen.

Und dieses Prinzip gilt auch heute für uns Christen. Es ist ein Gebot, das im Neuen Testament wieder aufgegriffen wird: Ein Christ sollte keinen Nichtchristen heiraten. Mein Rat an dich – besonders an euch junge Menschen, die ihr vielleicht auf der Suche seid: Sucht euch einen Christen. Noch besser: einen reifen Christen. Das ist nicht nur weise, es ist biblisch.

Schauen wir weiter. In Josua finden wir diesen berühmten Vers:

„Ich aber und mein Haus, wir wollen dem Herrn dienen.“ (Josua 24)

„Mein Haus“ – das ist die Familie. Der Glaube ist keine Einzelsache. Es geht darum, dass dein ganzes Haus dem Herrn dient.

Im Buch Richter sehen wir dann, was passiert, wenn man Gottes Anweisungen ignoriert. Das Volk Israel hat sich Männer und Frauen aus den heidnischen Nationen genommen. Die Folge? Gott richtet sie dafür. Warum? Weil Ehe und Familie ihm wichtig sind.

Das Buch Rut: Ein wunderbares Buch in der Bibel über Ehe und Familie. Mit einer herzbewegenden Geschichte von Treue und Liebe. In Kapitel 1 lesen wir von Naomi, die nicht nur ihren Ehemann verliert, sondern auch ihre zwei Söhne sterben. Sie wird zur kinderlosen Witwe. Das war so ziemlich das hoffnungsloseste, was es damals gab. Doch Ruth bliebt ihrer Schwiegermutter Naomi treu, obwohl sie scheinbar keinen Nutzen davon hat. Aber dann kommt eine Liebesgeschichte mit Tiefgang. Ruth und Boas – sie heiraten, bekommen Kinder – und werden Teil von Gottes Heilsplan. Sie stehen im Stammbaum von Jesus (Matthäus 1). Was für eine Ehre!

Hiob: In Kapitel 1 verliert er seine Familie – eine unfassbare Prüfung. Doch am Ende des Buches schenkt Gott ihm eine neue Familie. Am Anfang und am Ende des Buches: Die Familie.

Und dann das Hohelied – ein ganzes Buch, gewidmet der Ehe, besonders der erotischen Seite der Ehe. Dreimal wiederholt Salomo einen Satz, der auch als Refrain des Hohelieds gilt:

„Ich beschwöre euch, ihr Töchter Jerusalems: Erregt und erweckt nicht die Liebe, bis es ihr gefällt!“ (Hohelied 8,4)

Dieser Ruf ist ein Schutz für Ehe und Familie. Er lässt sich auf verschiedene Weise deuten, doch eines möchte ich dir besonders mitgeben: Sex gehört in die Ehe. Die Bedeutung dieser Warnung wird dadurch unterstrichen, dass sie dreimal wiederholt wird.

Ich weiß, das ist ein sensibles Thema. Es gibt viele Verletzungen, viele Schuldgefühle, viele, die sich verurteilt fühlen. Aber ich sage dir: Unser Gott ist ein Gott, der Sünde vergibt. Er kann heilen, was verletzt wurde, reparieren, was zerbrochen ist.

Psalm 68 beschreibt Gott als den, „der Vereinsamten ein Heim gibt“ – er schenkt Familie und Geborgenheit.

Psalm 128 beschreibt den gottesfürchtigen Mann. Wodurch wird er gesegnet? Durch Ehefrau und Kinder.

Maleachi drückt klar aus: Gott hasst die Scheidung (2,16), aber er liebt den Familienbund. Und er sagt uns, was das Ziel ist: Gottgefällige Kinder (2,15).

Wenn du dir die ganze Bibel ansiehst – Buch für Buch –, wirst du erkennen: Ehe und Familie sind Gott heilig. Und ich wünsche mir, dass genau das bei dir hängen bleibt. Wenn du in deine Ehe investierst, wenn du dich für deine Familie einsetzt, dann gibst du Gott die Ehre.

In den Evangelien sehen wir, dass Jesus diejenigen zurecht weist, die die Heiligkeit der Ehe angreifen:

„Was Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden.“ (Matthäus 19,4–6)

Markus 10,6–9: Die Ehe wird zurückgeführt auf die Schöpfungsordnung – 1. Mose – von Anfang an war sie Teil von Gottes Plan.

Lukas 16,18: Eine klare Aussage gegen Scheidung und Wiederheirat:

Jeder, der sich von seiner Frau scheidet und eine andere heiratet, der bricht die Ehe, und jeder, der eine von ihrem Mann Geschiedene heiratet, der bricht die Ehe.(Lukas 16,18)

  1. Korinther 7 gibt uns sehr detaillierte Anweisungen zu Single-Sein, Heiraten, Scheidung und Wiederheirat. Es geht um Ordnung, Klarheit, Verantwortung.

Und schließlich die Offenbarung, Kapitel 19,7:
„Die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und seine Frau hat sich bereit gemacht.“
Das Lamm ist Jesus – und wir sind seine Frau. Ehe ist so heilig, so bedeutend, dass sie als Bild für unsere Beziehung zu Christus verwendet wird. Und diesen Vergleich zieht auch Paulus:

Dieses Geheimnis ist groß; ich aber deute es auf Christus und auf die Gemeinde. (Epheser 5,32)

Noch ein Gedanke zum Schluss: Du kennst vielleicht den Spruch „Happy wife, happy life.“ Da steckt etwas Wahres drin. Aber weißt du was? Als Christen sind wir zu etwas Höherem berufen, als nur ein schönes Leben zu führen. Der Sinn deines Lebens ist nicht dein persönliches Glück. Der Sinn ist: Gott zu gefallen. Selbst wenn es schwer ist, selbst wenn deine Ehe durch schwierige Zeiten geht – du kannst Gott die Ehre geben.