Gott möchte uns begegnen

In unserer Sommerpredigtreihe als Gemeinde haben wir uns das Thema „Heldengeschichten“ vorgenommen. Zwei Dinge faszinieren mich daran immer wieder: Zum einen ist Gott ein Gott, der aktiv in der Geschichte der Menschheit handelt. Zum anderen ist er ein Gott, der gemeinsam mit einfachen Menschen Geschichte schreibt.

Mein Gebet ist, dass wir durch diese Heldengeschichten in unserem Glauben gestärkt werden. In Hebräer 11 werden verschiedene Glaubenshelden aufgelistet. Diese Wolke von Zeugen wie es dort heißt soll uns ermutigen, im Glauben zu stehen, indem wir auf den schauen, der der Anfänger und Vollender unseres Glaubens ist: Jesus Christus. Auf ihn wollen wir sehen, den Held aller Helden.

Nachdem wir uns in den letzten zwei Wochen David und Naaman angeschaut haben, wollen wir uns heute Gideon anschauen und sehen, wie Gott mit Gideon Geschichte geschrieben hat. Dabei sehen wir, wie Gott durch einen einfachen Menschen sein Volk befreit.

Der Kreislauf der Untreue

Bevor wir mit Gideon starten, müssen wir verstehen, in welcher Situation sich Israel zu dieser Zeit befindet.

Im Buch der Richter begegnet uns immer wieder derselbe Kreislauf: Das Volk Israel wird Gott untreu und wendet sich von ihm ab. Darauf folgen die Konsequenzen seiner Untreue, und Israel gerät in die Hand seiner Feinde. In seiner Not schreit das Volk zum Herrn. Gott hört ihr Schreien und beruft einen Richter, durch den er sein Volk aus der Hand seiner Feinde befreit. Doch nach der Befreiung wird Israel erneut untreu – und der Kreislauf beginnt von vorne.

Genau an einem solchen Punkt beginnt die Geschichte von Gideon:

„Und die Kinder Israels taten wieder, was böse war in den Augen des Herrn; da gab sie der Herr in die Hand der Midianiter sieben Jahre lang.“ (Richter 6,1)

Hier befinden wir uns mitten in diesem Kreislauf. Das Volk ist in die Hand der Midianiter geraten.

Vers 1 sagt ganz klar, dass der Herr selbst Israel in die Hand der Midianiter gegeben hatte.

Warum? Gottes Herz war es nicht, dass sie ein Leben getrennt von ihm führten. Sein Herz war es, dass sie zu ihm umkehrten.

Und es geschah, wenn Israel etwas gesät hatte, so kamen die Midianiter und Amalekiter und die Söhne des Ostens gegen sie herauf; 4 und sie lagerten sich gegen sie und verwüsteten den Ertrag des Landes bis hin nach Gaza und ließen keine Lebensmittel übrig in Israel, auch keine Schafe, Rinder und Esel; (Richter 6,3-4)

Die Midianiter waren Israel überlegen. Immer wenn die Ernte reif war, kamen sie und zerstörten sie. Für die Israeliten blieb nichts übrig. Aus Angst suchten sie Schutz in Schlupfwinkeln, Höhlen und Bergfesten.

Du musst dir vorstellen, wie groß diese Angst gewesen sein muss. Sie verloren nicht nur den Ertrag ihrer harten Arbeit, sondern fürchteten auch um ihr Leben. Schließlich schrien sie zu Gott:

So wurde Israel durch die Midianiter sehr geschwächt. Da schrien die Kinder Israels zum HERRN. (Richter 6,6)

Was tut Gott? Zuerst sendet er einen Propheten. Dieser erinnert das Volk daran, dass Gott sie aus Ägypten befreit hatte. Gleichzeitig macht er deutlich, dass sie nicht auf Gottes Stimme gehört, sondern anderen Göttern gedient hatten. Deshalb befanden sie sich nun in dieser Situation.

Ein überraschender Kandidat: Gideon

Dann, ab Vers 11, beginnt Gottes Befreiung auf eine überraschende Weise: Der Herr begegnet Gideon und beruft ihn. Und wo finden wir diesen zukünftigen Befreier Israels? Nicht auf einem Schlachtfeld und nicht an der Spitze einer Armee.

Und sein Sohn Gideon drosch Weizen in der Kelter, um ihn vor den Midianitern in Sicherheit zu bringen. (Richter 6,11)

Gideon drischt Weizen in einer Weinkelter. Das war ein ungewöhnlicher und versteckter Ort dafür. Weizen wurde normalerweise im Freien gedroschen, wo Wind die leichtere Spreu davontragen konnte. Doch Gideon wollte nicht gesehen werden, denn der Text sagt ausdrücklich, dass er den Weizen dort drosch, um ihn vor den Midianitern in Sicherheit zu bringen.

Gideon hatte Angst, dass auch ihm die Ernte gestohlen werden könnte. Und genau zu diesem Gideon spricht der Engel des Herrn:

Da erschien ihm der Engel des HERRN und sprach zu ihm: Der HERR ist mit dir, du tapferer Held! (Richter 6,12)

Gideon denkt wahrscheinlich: Sehr lustig. Ich, ein tapferer Held? Machst du dich über mich lustig? Siehst du, wo ich gerade bin, um meinen Weizen zu dreschen?

Gideons ehrliche Fragen

Gideons Antwort ist faszinierend:

„Ach, mein Herr, wenn der Herr mit uns ist, warum hat uns dann dies alles getroffen? Und wo sind all seine Wunder, von denen unsere Väter erzählten, indem sie sprachen: Hat uns der Herr nicht aus Ägypten herausgeführt? Nun aber hat uns der Herr verlassen und in die Hand der Midianiter gegeben.“

Ich finde Gideon von Beginn an sympathisch, weil er so ehrlich ist. Er gibt keine höfliche Antwort mit aufgesetzter Miene, sondern sagt geradeheraus, was er denkt.

Mitten in dieser schweren Situation sieht er nichts davon, dass der Herr mit ihnen ist. Deshalb fragt er ehrlich: Wenn der Herr mit uns ist, warum hat uns dann das alles getroffen?

Wir sehen daran: Ehrliche Fragen sind erlaubt. Gott kennt diese Fragen ohnehin schon, bevor wir sie aussprechen. Er kennt uns durch und durch.

Bei Gideon schwingt dabei mehr mit als nur eine Frage. Da sind auch Resignation, vielleicht Verärgerung oder Enttäuschung. Am Ende von Vers 13 sagt er:

„Nun aber hat der Herr uns verlassen und in die Hand der Midianiter gegeben.“

Gerade darin sehen wir aber auch, dass Gideon ein ernsthaftes Problem mit dem Zustand hat, in dem sich das Volk befindet. Das kann ein Anzeichen für ein echtes Anliegen sein, dass sich etwas verändern soll. Und genau dieses Anliegen kann Gott gegeben sein und von Gott gebraucht werden, um Veränderung zu bringen.

Gott beruft Gideon trotzdem

Dann spricht der Herr zu Gideon und antwortet ihm:

„Geh hin in dieser deiner Kraft. Du sollst Israel aus der Hand der Midianiter retten. Habe ich dich nicht gesandt?“ (Richter 6,14)

Das ist verrückt: Gott hört seine Rückfrage, kennt Gideon und weiß, was er gerade tut. Und trotzdem beruft und sendet er ihn für diesen Auftrag.

Es war auch nicht nur irgendein Auftrag. Es war ein großer Auftrag und Aufgabe, die Gideon vom Herrn bekommen hat.

Doch anstatt hochmotiviert und kommandobereit dazustehen, bringt Gideon direkt den nächsten Einwand. In Vers 15 sagt er:

„Ach, mein Herr, womit soll ich Israel retten? Siehe, meine Sippe ist die Geringste in Manasse und ich bin der Kleinste im Haus meines Vaters.“

Gideon hat Angst, stellt ehrliche Fragen und hält sich selbst für unbedeutend. Er ist alles andere als der perfekte Kandidat für eine Heldengeschichte.

Und genau diesen Gideon beruft Gott.

Das bringt uns zu einem ersten Gedanken aus diesem Text: Gott ist ein vollkommener Gott, der einfache und unvollkommene Menschen beruft.

Paulus greift dieses Prinzip im Korintherbrief auf.

„Seht doch eure Berufung an, ihr Brüder! Da sind nicht viele Weise nach dem Fleisch, nicht viele Mächtige, nicht viele Vornehme.“ (1. Korinther 1,26)

Auch bei den zwölf Jüngern Jesu sehen wir dieses Prinzip. Unter ihnen waren einfache Leute, Fischer und Zöllner. Gottes Wort zeigt uns immer wieder, wie ein vollkommener Gott unvollkommene Menschen beruft und mit ihnen Geschichte schreibt. Gerade darin sehen wir seine Größe und seine Gnade.

Doch warum kann Gott einen Gideon für einen solchen Auftrag berufen?

Der Schlüssel: Gott ist mit Gideon

Gideon fragt im Grunde: „Womit soll ich Israel retten?“ Er schaut auf sich selbst, auf seine Herkunft und seine eigene Bedeutungslosigkeit.

Doch Gottes Antwort richtet Gideons Blick weg von sich selbst. In Vers 16 sagt der Herr:

„Der Herr aber sprach zu ihm: Weil ich mit dir sein will, wirst du die Midianiter schlagen wie einen einzigen Mann.“ (Richter 6,16)

Das ist der entscheidende Schlüssel!

Gott antwortet nicht, indem er Gideon auf seine verborgenen Fähigkeiten oder seine eigene Größe hinweist. Es geht nicht um Gideons Ansehen, seine Weisheit oder seine Stärke. Die entscheidende Zusage lautet: „Ich will mit dir sein.“

Das ist das Prinzip, wie Gott Geschichte mit unvollkommenen Menschen schreibt. Er beruft einfache Menschen, die ihr Vertrauen auf ihn setzen und sich von ihm abhängig machen.

Gideons Auftrag gründet nicht in seiner eigenen Kraft, sondern in Gottes Gegenwart.

Dasselbe Muster sehen wir auch im Missionsbefehl. Jesus gibt seinen Jüngern einen gewaltigen Auftrag:

„Geht nun hin, macht zu Jüngern alle Völker.“ (Matthäus 28,19)

Und diesen Auftrag verbindet er mit der Zusage:

„Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Weltzeit.“

Genauso verspricht der Herr Gideon:

„Weil ich mit dir sein will, wirst du die Midianiter schlagen.“ (Richter 6,16)

Das gibt auch dir und mir Hoffnung. Vielleicht bist du in manchen Momenten von Angst erfüllt. Vielleicht hast du Zweifel und ehrliche Fragen oder kommst dir angesichts einer Aufgabe einfach zu klein vor.

Dann erinnere dich an diese Wahrheit aus Gottes Wort: Gott beruft einfache und unvollkommene Menschen. Entscheidend ist nicht unsere eigene Größe, sondern der Gott, von dem wir abhängig sind und der mit uns ist.

Gott bestätigt Gideon mit einem Zeichen

Gott hat Gideon also berufen und ihm seine Gegenwart zugesagt. Doch Gideons Unsicherheit ist damit noch nicht verschwunden. Er bittet den Herrn um Bestätigung.

Er aber sprach zu ihm: Wenn ich denn Gnade vor dir gefunden habe, so gib mir ein Zeichen, dass du es bist, der mit mir redet. (Richter 6,17)

In Vers 17 bittet Gideon den Herrn zu warten, während er eine Gabe vorbereitet. Dadurch möchte er Gewissheit bekommen, dass es wirklich der Herr, der Engel des Herrn, ist, der mit ihm redet.

Der Engel des Herrn sagt, dass er warten wird.

Er sprach: Ich will bleiben, bis du wiederkommst! (Richter 6,18)

Gideon geht los, bereitet seine Gabe vor und bringt sie zurück. Der Engel des Herrn fordert ihn auf, das Fleisch und das ungesäuerte Brot auf den Felsen zu legen und die Brühe darüberzugießen.

Gideon tut es. In Vers 21 heißt es:

„Da streckte der Engel des Herrn die Spitze des Stabes aus, den er in der Hand hatte, berührte das Fleisch und das ungesäuerte Brot; da stieg Feuer auf von dem Felsen und verzehrte das Fleisch und das ungesäuerte Brot. Und der Engel des Herrn verschwand vor seinen Augen.“

Jetzt erkennt Gideon, wer ihm begegnet ist:

„Wehe mir! Ich habe ihn von Angesicht zu Angesicht gesehen.“ (Richter 6,22)

Gott bestätigt Gideon auf diese Weise in seiner Berufung. Nicht, weil Gideon dieses Zeichen verdient hätte oder weil Gottes vorherige Berufung nicht ausgereicht hätte. Trotzdem nimmt der Herr Gideons Bedürfnis nach Bestätigung ernst und gibt ihm dadurch Sicherheit.

Gideons erster Auftrag

Direkt danach gibt Gott Gideon einen herausfordernden ersten Auftrag:

Und in jener Nacht sprach der HERR zu ihm: Nimm den Stier, der deinem Vater gehört, und zwar den zweiten Stier, der siebenjährig ist, und reiße den Altar des Baal nieder, der deinem Vater gehört … (Richter 6,25)

Er soll den Baalsaltar seines eigenen Vaters niederreißen, einen neuen Altar für den Herrn bauen und das Holz des Aschera-Bildes als Feuerholz verwenden.

Und Gideon tut es – er wartet zwar bis es Nacht wird, aber dann tut er es so wie der Herr es ihm gesagt hat.

Wir sehen: Gideon beginnt, dem Auftrag Gottes zu gehorchen, auch wenn seine Angst damit nicht einfach verschwunden ist.

Später, in Vers 34, lesen wir:

„Und da kam der Geist des Herrn auf Gideon, und er stieß in das Schofarhorn und rief die Männer zusammen.“

Gott hatte Gideon zugesagt, mit ihm zu sein. Nun kommt der Geist des Herrn auf Gideon, und Gideon beginnt, die Männer für den Kampf gegen Midian zusammenzurufen.

Gideon bittet um weitere Bestätigung

Doch Gideon braucht noch weitere Bestätigung. In Vers 36 bittet er Gott um ein Zeichen: Er legt ein Wollvlies aus. Wenn am nächsten Morgen nur das Vlies vom Tau nass, der Boden ringsherum aber trocken ist, will er daran erkennen, dass Gott Israel tatsächlich durch ihn retten wird.

Und Gott tut es.

Doch Gideon bittet noch einmal um Bestätigung. Diesmal soll es genau umgekehrt sein: Das Vlies soll trocken bleiben, während der Boden ringsherum nass ist.

Und Gott gibt Gideon auch dieses Zeichen.

Vielleicht kennst du den Ausdruck, den man unter Christen manchmal verwendet: „Ich lege Gott ein Vlies aus.“ Damit ist gemeint, Gott um ein Bestätigungszeichen für seine Führung zu bitten. Was grundsätzlich ein wertvoller Ausdruck unseres Herzensanliegen sein kann, ist nicht unseren eigenen Willen zu suchen, sondern Gottes Willen zu suchen.

Doch gerade an Gideon können wir uns auch kritisch fragen: War es nötig, nach einem zweiten und weiteren Zeichen zu fragen, nachdem Gott bereits so klar zu ihm gesprochen hatte?

Wir müssen deshalb vorsichtig sein. Suchen wir wirklich ernsthaft nach Gottes Willen, weil wir seinen und nicht unseren eigenen Willen tun wollen? Oder versuchen wir durch ein bestimmtes Zeichen, Gott unseren eigenen Willen aufzudiktieren?

Wann wir kein weiteres Zeichen fordern sollten

Es gibt Dinge, bei denen wir kein weiteres Zeichen von Gott fordern müssen, weil Gott bereits klar gesprochen und gehandelt hat.

Was wäre zum Beispiel, wenn ich sagen würde: „Gott, gib mir einen Beweis dafür, dass du mich liebst“?

Dann sollten wir uns fragen: Hat Gott seine Liebe nicht längst unter Beweis gestellt?

Römer 5,8 sagt:

„Gott aber beweist seine Liebe zu uns dadurch, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.“

Und in 1. Johannes 4,9–10 heißt es:

„Darin ist die Liebe Gottes zu uns geoffenbart worden, dass Gott seinen eingeborenen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben sollen. Denn darin besteht die Liebe, dass nicht wir Gott geliebt haben, sondern er uns geliebt hat und seinen Sohn gesandt hat als Sühneopfer für unsere Sünden.“

Brauchen wir noch ein weiteres Zeichen seiner Liebe, nachdem Gott so klar und deutlich gehandelt hat?

Er hat seine Liebe durch den Opfertod seines Sohnes für dich und mich unter Beweis gestellt. Gott hat seine Liebe klar und deutlich ein für alle Mal bewiesen.

Du kannst ihm glauben, dass er dich wirklich liebt. Den ultimativen Beweis dafür hat er bereits gegeben.

Gott schenkt seinem Volk Befreiung

Damit kommen wir zum dritten und letzten Punkt: Wie geht die Geschichte aus? Gott schenkt seinem Volk Befreiung. Doch bevor es dazu kommt, geschieht etwas Überraschendes. In Richter 7 sagt der Herr zu Gideon:

„Der Herr aber sprach zu Gideon: Das Volk, das bei dir ist, ist zu zahlreich, als dass ich Midian in seine Hand geben könnte. Israel könnte sich sonst gegen mich rühmen und sagen: Meine Hand, meine eigene Hand hat mich errettet.“

Gideons 32.000 Männer waren den 135.000 Midianitern ohnehin deutlich unterlegen. Doch aus Gottes Sicht waren es immer noch zu viele.

Deshalb soll Gideon alle nach Hause schicken, die sich fürchten. 22.000 Männer gehen, und nur 10.000 bleiben zurück.

Gott nennt selbst den Grund dafür: Israel soll sich die Rettung nicht selbst zuschreiben können. Das Volk soll am Ende nicht sagen: „Meine eigene Hand hat mich errettet.“

Darin sehen wir auch, wie sehr wir Menschen versucht sind, uns selbst auf die Schulter zu klopfen und die Ehre für uns zu beanspruchen. Wir stellen uns gerne selbst in den Mittelpunkt. Doch Gott macht deutlich: Er ist es, der sein Volk rettet.

Aber selbst 10.000 Männer sind ihm noch zu viele. Gott reduziert Gideons Heer weiter, bis am Ende nur noch 300 Männer übrig sind.

300 Männer gegen das Heer der Midianiter.

Gott will nicht, dass Gideon und seine Männer sich auf ihre eigene Kraft und Stärke verlassen, sondern auf ihn allein.

Und Gott schenkt tatsächlich Befreiung. In Richter 7,22 heißt es:

„Denn während die 300 Mann in die Hörner stießen, richtete der Herr in dem ganzen Lager das Schwert eines jeden gegen den andern, und das Heer floh bis nach Bet-Schitta.“

Der Text macht deutlich, wer den entscheidenden Sieg bewirkt: der Herr. In dieser Befreiung werden seine Größe, seine Kraft und seine Herrlichkeit sichtbar.

Wer ist der wahre Held?

Damit stellt sich die entscheidende Frage: Wer ist eigentlich der Held dieser Heldengeschichte von Gideon?

Es ist nicht Gideon.

Gott ist der Held dieser Geschichte.

Er macht deutlich, dass es seine Kraft ist, die sein Volk befreit. Israel soll gerade nicht sagen können: „Meine eigene Hand hat mich errettet.“

Gott ist treu. Selbst inmitten der Untreue seines Volkes hört er ihr Schreien und schenkt Befreiung. Dabei beruft und gebraucht der vollkommene Gott einfache und unvollkommene Menschen wie Gideon.

Doch der eigentliche Held bleibt Gott.

Und er ist auch der Held der großen Rettungsgeschichte, die er mit dieser Welt schreibt. Dieser Held lädt dich und mich ein, teilzuhaben an der Rettungsgeschichte, die er in dieser Welt schreibt, indem er unvollkommene Menschen beruft und bestätigt. So wie Israel seine Befreiung nicht der eigenen Kraft zuschreiben konnte, können auch wir uns nicht selbst aus der Macht und Gefangenschaft von Sünde und Tod befreien.

Gott selbst hat gehandelt.

Er hat seine Liebe ein für alle Mal darin bewiesen, dass Jesus stellvertretend für uns am Kreuz gestorben ist. Unsere Rettung beruht nicht auf unserer eigenen Kraft, sondern auf dem, was Gott für uns getan hat.

Deshalb dürfen wir frei und gerettet vor ihm stehen, seine Herrlichkeit anbeten und uns seiner großen Liebe Gewiss sein.

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About the Author: Jonas Häberle

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