Teil 3: Männer, liebt eure Frauen!

Zusammenfassung:

In Epheser 5,25–29 werden Männer aufgerufen, ihre Frauen mit einer Liebe zu lieben, die tiefer geht als bloße Gefühle oder Sympathie. Diese Liebe ist Agape-Liebe – eine bewusste Entscheidung, die sich selbst hingibt und keine Gegenleistung erwartet. Jesus ist das vollkommene Vorbild, der seine Gemeinde liebt, ihr dient und sie durch sein Opfer heiligt und erneuert. Ehe ist daher kein Ort bloßen Zusammenlebens, sondern ein Raum, in dem Christusähnlichkeit wachsen soll und das Evangelium sichtbar werden soll. Als ein Fleisch berufen, sollen Mann und Frau gemeinsam auf Christus ausgerichtet leben und ihre Ehe als Zeugnis seiner Liebe gestalten.

Passivität :-(

Ein Thema, das viele Ehen zutiefst belastet, ist emotionale Distanz und Einsamkeit – verursacht durch passive und desinteressierte Ehepartner, insbesondere durch Männer. Das zeigt eine amerikanische Studie von Laura Doyle aus dem vergangenen Jahr. 41,9 % der befragten Ehepaare benennen dies als ihr zentrales Problem. Das darf uns nicht kaltlassen! Wir Männer dürfen das nicht ignorieren!

Männer, heute geht es um uns! Um diejenigen, die bereits Ehemänner sind – und um diejenigen, die, wenn es Gottes Wille ist, eines Tages Ehemänner werden. Jetzt ist die Zeit, sich damit zu beschäftigen. Denn wir wollen uns heute erneut den Versen aus dem Epheserbrief zuwenden, in denen Paulus über die Ehe spricht. Dort gibt er klare und praktische Anweisungen – an Frauen und an Männer.

Der 30. Juni 2012 war der Tag, an dem Elsa und ich geheiratet haben – über 13 Jahre her. Und ich bin zutiefst dankbar, dass Gott Elsa in mein Leben gestellt hat. Aber ich stehe nicht hier als ein perfekter Ehemann. Ganz im Gegenteil! Mir ist heute mehr bewusst denn je, wie sehr ich Gottes Hilfe brauche, um ein Ehemann zu sein nach seinem Willen und seinem Herzen.

Ehe bedeutet für mich vor allem eines: Heiligung. Ehe ist ein Ort, an dem wir gemeinsam wachsen – auf Christus hin, der das Haupt ist. Sie fordert uns heraus. Sie formt uns. Und sie macht uns, wenn wir Gott folgen, Jesus ähnlicher. Deshalb bin ich heute hier – weil ich gemeinsam mit dir unter Gottes Wort kommen will. Weil ich lernen will, was es bedeutet, ein Ehemann zu sein, wie Gott es meint.

Der Prüfstein des Glaubens

Wir als Gemeinde haben uns bereits in den letzten zwei Sonntagen mit dem Thema Ehe beschäftigt. Es gab eine Einleitung, dann sprachen wir über die Rolle der Frau – heute geht es um den Mann. Wir tun das nicht oberflächlich, sondern nehmen uns bewusst Zeit. Warum? Weil wir als Calvary Chapel Heidelberg danach streben, in der Erkenntnis und Liebe Christi zu wachsen. Wie geschieht dieses Wachstum? Besonders in den Beziehungen, die uns am nächsten sind: Ehe, Familie. Doch warum haben wir gerade in diesen nahen Beziehungen oft die größten Kämpfe? Ein Grund ist, dass die Folgen unserer Sünde und Selbstbezogenheit vor diesen Beziehungen nicht haltmachen. Unsere menschliche Natur bringt Zerbruch – auch in die Ehe. Und genau hier brauchen wir das Evangelium.

Nur durch das Evangelium, das an uns wirkt, das uns verändert, werden wir überhaupt fähig, Beziehungen so zu leben, wie Gott es will. Hier zeigt sich der ultimative Test: Hat Jesus uns wirklich verändert? Hat das Evangelium uns wirklich ergriffen? Werden wir ihm ähnlicher – so sehr, dass die Menschen, die uns am nächsten stehen, das auch sehen und daran teilhaben können?

Wir lesen den Predigttext für heute:

25 Ihr Männer, liebt eure Frauen, gleichwie auch der Christus die Gemeinde geliebt hat und sich selbst für sie hingegeben hat, 26 damit er sie heilige, nachdem er sie gereinigt hat durch das Wasserbad im Wort, 27 damit er sie sich selbst darstelle als eine Gemeinde, die herrlich sei, sodass sie weder Flecken noch Runzeln noch etwas Ähnliches habe, sondern dass sie heilig und tadellos sei. 28 Ebenso sind die Männer verpflichtet, ihre eigenen Frauen zu lieben wie ihre eigenen Leiber; wer seine Frau liebt, der liebt sich selbst. 29 Denn niemand hat je sein eigenes Fleisch gehasst, sondern er nährt und pflegt es, gleichwie der Herr die Gemeinde. (Epheser 5,25-29)

Letzte Woche haben wir uns etwa 50 Wörter angeschaut, die Paulus an die Frauen richtet. Heute kommen wir zu den ungefähr 150 Wörtern, die an uns Männer gerichtet sind. Wenn Paulus bei Vers 24 aufgehört hätte, hätten Frauen vielleicht gedacht, alles hänge nur an ihnen. Doch genau das tut Paulus nicht – ganz bewusst spricht er nun uns Männer direkt an.

Was ist unsere Aufgabe als Ehemänner?

„Ihr Männer, liebt eure Frauen“ (Epheser 5,25)

das ist Gottes Auftrag an dich, wenn du verheiratet bist. Diese Liebe ist keine optionale Empfehlung, sondern ein klarer Wille Gottes für deine Ehe.

Um zu verstehen, was diese Liebe bedeutet, nutzt Paulus drei Bilder:

  1. Die Art der Liebe, nämlich Agape
  2. Das Vorbild Jesu
  3. Die Einheit von Mann und Frau als „ein Fleisch“

Agape-Liebe

Fangen wir mit dem Begriff Agape-Liebe an. Paulus hätte im Griechischen mehrere Begriffe für Liebe zur Verfügung gehabt. Er hätte „Eros“ sagen können – das ist die Liebe, die aus Verlangen kommt. Oder „Storge“, eine familiäre Liebe, wie zwischen Eltern und Kindern. Oder „Philia“, die freundschaftliche Liebe, die auf gemeinsamen Interessen basiert. Alle diese Arten der Liebe haben mit Emotion, Instinkt und gefühlter Nähe zu tun – sie kommen aus dem Herzen.

Aber Paulus wählt bewusst nicht diese Worte. Er sagt nicht: „Hab romantisches Begehren für deine Frau“, oder „Sei nett zu ihr, weil sie zur Familie gehört“, oder „Mag sie, weil ihr dieselben Hobbys habt“. Nein, Paulus sagt:

„Agape“ deine Frau!

Diese Liebe ist etwas Höheres. Sie kommt nicht primär aus Gefühl, sondern aus deiner Entscheidung, aus Willen, aus Verstand. Agape ist eine selbstlose, sich hingebende Liebe. Sie liebt auch den Unliebsamen. Sie liebt weiter, auch wenn keine Liebe zurückkommt. Sie gibt, ohne Rückzahlung zu erwarten. Sie will geben, nicht empfangen.

Das ist die Liebe, zu der du als Ehemann berufen bist. Nicht nur nett sein, nicht einfach nur respektvoll – sondern eine Liebe leben, die konstant und selbstverleugnend ist.

Das Vorbild Jesu

Paulus gibt uns noch ein stärkeres Bild:
„Gleichwie auch der Christus die Gemeinde geliebt hat und sich selbst für sie hingegeben hat“ (Epheser 5,25).

Das ist unser Maßstab. So wie Jesus die Gemeinde liebt – so sollen wir unsere Frauen lieben. Das ist keine romantische Schwärmerei, sondern eine tiefe, hingebungsvolle Liebe, die bereit ist, sich selbst zu opfern.

Jesus hat uns geliebt, obwohl wir untreu und unwürdig waren.
Er hat sich bewusst entschieden, uns zu lieben.
Er hat den vollen Preis für unsere Schuld bezahlt – am Kreuz.
Er hat alles gegeben, um uns zu retten.
Er hat die ganze Last der Sünde getragen.
Und seine Liebe ist selbstlos, beständig und echt – aus seinem Herzen für uns.

Und genau diese Liebe ist der Maßstab, an dem du dich als Ehemann messen lassen musst.

Gottes Idee von Ehe ist nicht einfach eine nette, funktionierende Partnerschaft. Ehe soll auf etwas viel Größeres hinweisen: auf den ewigen Bund zwischen Christus und der Gemeinde. Deine Ehe ist ein lebendiges Zeugnis für diese Wahrheit. Deshalb ist es so wichtig, dass du deine Aufgabe kennst: Leite nicht autoritär, sondern liebe dienend.

In der Welt bedeutet „Haupt sein“ oft: Ich bestimme, du folgst. Aber in Gottes Ordnung bedeutet Hauptsein: Ich kümmere mich um dich. Ich diene dir. Ich gebe mich für dich hin. Und du bist gerufen, genau das zu leben – nicht durch deine eigene Kraft, sondern im Vorbild und in der Kraft Christi.

In Vers 26 lesen wir weiter:

„Damit er sie heilige, nachdem er sie gereinigt hat durch das Wasserbad im Wort.“

Verstehst du, wie sehr Jesus dich liebt – dich als Teil seiner Gemeinde? Er liebt dich so sehr, dass er dich reinigt und heiligt. Und dieses „Wasserbad im Wort“ zeigt dir, was Jesus am Kreuz für dich getan hat. Seine Tat, sein Opfer, sein Werk am Kreuz – es kommt zu dir durch sein Wort, durch die Verkündigung, durch das Lesen und Hören. Genau dadurch wirkt er Reinigung und Heiligung in dir. Wenn du sein Wort liest, dann spürst du, wie er in dir wirkt. Du merkst, dass er dich heiligt, dich verändert, dich erneuert. Denn das ist, was Jesus tut – für dich als Teil seiner Gemeinde.

Natürlich kannst du als Ehemann deine Frau nicht auf dieselbe Weise heiligen, wie Jesus es mit der Gemeinde tut. Aber wenn du deine Frau wirklich liebst, dann wünschst du dir nichts mehr, als dass sie geistlich wächst. Du willst, dass sie in ihrer Beziehung zu Gott aufblüht. Deshalb fragst du sie: Wie geht es dir? Wo bist du geistlich gerade herausgefordert? Was spricht Gott zu dir durch sein Wort? Und du fragst sie: Wie kann ich für dich beten? – und du tust es.

„Damit er sie sich selbst darstelle als eine Gemeinde, die herrlich sei, so dass sie weder Flecken noch Runzel noch etwas Ähnliches habe, sondern dass sie heilig und tadellos sei.“ (Epheser 5, 27)

Was für ein gewaltiges Bild! Jesus und seine Braut – du bist Teil dieser Braut! Und er bereitet dich vor, wie für eine Hochzeit. In seiner Liebe macht er dich schön, reinigt dich, heiligt dich, nimmt dir Flecken und Runzeln ab. Er will dich heilig und tadellos vor sich darstellen. Dafür tut er alles. Er hat am Kreuz alles vollbracht. Und er tut es jetzt – er nimmt sich Zeit, um dich in Liebe vorzubereiten.

Doch wie oft sehen wir noch so viel Unvollkommenes an uns selbst? Wie oft sehen wir die Fehler in uns oder auch in der Gemeinde, bei unseren Brüdern und Schwestern? Und wir fragen uns: Wer kann uns jemals so schön machen? Wer kann uns heiligen? Wer kann uns wirklich bereit machen als herrliche Braut für Jesus?

Die Antwort ist: Jesus kann es. Nur er. Und er tut es!

Er nimmt dir deine Flecken weg. Er bereitet dich vor für die Hochzeit, zu der du eingeladen bist. Und genau das bedeutet es, wenn wir sagen: Jesus heiligt dich. Was ich besonders erstaunlich finde, ist: Er gebraucht die Ehe dafür. Kein Mensch kennt dich so gut wie dein Ehepartner. Und niemand hält dir den Spiegel deiner eigenen Schwächen so deutlich vor wie dein Ehepartner. Ehe ist der Ort, wo dein Egoismus sichtbar wird. Wo du deine Bequemlichkeit erkennst. Wo dein sündiges Herz offenbar wird.

Aber genau dort will Gott dich heiligen.

Die Ehe ist seine Idee – damit du wächst. Damit du lernst, umzukehren, Buße zu tun, zu vergeben, wenn du verletzt wurdest. Damit du lernst, den anderen höher zu achten als dich selbst. Damit deine Christusähnlichkeit nicht nur Theorie bleibt, sondern gelebte Realität wird. Und genau dort merkst du: Du bist auf Jesus angewiesen.

Schau dir die Bühnendeko an – dieses Dreieck. Es stellt zwei Ehepartner dar, die sich gemeinsam auf Gott hin bewegen. Oben, in Gold, steht seine Herrlichkeit. Und je näher du und dein Partner euch Gott zuwendet, desto näher kommt ihr euch auch gegenseitig. Dann fängt euer Leben an aufzublühen. Dann beginnt Ehe zu funktionieren, wie Gott sie gedacht hat.

Das feste Fundament? Das ist Christus. Er trägt dich. Er heiligt dich. Er liebt dich.

Wie kannst du als Mann deine Frau so lieben, wie Christus die Gemeinde geliebt hat?

Du kannst es nicht aus dir selbst heraus tun. Diese Art von Liebe ist nur möglich in der völligen Abhängigkeit zu Christus. Das Evangelium verändert dich, der Heilige Geist heiligt dich, erfüllt dich mit seiner Liebe und macht dich dadurch fähig, diese Liebe weiterzugeben – auch an deine Frau.

„Wir lieben, weil er uns zuerst geliebt hat.“
(1. Johannes 4,19)

Weil du Gottes Agape-Liebe selbst erfahren hast – immer wieder –, wirst du überhaupt erst fähig zu lieben. Diese Liebe ist ausgegossen in dein Herz durch den Heiligen Geist:

„Die Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden, denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist. Denn Christus ist, als wir noch kraftlos waren, zur bestimmten Zeit für Gottlose gestorben. Nun stirbt kaum jemand für einen Gerechten, für einen Wohltäter entschließt sich vielleicht jemand zu sterben. Gott aber beweist seine Liebe zu uns dadurch, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.“ (Römer 5,5-8)

Du musst nicht deine eigene Liebe „produzieren“. Stattdessen bist du wie ein Glas Wasser: Lass dich füllen von Gottes Liebe, bis es überläuft – und dieses Überfließen trifft zuerst deine Frau, die dir am nächsten steht.

Ich erinnere dich auch an das Gebet des Paulus in Epheser 3,17-19. Dort betet er, dass Christus durch den Glauben in unseren Herzen wohnt, damit wir in Liebe gewurzelt und gegründet sind. Dann können wir mit allen Heiligen erfassen, wie breit, lang, hoch und tief die Liebe Christi ist – eine Liebe, die alle Erkenntnis übersteigt:

„… damit ihr erfüllt werdet bis zur ganzen Fülle Gottes.“

Hier beginnt wahre Liebe zu deiner Frau – auf den Knien im Gebet. Bete immer wieder: „Herr, lass mich deine Liebe erkennen und in deiner Liebe wachsen.“ Nur so wirst du fähig zu lieben, wie er liebt. Und was Gott in deinem Leben tut, soll überfließen zu deiner Frau.

Die Einheit von Mann und Frau als „ein Fleisch“

Ein weiterer Grund, warum du deine Frau lieben sollst, liegt in der Einheit der Ehe:

„Ebenso sind die Männer verpflichtet, ihre eigenen Frauen zu lieben wie ihre eigenen Leiber. Wer seine Frau liebt, der liebt sich selbst. Denn niemand hat je sein eigenes Fleisch gehasst, sondern ernährt und pflegt es, gleichwie der Herr die Gemeinde.“ (Epheser 5,28-29)

Du sollst nicht mehr nur als Einzelner denken, sondern als Einheit – ein Fleisch mit deiner Frau. Wie Martin Lloyd-Jones sagte: “Der Ehemann muss erkennen, dass seine Frau ein Teil von ihm selbst ist. Das ist nicht instinktiv, das musst du lernen. Die ganze Bibel lehrt es. Du und deine Frau, ihr seid nicht zwei – ihr seid eins”.

Praktisch heißt das: Alles, was du tust, um deine Frau zu lieben, in sie zu investieren, sie zu versorgen, zu nähren und zu pflegen – das tust du in eure Einheit hinein. Ihr seid ein Team. Vergesst nicht das gemeinsame Ziel, das Gott euch gegeben hat.

Ich sehe darin ein starkes Bild: Die Bibel beschreibt unser Leben wie einen Wettlauf des Glaubens:

„Da wir nun eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, so lasst uns jede Last ablegen und die Sünde, die uns so leicht umstrickt. Und lasst uns mit Ausdauer laufen in dem Kampf, der vor uns liegt, indem wir hinschauen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens.“ (Hebräer 12,1-2)

Gott hat uns in der Ehe zusammengestellt, damit wir diesen Lauf gemeinsam rennen – Seite an Seite. Nicht alleine. Nicht gegeneinander. Sondern miteinander, mit dem klaren Ziel: am Ende unseres Lebens bei Christus anzukommen. Wie tragisch wäre es, kurz vor der Ziellinie aufzugeben?

Ich stelle mir vor, mit meiner Frau Elsa diesen Lauf zu beenden, erschöpft, aber voller Freude, wenn ich sie dem Herrn präsentieren darf – heilig und tadellos, zusammen mit der ganzen Gemeinde. Und wenn Jesus dann sagt: „Gut gemacht, du treuer Knecht.“
Was für ein Moment!

Du bist berufen, für deine Ehe und für deine Frau zu kämpfen, sie zu lieben, wie Christus die Gemeinde geliebt hat – in jeder Herausforderung, in jeder Phase. Du bist eins mit ihr. Und du sollst nicht aufhören zu laufen – bis ihr gemeinsam die Ziellinie überquert.

Nähren und Pflegen: Wahre Liebe in der Ehe

„Denn niemand hat je sein eigenes Fleisch gehasst, sondern ernährt und pflegt es, gleich wie der Herr die Gemeinde.“
(Epheser 5,29)

Verstehst du, was das bedeutet? Paulus verwendet hier ein vollkommen logisches, natürliches Argument – etwas, das selbst ein sehr rational denkender Mensch sofort nachvollziehen kann: Wir kümmern uns um unseren eigenen Körper, weil wir wissen, dass er Fürsorge braucht. Wenn wir hungrig sind, essen wir. Wenn wir müde sind, schlafen wir. Wir kleiden uns, treiben vielleicht Sport, investieren Zeit und Geld, um gesund zu bleiben. Warum? Weil es selbstverständlich ist.

Und jetzt stelle dir die Frage: Wie viel Mühe und Zeit investierst du bewusst, um deine Frau zu lieben? Sie zu nähren, zu pflegen, dich wirklich um sie zu kümmern? Denn genauso wie du dich um deinen Körper sorgst, bist du aufgerufen, dich um sie zu sorgen – damit eure Einheit vor Gott gesund bleibt und ihr langfristig gemeinsam Gott dienen könnt.

Ehe als Spiegel der Liebe Christi

Ganz am Ende dieses Verses heißt es nochmals:

„Gleichwie der Herr die Gemeinde.“

Paulus weist uns immer wieder auf Christus hin. Er ist das Haupt – wir sind sein Leib. Er kümmert sich um uns, versorgt uns, pflegt uns, nährt uns durch sein Wort, damit wir stark werden und im Glauben wachsen. Das ist keine abstrakte Wahrheit, sondern ein praktischer Ausdruck seiner Liebe. Und genau so sollen auch wir – du – deine Frau lieben.

Du sollst sie nähren. Pflegen. Dich hingeben. Ganz praktisch. Weil Christus unser Vorbild ist. Weil eure Ehe ein Bild ist für eine tiefere, herrlichere Wahrheit: die Beziehung zwischen Christus und seiner Gemeinde. Deine Ehe ist nicht nur für euch zwei da. Sie soll auf etwas Größeres hindeuten. Sie soll auf Christus zeigen.

An der Art, wie du deine Frau liebst und dich um sie sorgst, sollen deine Kinder, deine Frau, ja sogar die Welt um dich herum erkennen, wie Christus seine Gemeinde liebt. Das ist deine Berufung.

Jetzt frag dich: Wie kannst du das diese Woche praktisch leben?
Wo hat es vielleicht in der Vergangenheit schon gut funktioniert zwischen euch?
Was sind kleine, aber hilfreiche Schritte, um deiner Frau deine Liebe zu zeigen?

Warte nicht darauf, dass sie den Anfang macht – du bist das Haupt. Du bist aufgerufen, Initiative zu ergreifen. Vielleicht bedeutet das, euch regelmäßig Zeit füreinander zu nehmen – bei einem Spaziergang, zu Hause, im Café. Meine Frau und ich nennen das „Connect Time“ – bewusst eingeplante Momente, um uns auszutauschen, zu hören, füreinander zu beten.

Ein guter Start kann sein, gemeinsam Epheser 5,21–33 zu lesen, darüber zu reden, was ihr über Christus lernt – und wie ihr das in eurer Ehe umsetzen könnt.

Und wenn du merkst, dass sich über die Jahre Passivität oder Halbherzigkeit eingeschlichen hat – dann tue Buße. Kehre um. Vielleicht sind auch Verletzungen da, dann vergebe und bitte um Vergebung. Lass Gott an diese Wunden ran, damit er Heilung und Wiederherstellung bringen kann.

Lerne von Christus, wie er liebt. Liebe deine Frau, entscheide dich jeden Tag neu dazu,
gib dich selbstlos für sie hin, versorge sie, kümmere dich liebevoll um sie.

So verliert ihr euer gemeinsames Ziel nicht aus den Augen – und richtet eure Ehe neu auf Christus aus, der das Haupt ist – über die Gemeinde und über eure Ehe.