Teil 5: Christus und seine Gemeinde
Zusammenfassung:
Christus und die Gemeinde sind eine untrennbare Einheit. Unsere Ehen sollen ein lebendiges Abbild genau dieser Einheit sein. So wie Christus das Haupt der Gemeinde ist, ist der Mann das Haupt der Frau. Und so wie die Gemeinde ihrem Herrn folgt und sich seiner Leitung anvertraut, ist auch die Frau berufen, an der Seite ihres Mannes zu stehen und ihn in seiner Berufung treu zu unterstützen.
Die Frau wurde aus der Seite des Mannes geschaffen. Ein tiefer Schlaf fiel auf Adam; so gab auch der Sohn Gottes am Kreuz sein Leben hin. Wie Eva aus der Seite Adams hervorging, so entstand die Gemeinde aus der durchbohrten Seite Christi. Darum ist sie Fleisch von seinem Fleisch und Gebein von seinem Gebein.
Christus hat sich in aufopfernder Liebe für die Gemeinde hingegeben – ebenso ist der Mann berufen, seine Frau selbstlos zu lieben. Christus nährt und pflegt seine Gemeinde; so sollen auch Männer ihre Frauen nähren und pflegen. Darum: Kenne deine Frau – ihre körperliche und geistige Verfassung und das, was ihre Seele braucht.
Epheser 5 praktisch leben: Eine Frage an dein Herz
Wir werden heute ein letztes Mal in diese wunderbaren Verse aus Epheser 5 hineinschauen. Aber zuerst möchte ich dir eine Frage stellen: Was hast du mit der Botschaft vom letzten Sonntag gemacht? Was hat diese Botschaft bei dir ins Licht gestellt oder in Gang gesetzt? Bist du dabei, das Gehörte in gottwohlgefälligem Gehorsam umzusetzen?
Liebe Ehemänner, hat Gott letzten Sonntag zu euch gesprochen? Hat er etwas von euch gefordert? Hast du es getan? Und genauso die Ehefrauen: Hat der Herr etwas zu dir gesprochen am letzten Sonntag? Hast du es getan? Das ist dieser einfache, praktische, aber so wichtige Gehorsam, den Christus von uns verlangt.
Dieser Gehorsam sollte durch drei Dinge gekennzeichnet sein. Das stammt aus einer Predigt, die schon mehr als ein Jahrzehnt her ist, aber ich habe es mir gemerkt: Gehorsam sollte gleich, gerne und ganz sein. Die drei kleinen G des Gehorsams: gleich, gerne, ganz.
Wie ist das mit dem Aufschieben? Das ist ein wichtiger Punkt. Wir sollten sofort auf unseren Herrn hören und ohne Aufschub gehorsam sein. Das ist so wichtig, weil dieser Moment – dieses Überführt sein an einem Sonntag während einer Predigt – nach einer Woche weg ist, wenn wir nichts daraus machen. Also: gleich Gehorsam sein!
Erfüllt vom Geist – sichtbar im Alltag
Wir wollen uns heute einige abschließende Gedanken zu diesem großen Abschnitt über die Ehe machen. Wie hatte Paulus dieses Thema eingeleitet? Er hatte die Gemeinde in Ephesus dazu ermahnt, ein Leben zu führen, das der Gnade entspricht, die sie erfahren hatte.
Epheser 5,15: “Seht nun darauf, wie ihr mit Sorgfalt wandelt”
Nämlich indem wir die Gelegenheiten nutzen, Gutes zu tun. Vor allem aber:
Vers 18: “werdet voll Geistes.“
Bist du mit dem Geist Gottes erfüllt? Vielleicht fragst du dich: Woher weiß ich, ob das in meinem Leben Wirklichkeit ist? Paulus hat uns darauf eine klare Antwort gegeben. Du kannst es an drei Dingen erkennen:
- An einer von Herzen kommenden Anbetung. (Vers 19)
- An Dankbarkeit. Vers 20: „sagt allezeit Gott, dem Vater, Dank für alles“
- An Unterordnung. Vers 21: „ordnet euch einander unter“
Ausgehend von der gegenseitigen Unterordnung erklärt Paulus dieses Prinzip zunächst für die Ehe. In Kapitel 6 führt er es weiter – in der Familie, im Verhältnis zwischen Eltern und Kindern; das werden wir nächsten Sonntag betrachten. Und schließlich wendet er es auf das Berufsleben an, auf das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, wenn wir es auf heute übertragen.
Ist dir wirklich bewusst, dass dein tagtägliches Leben in Ehe, Familie und Beruf Gradmesser dafür ist, ob und wie du mit dem Heiligen Geist erfüllt bist? Wenn wir wirklich mit dem Heiligen Geist erfüllt sind, dann werden wir Anbeter sein. Dann werden wir eine Dankbarkeit haben und auch ausdrücken. Dann werden wir bereit sein, uns gegenseitig unterzuordnen in den Rollen und Aufgaben, die Gott uns gibt.
Und ihr seht: Dieses Erfülltsein mit dem Heiligen Geist ist keine ekstatische Erfahrung, sondern es verlangt beständigen Gehorsam gegenüber dem Wort unseres Herrn und Heilandes.
Die Ehe im Licht von Christus und seiner Gemeinde
Wir kommen jetzt zu unserem Predigttext. Wir haben letztes Mal die Inhalte angeschaut:
- Praktische Anweisungen für Frauen und Männer in der Ehe.
- Die Einheit von Christus mit seiner Gemeinde. Das ist unser Schwerpunkt für heute.
- Die Ehe wird auf die ursprüngliche Schöpfungsordnung Gottes zurückgeführt – auch das werden wir uns heute ansehen.
Wir werden jetzt diese Verse noch einmal durchgehen und an allen Stellen, wo von Christus und seiner Gemeinde geschrieben steht, innehalten und versuchen zu verstehen, was Paulus uns dort sagen möchte:
Epheser 5,22-33:
Ihr Frauen, ordnet euch euren eigenen Männern unter als dem Herrn; 23 denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch der Christus das Haupt der Gemeinde ist; und er ist der Retter des Leibes. 24 Wie nun die Gemeinde sich dem Christus unterordnet, so auch die Frauen ihren eigenen Männern in allem. 25 Ihr Männer, liebt eure Frauen, gleichwie auch der Christus die Gemeinde geliebt hat und sich selbst für sie hingegeben hat, 26 damit er sie heilige, nachdem er sie gereinigt hat durch das Wasserbad im Wort, 27 damit er sie sich selbst darstelle als eine Gemeinde, die herrlich sei, sodass sie weder Flecken noch Runzeln noch etwas Ähnliches habe, sondern dass sie heilig und tadellos sei. 28 Ebenso sind die Männer verpflichtet, ihre eigenen Frauen zu lieben wie ihre eigenen Leiber; wer seine Frau liebt, der liebt sich selbst. 29 Denn niemand hat je sein eigenes Fleisch gehasst, sondern er nährt und pflegt es, gleichwie der Herr die Gemeinde. 30 Denn wir sind Glieder seines Leibes, von seinem Fleisch und von seinem Gebein. 31 »Deshalb wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und die zwei werden ein Fleisch sein«. 32 Dieses Geheimnis ist groß; ich aber deute es auf Christus und auf die Gemeinde. 33 Doch auch ihr — jeder von euch liebe seine Frau so wie sich selbst; die Frau aber erweise dem Mann Ehrfurcht!
Ich hoffe, dich fasziniert das so, wie es mich fasziniert, wenn wir diesen Abschnitt lesen. Wir sehen das Herz des Paulus, dass er möchte, dass die Ehen der Epheser das ausdrücken, was Gott darin sehen möchte. Dass sie in ihren Ehen und darin, wie sie ihre Rollen als Ehemänner und Ehefrauen ausleben, auf Christus und seine Gemeinde hinweisen – so, wie es von Beginn an von Gott vorgesehen war.
Ist dir aufgefallen, wie viel Christus und die Gemeinde in diesem Abschnitt gleichsam mit hineingewebt sind? Ich würde fast vermuten, dass hier mehr Worte über Christus und die Gemeinde zu finden sind als tatsächlich praktische Anweisungen zum Eheleben. Paulus ist so erfüllt von dieser Wahrheit, von dieser Größe, von dieser Tiefe – Christus und seiner Gemeinde.
Christus ist das Haupt – und wir folgen seinem Befehl
Denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch der Christus das Haupt der Gemeinde ist; (Epheser 5,24)
Hier geht es um die unterschiedlichen Rollen in einer Ehe zwischen Ehemann und Ehefrau. Und ihr lieben Ehemänner, hier steht nicht „soll sein“, „könnte sein“ oder „es wäre besser, wenn“. Nein, der Mann ist das Haupt der Frau – ob du das willst oder einnimmst oder nicht. Wie auch der Christus das Haupt der Gemeinde ist. Jesus Christus ist heute unser Haupt, verherrlicht im Himmel.
Was bedeutet das? Es bedeutet, dass er die souveräne Herrschaft und höchste Autorität über die Gemeinde hat. So wie ein Körper sich auf den Befehl des Gehirns hin bewegt, so sollte sich die Gemeinde auf den Befehl ihres Hauptes, Jesus Christus, hin bewegen. Wenn ich meine Hand ausstrecke, dann geht dem eine Entscheidung meines Gehirns voraus. Wenn das nicht so wäre, wäre ich ernsthaft erkrankt und nicht funktionsfähig.
Als Gemeinde, lass uns das wirklich festmachen: Wenn unsere Bewegungen, die wir tun, die Wege, die wir gehen, nicht auf einen Befehl unseres Herrn Jesus Christus zurückzuführen sind, dann stimmt etwas bei uns nicht. Christus befiehlt, und wir führen ohne Aufschub aus. So sollte es sein.
Das Zweite, was es zeigt, ist, dass wir absolut abhängig von ihm sind. Ohne unseren Kopf ist der Körper nicht lebensfähig. In Johannes 15 hat Jesus seinen Jüngern und damit auch uns gesagt: „Ohne mich könnt ihr nichts tun.“ Nichts.
Weil Christus unser Haupt ist, haben wir unsere Identität in ihm. Wir tragen seinen Namen – Christen, weil wir zu Christus gehören, weil wir mit ihm verbunden sind. Siehst du dich als solchen? Siehst du dich als Teil der Gemeinde Jesu Christi, als Teil von Jesus Christus? Das sollte ausmachen, wer wir auch in unseren eigenen Augen sind.
Lasst uns Entscheidungen immer mit dem Wort Gottes treffen, denn dort sagt unser Herr, was wir tun sollen, was gut und was böse ist.
Christus ist das Haupt – Er hat Vorrang
Wenn wir daran denken, dass Jesus Christus das Haupt der Gemeinde ist, dann lasst uns jetzt anschauen, was Paulus im Kolosserbrief schreibt:
Kolosser 1,18: „Und er ist das Haupt des Leibes der Gemeinde, der der Anfang ist, der Erstgeborene aus den Toten, damit er in allem den Vorrang habe.“
Dass er in allem den Vorrang habe. Es geht um ihn. Das ist die Messschnur, die wir anlegen können an alles, was wir tun – in der Gemeinde, aber auch in unserem Alltag. Ist es für ihn? Zeigt das, was wir tun oder auch das, was wir nicht tun, dass er wirklich in allem den Vorrang hat?
Wir sind für ihn geschaffen und nicht dafür, dass wir uns selbst verwirklichen. Deswegen sollen wir als Gemeinde seiner Mission, dem Reich Gottes dienen. Und wir sollen für ihn leben. Wir sollen gleichsam seine Gehilfin sein, um in den Worten aus 1. Mose 2 zu bleiben – seine Gehilfin in seinem Werk, das Jesus Christus, unser Haupt, jetzt hier auf dieser Erde in unserem Umfeld tut.
Bist du eine Gehilfin für unseren Herrn?
Erlaube mir, dass ich hier noch einmal eine praktische Anwendung zum Thema Ehe mache. Es ist eine herausfordernde Anwendung, aber ich bin fest überzeugt, eine biblische. Liebe Ehefrau und Mutter, akzeptierst du deine Rolle als Gehilfin deines Mannes? Oder folgst du dem Ideal unserer Gesellschaft und strebst nach Selbstverwirklichung und Unabhängigkeit? Akzeptierst du deine von Gott gegebene, primäre Aufgabe als Ehefrau, als Mutter und im Haus?
Heißt das jetzt pauschal, dass es nicht in Ordnung ist, für eine verheiratete Frau und Mutter außerhalb des Hauses Gelderwerb nachzugehen? Nein. Aber es sollte mit der Prüfung folgender Fragen einhergehen: Ist es wirklich vorteilhaft für die Familie? Unterstützt es deinen Ehemann in seiner Berufung? Kannst du arbeiten und dabei gleichzeitig deiner göttlichen Berufung treu sein, helfende Ehefrau und Mutter zu sein?
Nimm dies mit und prüfe es vor dem Herrn, der unser Haupt ist. Christus ist unser Haupt. Ihr seht, wie praktisch das ist und wie das in alle unsere Lebensbereiche hineingeht.
Die hingebungsvolle Liebe Christi als Maßstab
Nachdem Christus als das Haupt vorgestellt wird, wird jetzt seine Liebe vorgestellt. Und diese beiden Dinge gehören zusammen. Das, was hier über Christus geschrieben ist, tut er als Haupt der Gemeinde.
„Ihr Männer liebt eure Frauen, wie auch der Christus die Gemeinde geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat.“ (Epheser 5, 25)
Kennen wir diese hingebungsvolle Liebe des Christus? Wir haben es eben im Lied gesungen, und zu Recht: Wir lieben Christus. Und wenn wir diese Liebe des Christus nicht persönlich kennen, dann werden wir nicht in der Lage sein, ihn auf gute Art und Weise wieder zu lieben. Darf ich dich fragen, ob du Jesus Christus kennst, den, der dich geliebt hat und sich selbst für dich hingegeben hat, wie Paulus das jubelnd zum Ausdruck bringt?
“Ich bin mit Christus gekreuzigt; und nun lebe ich, aber nicht mehr ich selbst, sondern Christus lebt in mir.” (Galater 2,20)
Er hat sich für mich persönlich, aber auch für die Gemeinde in Summe, wie wir es hier in Epheser finden, zu unserem Wohl, zu unserer Errettung hingegeben. Er gab sich, damit wir in ihm zu Lebensfülle kommen können
“Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es im Überfluss haben.” (Johannes 10,10)
Wisst ihr, dass diese Liebe des Christus bis in den Tod gereicht hat? Wir lesen es in Philipper 2:
„Dass er gehorsam wurde bis zum Tod, ja, zum Tod am Kreuz.“
Berührt dich diese hingebungsvolle Liebe des Christus? Bringt es dein Herz, so wie du hier sitzt und zuhörst, in Bewegung, dass da einer war, der dich geliebt hat, wo du doch tot in deinen Vergehungen und Sünden warst, unwürdig? Es sollte dein Herz bewegen. Warum? Wenn du mit dem Geist erfüllt bist, wird es dich bewegen. Dann wird Anbetung aus deinem Herzen hervorkommen.
Geheiligt und Gereinigt durch Christus
Damit er sie heilige, nachdem er sie gereinigt hat durch das Wasserbad im Wort (Epheser 5,26)
Christus gab sich selbst mit einem Ziel, mit einem Zweck: damit er die Gemeinde heiligte. Die Gemeinde war nicht perfekt. Ganz im Gegenteil: Wir waren vollständig unwürdig, tot in unseren Vergehungen und Sünden, in Feindschaft gegenüber Gott, in keinster Weise schön, wie es eine Braut unseres Heilandes sein sollte.
Aber in all unserer Unwürdigkeit und Hässlichkeit hat er uns geliebt. Wer kann das verstehen? Er hat uns erkauft. Er hat einen Preis bezahlt für dich und für mich. Einen hohen Preis. Und weniger hätte nicht gereicht. Er gab sein Leben, um dich und mich zu erkaufen, um uns zu erlösen von der Schuld der Sünde.
Aber nicht nur dafür. Nein, seine Liebe ist größer, sie geht weiter. In seiner hingebungsvollen Liebe ist sein Wunsch eingeschlossen, die Gemeinde, uns heilig vor sich hinzustellen.
Heiligung ist so ein schwieriges Wort mitunter. Aber es entspringt aus der großen Liebe unseres Herrn und Heilandes, der unser Bräutigam ist. Denn je mehr wir geheiligt und gereinigt sind, desto tiefer können wir Gemeinschaft und Einheit mit ihm erleben. Unterwerfen wir uns diesem Heiligungswerk unseres Herrn.
Wie heiligt uns unser Herr? Er bringt Schwierigkeiten in unser Leben. Er gibt uns Herausforderungen, damit wir darin wachsen, damit wir wachsen in Liebe, in Geduld, in Sanftmut und in all die anderen Aspekte der Frucht des Geistes aus Galater 5, damit wir mehr und mehr Christus ähnlich werden.
Und wenn wir uns diesem Werk unseres Herrn entziehen, wenn wir diese Erziehung gering achten, die Heiligung, die er an uns tun möchte, dann hat er Mittel und Wege, es trotzdem durchzusetzen.
Denn wen der Herr lieb hat, den züchtigt er, und er schlägt jeden Sohn, den er annimmt. (Hebräer 12,6)
Alle Züchtigung aber scheint uns für den Augenblick nicht zur Freude, sondern zur Traurigkeit zu dienen; danach aber gibt sie eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit denen, die durch sie geübt sind. (Hebräer 12,11)
Unser Herr liebt uns so sehr, dass er uns nicht lässt, wie wir sind. Lasst uns das annehmen. Unser Herr meint es gut mit uns darin. Wie tut unser Herr dies?
durch das Wasserbad im Wort (Epheser 5,26)
Er reinigt uns durch das Wort. Im Johannesevangelium hat der Herr seinen Jüngern gesagt:
„Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe.“ (Johannes 15,3)
Und auch in Johannes 17 lesen wir dieses wunderbare Gebet, das unser Herr zu seinem Vater im Himmel spricht, vor seiner Kreuzigung:
„Heilige sie in deiner Wahrheit! Dein Wort ist Wahrheit. Gleichwie du mich in die Welt gesandt hast, so sende auch ich sie in die Welt. Und ich heilige mich selbst für sie, damit auch sie geheiligt seien in Wahrheit.“ (Johannes 17,17-19)
Ich möchte einen Gedanken mit euch teilen, den ich in einem Kommentar gelesen habe:
Die Gemeinde ist in diesem Sinn wie ein Schönheitssalon, nämlich der Schönheitssalon Christi, in dem er seine Gemeinde so zubereitet, wie es für eine Hochzeit mit dem König der Könige angemessen ist.
Und so hat der Herr in den letzten Wochen zu uns Eheleuten gesprochen. Haben wir uns dadurch waschen und reinigen lassen? Wenn nicht, dann wisse: Unser Herr hat Mittel und Wege, dass wir gereinigt werden. Und er wird es tun, weil es um seine Ehre geht. Lasst uns das Heiligungswerk unseres Herrn an uns annehmen.
Heiligung: Abgesondert für Gott
Was bedeutet Heiligung? Abgesondert von der Welt – das ist der eine Aspekt – und Gott geweiht zu seinem besonderen Gebrauch. Diese zwei Dinge machen Heiligung aus.
Das griechische Wort, das für „Gemeinde“ im Neuen Testament verwendet wird, ist „Ekklesia“. Und das heißt „Herausgerufene“. Wir tragen diesen Heiligungswunsch unseres Hauptes schon im Namen.
Lasst mich hier aber auch eine kurze Warnung aussprechen. Eine Absonderung, die uns nicht näher zu Gott bringt, ist gefährlich. Eine Absonderung, die uns nicht brauchbarer im Dienst für Gott macht, hat keinen Nutzen. Eine Absonderung, die uns nicht in der Liebe zu Gott und in der Liebe zu unseren Geschwistern wachsen lässt, ist kalt und nicht vom Heiligen Geist. Eine Absonderung oder Heiligung, die nicht auch uns selbst zurückschneidet, kommt nicht vom Weingärtner, unserem Vater im Himmel.
Christus reinigt seine Gemeinde durch sein Wort. Gestatten wir ihm, uns zu reinigen, uns zu waschen, wie wir es nötig haben.
„damit er sie sich selbst darstelle als eine Gemeinde, die herrlich sei, sodass sie weder Flecken noch Runzeln noch etwas Ähnliches habe, sondern dass sie heilig und tadellos sei.“ (Epheser 5,27)
Die Selbsthingabe des Christus hat diesen einen Zweck: die Gemeinde sich selbst verherrlicht, vollkommen darzustellen – ohne Flecken, ohne Runzeln, ohne Alterserscheinungen. Wunderschön ist diese Hoffnung, dass unser Herr, der sich das vorgesetzt hat, es tatsächlich auch vollbringen wird.
Der Stolz des Bräutigams über seine Braut
“damit jetzt den Fürstentümern und Gewalten in den himmlischen Regionen durch die Gemeinde die mannigfaltige Weisheit Gottes bekannt gemacht werde” (Epheser 3,10)
Hier geht es um die himmlische Engelswelt. Er hat seine Gemeinde dazu bestimmt, von der Weisheit Gottes in den himmlischen Regionen zu erzählen. Siehst du, wie wertgeschätzt wir in den Augen unseres Herrn sind? Aber siehst du auch, wie dringend deshalb der Ruf zur Heiligung ist, damit wir untadelig vor ihm sind? Gott, der Herr, möchte stolz auf seine Braut sein.
Das haben wir bereits im ersten Kapitel des Epheserbriefes gefunden.
“wie er uns in ihm auserwählt hat vor Grundlegung der Welt, damit wir heilig und tadellos vor ihm seien in Liebe.” (Epheser 1,4)
Kannst du dir vorstellen, dass diese Auserwählung Gottes, die aus uns eine Gemeinde machen wollte, heilig und tadellos vor Christus, zurückreicht vor den Beginn der Zeit? Vor Grundlegung der Welt war diese Liebe des Christus im Ratschluss Gottes fest beschlossen, und jetzt ist er dabei, uns auf eine solche Art und Weise zu heiligen und zu reinigen. Nimm dieses Werk unseres Herrn an.
Christus nährt und pflegt die Gemeinde
„Denn niemand hat je sein eigenes Fleisch gehasst, sondern er nährt und pflegt es, gleichwie der Herr die Gemeinde.“ (Epheser 5,29)
Nähren heißt, Nahrung zu geben für Gesundheit, Wachstum und Wohlergehen. Und wie tut er das? Zum Beispiel durch das Wort, durch den Geist Gottes. Er hat der Gemeinde Apostel gegeben, von denen wir die Briefe im Neuen Testament finden, ebenso Propheten, Evangelisten, Hirten und Lehrer (Epheser 4,11). So nährt und pflegt der Herr seine Gemeinde, indem wir die Bibel aufschlagen und daraus Nahrung für unsere Seelen empfangen.
Diese beiden Dinge, nähren und pflegen, setzen etwas voraus. Man kann das gut bei Müttern beobachten, die mit ihren Säuglingen umgehen. Mütter kennen die Bedürfnisse ihrer Säuglinge. So kennt der Herr unsere Bedürfnisse, und deswegen ist er der einzige und wahre Versorger. Er nährt und pflegt uns bedürfnisgerecht.
Ihr Männer, ihr Ehemänner, das ist eine Aufgabe für euch! In dieser Analogie sind wir aufgerufen, unsere Frauen zu nähren und zu pflegen. Wenn wir unsere Frauen nicht kennen, können wir sie nicht auf gute Art und Weise nähren und pflegen. Kennst du die Konstitution deiner Frau, körperlich und geistig? Weißt du, was ihre Seele braucht? Weißt du, was du ihr zumuten kannst und was nicht? Wir haben hier eine ganz klare Aufgabe, liebe Männer.
Schöpfung aus Adams Seite und aus Christi Seite
Nun komme ich zu einem letzten Gedanken. Ich hoffe, dass er dein Herz zu staunender Anbetung führt. Gehen wir zurück zum Schöpfungsbericht:
Da ließ Gott der HERR einen tiefen Schlaf auf den Menschen fallen; und während er schlief, nahm er eine seiner Rippen und verschloss ihre Stelle mit Fleisch. 22 Und Gott der HERR bildete die Rippe, die er von dem Menschen genommen hatte, zu einer Frau und brachte sie zu dem Menschen. 23 Da sprach der Mensch: Das ist endlich Gebein von meinem Gebein und Fleisch von meinem Fleisch! (1. Mose 2, 21-23)
Eva wurde infolge einer Operation erschaffen, die Gott an Adam durchführte. Wie kam die Gemeinde ins Dasein? Infolge einer Operation, die Gott an dem zweiten Menschen, seinem eingeborenen und geliebten Sohn Jesus Christus, auf Golgatha vornahm. Wir lesen, dass ein tiefer Schlaf auf Adam fiel. Genauso fiel ein tiefer Schlaf auf den Sohn Gottes. Er gab den Geist auf. Er entschlief. Er starb dort am Kreuz. Und gleichwie Eva aus der Seite Adams gemacht wurde, wurde die Gemeinde aus der blutenden Seite unseres Herrn Jesus Christus gemacht. Deshalb ist die Gemeinde Fleisch von seinem Fleisch und Gebein von seinem Gebein, wie wir es in Epheser 5,30 lesen dürfen:
“Denn wir sind Glieder seines Leibes, von seinem Fleisch und von seinem Gebein”
Wie wunderbar ist der Gedanke, dass der Sohn Gottes, der ewig Gott war, Mensch wurde, damit daraus die Gemeinde entstehen kann als Fleisch von seinem Fleisch und Gebein von seinem Gebein.
Adam hat einen Mangel, die Gemeinde ist die Fülle des Christus
Und in aller Ehrfurcht gehe ich noch einen Schritt weiter.
“Und Gott der HERR sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei;” (1. Mose 2, 18)
Wir lesen, dass Adam ohne Eva unvollständig war. Es bestand ein Mangel, der durch die Erschaffung der Frau ausgeglichen wurde. Der Mann war unvollständig, das Ehepaar ist vollständig. Wenn wir diesen Gedanken nun auf Christus und die Gemeinde übertragen, müssen wir sehr sorgfältig sein. Paulus schreibt im Epheserbrief etwas Erstaunliches. In Epheser 1,22–23 lesen wir:
„Und er hat alles seinen Füßen unterworfen und ihn als Haupt über alles der Gemeinde gegeben, 23 die sein Leib ist, die Fülle dessen, der alles in allen erfüllt.“
Wir lesen hier tatsächlich, dass die Gemeinde die Fülle dessen ist, der alles in allem erfüllt, welcher Christus ist. Wir, die Gemeinde, sind die Fülle des Christus. Kannst du das verstehen?
Wir wissen, dass Jesus Christus als ewiger Gottessohn immer vollständig war. In ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig. In seiner Gottheit hat er keinen Mangel und braucht nichts und niemanden, sonst wäre er nicht Gott.
Nicht weil Christus in seiner Gottheit etwas fehlen würde, sondern aus freiem Entschluss göttlicher Liebe hat er sich mit seiner Gemeinde verbunden. So hat er den Himmel verlassen – und hier beginnt die Analogie zur Ehe: Wie ein Mann Vater und Mutter verlässt, so hat Christus das Vaterhaus verlassen. Aus Liebe motiviert, hat er sich entschieden, seiner Frau anzuhangen. Er hat einen Bund mit seiner Gemeinde geschlossen. Er hat sich öffentlich zu ihr bekannt. In Hingabe seines Lebens hat er sich mit der Gemeinde vereint. So ist er – im Bild gesprochen – ein Fleisch mit ihr geworden. Verstehst du diese Analogie?
Unser Anteil an seiner Fülle
Wie unfassbar ist es, dass unser Herr Jesus Christus seine Fülle durch uns, seine Gemeinde, erfüllt. Wer kann das verstehen? Wir tragen jetzt seinen Namen. Wir haben Anteil an seiner Würde. Wir haben durch ihn Zugang und Anteil an jedem geistlichen Segen in den himmlischen Örtern. Wir dürfen gleichsam Gehilfinnen in seiner Mission hier auf dieser Erde sein. Wir erfahren täglich seine heiligende Liebe. Wir freuen uns darauf, bald vom Glauben zum Schauen zu gelangen.
Wie sehr freut sich unser Herr auf dieses Hochzeitsmahl, wenn sein Heiligungswerk an uns zu Ende ist, wenn er seine Braut, seine Gemeinde, tadellos, heilig, ohne Flecken, ohne Runzeln oder sonst etwas vor sich hinstellt:
„Und ich hörte etwas wie die Stimme einer großen Volksmenge und wie das Rauschen vieler Wasser und wie der Schall starker Donner, die sprachen: Hallelujah! Denn der Herr, Gott, der Allmächtige, hat die Königsherrschaft angetreten! 7 Lasst uns fröhlich sein und jubeln und ihm die Ehre geben! Denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und seine Frau hat sich bereit gemacht. 8 Und es wurde ihr gegeben, sich in feine Leinwand zu kleiden, rein und glänzend; denn die feine Leinwand ist die Gerechtigkeit der Heiligen.“ (Offenbarung 19, 6-8)
Lasst uns in dieser Hoffnung unser Leben hier auf dieser Erde für unseren Bräutigam, für unser Haupt, Jesus Christus leben – auch dadurch, dass wir die praktischen Anweisungen für unser Leben und für unsere Ehen umsetzen. Unmittelbar. Willig. Völlig.

