Teil 4: Wo liegt denn das Problem?
Zusammenfassung:
Gottes Design für die Ehe: klare Rollen und eine göttliche Reihenfolge. Nach 1. Mose 2 besteht Ehe aus: dem Verlassen von Vater und Mutter – das zeigt Reife und Eigenständigkeit. Dem Anhangen in einem öffentlichen Bund – das zeigt Treue. Der Mann soll lieben, leiten, versorgen und schützen. Die Frau soll respektieren, sich unterordnen und unterstützen. Der Teufel greift diese göttliche Ordnung gezielt an, weil die Ehe auf Christus hinweist. Typische Symptome von Eheproblemen sind: Rückzug, Dominanz, Respektlosigkeit, Kommunikationsabbruch, emotionale Distanz und vieles mehr. Doch es gibt Hoffnung und Heilung im Evangelium: Durch Buße (eigene Schuld erkennen), durch Glauben an Christus (Vergebung und Hoffnung annehmen) und durch die Kraft des Heiligen Geistes kannst du Vergebung leben, Dankbarkeit üben und geistlich wachsen.
Die Hausordnung Gottes
Wir werden uns heute und auch nächste Woche noch einmal mit dem Abschnitt aus Epheser 5, 22-33 beschäftigen. Ich hoffe, dass uns dieser Text inzwischen gut vertraut ist. Dort finden wir drei wichtige Punkte:
- Ganz praktische Anweisungen für Frauen und Männer für die Ehe.
- Die Einheit zwischen Christus und der Gemeinde wird beschrieben – damit werden wir uns nächsten Sonntag noch einmal ausführlicher beschäftigen.
- Die Ehe ist in der Schöpfungsordnung Gottes begründet. Darauf wollen wir heute besonders den Blick richten. Ich freue mich darauf, denn da ist sehr viel Praktisches für uns dabei.
Auch für Unverheiratete ist dieser Text wichtig. Die Rollen- und Aufgabenbeschreibung lässt sich auch auf euch übertragen. Männer sollen in ihrem Umfeld Leitung übernehmen. Es soll euch auszeichnen, dass ihr bereit seid zu geben, Entscheidungen zu treffen und sie mit Weisheit zum Wohl anderer zu fällen.
Und für unverheiratete Frauen gilt: Die Sanftmut, die von Ehefrauen erwartet wird, soll euch schon jetzt in euren Beziehungen prägen – wo immer ihr steht. Hört deshalb aufmerksam zu und lasst dieses Wort Gottes euer Herz erreichen.
Epheser 5,30-33:
„Denn wir sind Glieder seines Leibes, von seinem Fleisch und von seinem Gebein. 31 »Deshalb wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und die zwei werden ein Fleisch sein«. 32 Dieses Geheimnis ist groß; ich aber deute es auf Christus und auf die Gemeinde. 33 Doch auch ihr — jeder von euch liebe seine Frau so wie sich selbst; die Frau aber erweise dem Mann Ehrfurcht!“
Die Einheit von Christus und der Gemeinde
Wir wollen jetzt den Zusammenhang der Verse 30 bis 33 sehr genau und konzentriert betrachten. Vers 29 haben wir letzten Sonntag angeschaut. Dort wurde das Argument gemacht, dass jeder sein eigenes Fleisch nährt und pflegt. Mit anderen Worten: Es ist nur natürlich, dass man sich um sich selbst kümmert. Und am Ende von Vers 29 fügt Paulus hinzu:
„wie auch der Christus die Gemeinde“ (Epheser 5,29)
Dieser kleine Zusatz enthält eine Herrlichkeit, die wir leicht übersehen können. Daher fügt Paulus in Vers 30 eine Erklärung an:
„wir sind Glieder seines Leibes, von seinem Fleisch und von seinem Gebein.“
Diese Aussage ist groß. Christus nährt und pflegt seine Gemeinde, weil er eins mit ihr ist, weil diese Gemeinde untrennbar mit ihm verbunden ist. Was für ein großer Gedanke! Das ist eine geheimnisvolle Einheit von Christus, dem verherrlichten Haupt im Himmel, und uns, die wir hier als Ausdruck der Gemeinde zusammen sein dürfen. Wenn Christus uns pflegt, wenn er dich nährt und versorgt, dann sorgt er in gewisser Weise für sich selbst.
Dann kommt Vers 31. Das ist ein Zitat aus dem Schöpfungsbericht, und wir werden uns diese Verse noch genauer anschauen:
„Deshalb wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und die zwei werden ein Fleisch sein.“ (Epheser 5,31)
Im Vers vorher beschreibt Paulus diese geheimnisvolle, große Wahrheit der Einheit von Christus und der Gemeinde. Und dann springt er tausende Jahre zurück und sagt: Deswegen gibt es Ehe. Vers 31 beschreibt die Ehe in sehr einfachen Worten.
Wenn wir Verse 30 und 31 zusammennehmen, wird Folgendes deutlich: In den Gedanken Gottes war Christus eins mit der Gemeinde. Deshalb entwarf Gott zu Beginn der Schöpfung die Ehe nach diesem Bild und gab sie uns Menschen. Ehe ist, weil Einheit zwischen Christus und der Gemeinde sein sollte.
Das hat zwei Implikationen:
Erstens: Die Ehe, wie Gott sie in der Schöpfungsordnung niederschreibt, entspricht den Wahrheiten über die Einheit von Christus und der Gemeinde. Anders ausgedrückt: Christus und die Gemeinde sind das Original, und davon abgeleitet ist die Ehe geschaffen.
Und die zweite Implikation ist sehr wichtig, sie wird uns heute den Rest unserer Zeit beschäftigen: Die Ehe ist nicht nur nach dem Vorbild von Christus und seiner Gemeinde geschaffen, sondern sie hat auch diese eine Aufgabe, auf diese wunderbare Einheit von Christus mit seiner Gemeinde hinzudeuten.
4000 Jahre bevor Christus am Kreuz starb, bevor mit Pfingsten die Gemeinde ins Leben gerufen wurde, gab Gott die Ehe, damit über tausende Jahre ein Hinweis auf dieses Geheimnis in der Schöpfung zur Schau gestellt werden sollte.
Verstehst du, warum Paulus dann in Vers 32 gleichsam ausruft:
„Dieses Geheimnis ist groß; ich aber deute es auf Christus und auf die Gemeinde.“
Das nimmt uns in den Gedanken mit in die Zeit vor Grundlegung der Welt, wo in den Ratschlüssen Gottes fest beschlossen war, dass Christus einmal eins sein würde mit der Gemeinde, mit der Schar durch Blut erkaufter Sünder. Jede Ehe, gottgemäß geführt, ist ein Hindeuten auf diese wunderbare, heilige, herrliche Tatsache.
Verstehst du, warum Paulus in Vers 33 noch einmal auf die praktischen Aspekte zurückkommt und alles zusammenfasst? Beim Lesen könnte man meinen, dass die Verse 30 bis 32 in große theologische Höhen führen – und dass Vers 33 dann nur noch wie ein angehängter Schluss wirkt, fast so, als hätte er nichts mehr damit zu tun. Aber genau das stimmt nicht:
„Doch auch ihr — jeder von euch liebe seine Frau so wie sich selbst; die Frau aber erweise dem Mann Ehrfurcht!“
Weil die Ehe als Abbild der Einheit von Christus und der Gemeinde gegeben ist – und weil sie nach diesem Vorbild geschaffen wurde –, hat sie in Gottes Augen einen unermesslich hohen Wert. Deswegen ist die Ehe in den Augen Gottes heilig. Sie ist untrennbar mit diesem herrlichen Gedanken der Einheit von Christus und seiner Gemeinde verbunden.
Das sollte dich motivieren, in deiner Ehe die praktischen Anweisungen umzusetzen – um Gott, unserem Herrn, in dem, was er mit der Ehe beabsichtigt, Ehre zu geben.
Siehst du, wie groß das ist? Siehst du, wie wunderbar das ist?
Die Ehe – Gottes Bedienungsanleitung verstehen
Wer von euch liest eigentlich die Bedienungsanleitung, wenn er sich ein neues Gerät kauft? Wer nimmt sich die Zeit, sie wirklich durchzugehen, bevor er den ersten Knopf drückt? Und was fällt bei solchen Anleitungen auf? Sie sind oft ziemlich lang. Bei einer ganz normalen Waschmaschine umfasst allein die deutsche Anleitung etwa 50 Seiten. Dazu sind sie technisch und nicht immer leicht zu verstehen – und dabei geht es doch „nur“ darum, schmutzige Wäsche sauber zu bekommen.
In Vers 33 haben wir im Grunde die Kurzfassung einer Bedienungsanleitung für die Ehe:
„Doch auch ihr — jeder von euch liebe seine Frau so wie sich selbst; die Frau aber erweise dem Mann Ehrfurcht!“
Für wen ist das unverständlich? Für wen ist das zu technisch, zu komplex? Für wen überschreitet es die Aufmerksamkeitsspanne? Und doch: Wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, warum sehen wir so viele Probleme innerhalb von Ehen?
Es liegt nicht an der Bedienungsanleitung, die Gott geschrieben hat. Es liegt auch nicht an der technischen oder Marktreife der Ehe. Aber woran liegt es dann?
Das wollen wir uns jetzt anschauen. Dazu gehen wir zum Anfang der Bibel: 1. Mose 2,22–25
„Und Gott der HERR bildete die Rippe, die er von dem Menschen genommen hatte, zu einer Frau und brachte sie zu dem Menschen. 23 Da sprach der Mensch: Das ist endlich Gebein von meinem Gebein und Fleisch von meinem Fleisch! Die soll »Männin« heißen; denn vom Mann ist sie genommen! 24 Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und sie werden ein Fleisch sein. 25 Und sie waren beide nackt, der Mensch und seine Frau, und sie schämten sich nicht.“
In diesen Versen steckt viel drin. Warum hat Gott nicht einfach gesagt: Es werde der Mann, es werde die Frau – erledigt? Warum nimmt er sich so viel Zeit, so viel Mühe, um den Menschen zu formen? Warum nimmt er sich die Zeit, diesem einen einzigen Menschen, den es auf der Erde gab, alle Tiere vorzuführen, damit er ihnen Namen gibt? Am Ende von Vers 20 heißt es:
„Aber für Adam fand er keine Hilfe, die ihm entsprach.“
Keines der Tiere entsprach der Art des Menschen. Daran erkennst du, dass der Darwinismus nach biblischen Maßstäben völliger Quatsch ist. Es brauchte eine Schöpfung nach der Art des Menschen, um eine Hilfe, eine ihm entsprechende Hilfe für Adam zu sein.
Hier an dieser Stelle eine ganz deutliche Botschaft an euch Unverheiratete, die ihr vielleicht in einer Partnerschaft lebt und das Ziel habt zu heiraten. Lasst uns noch einmal Vers 24 anschauen:
„Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und sie werden ein Fleisch sein.“
Ein wunderbarer Vers, der den Kern dessen, was Ehe bedeutet, in der richtigen Reihenfolge beschreibt.
Mutter und Vater verlassen
Erstens: Ein Mann wird Vater und Mutter verlassen. Warum ist das so wichtig? Weil es nachweist, dass er selbst reif genug ist, Haupt einer neuen Einheit, einer neuen Ehe, einer neuen Familie zu sein.
Ihr lieben jungen Männer, fragt euch: Seid ihr reif im biblischen Sinn dessen, was Männlichkeit bedeutet? Seid ihr solche, die Selbstsucht hinten anstellen können, die sich für andere hingeben und aufopfern können? Habt ihr in Gruppen, in denen ihr unterwegs seid, den Drang, auf gute Weise Entscheidungen zu treffen – unter Berücksichtigung der anderen, der Bedürfnisse der anderen in der Gruppe? Könnt ihr das? Wenn ihr das könnt und auch finanziell Versorger sein könnt, dann seid ihr demgemäß reif. Es kann 16-jährige reife Männer geben, leider aber auch 30-jährige unreife Kinder.
Seiner Frau anhangen
Zweitens: Der Mann wird nicht nur Vater und Mutter verlassen, sondern – und das ist so wichtig – seiner Frau anhangen. Dieses Wort „anhangen“ wird für die Bündnistreue Israels gegenüber Gott benutzt. Israel sollte seinem Gott anhangen; in gleicher Weise sollen Männer ihren Frauen anhangen. Hier geht es um Bündnistreue, die in diesem zweiten Punkt beschrieben wird. Und es geht darum, dass das Ganze öffentlich bekannt wird. Das spricht davon, wie wir in unserer Gesellschaft und auch in der Gemeinde Ehen schließen: mit einem öffentlichen Bekenntnis, mit einer öffentlichen gegenseitigen Verpflichtung.
Ein Fleisch sein
Und erst dann kommt der letzte Punkt: Sie werden ein Fleisch sein. Denn nur in diesem geschützten Rahmen ist Geschlechtsverkehr ein Segen, so wie Gott ihn sich für die Menschen gedacht hat.
Genau in diesen drei Schritten – das Verlassen von Vater und Mutter, was für Eigenständigkeit und Reife steht, eine öffentlich bekannte Partnerschaft, ein Bund, der geschlossen wird, und die Einheit, zu der im körperlichen Bereich der Geschlechtsverkehr gehört – macht in Summe Ehe aus.
Noch einmal zusammenfassend: Die Ehe ist ein lebenslanger Bund der Partnerschaft zwischen einem Mann und einer Frau, der unter Gott geschlossen, vor der Gesellschaft bekannt wird und dann durch die entstehende Einheit, durch den Geschlechtsverkehr, vervollständigt wird. Haltet euch unbedingt an diese Reihenfolge – zur Ehre Gottes, aber auch zu eurem eigenen Schutz.
So entstand die erste Ehe: Adam und Eva, vereint im Paradies in völliger Harmonie, Transparenz und Offenheit miteinander. Transparenz, völlige Harmonie, völlige Übereinstimmung.
Die Schlange greift listig an
Und dann? Nicht wie im Märchen: Und sie lebten fortan glücklich und zufrieden. Direkt im nächsten Vers, Kapitel 3, Vers 1:
„Und die Schlange war listiger als alle Tiere des Feldes, die Gott der Herr gemacht hatte, und sie sprach zu der Frau: Hat Gott wirklich gesagt, ihr sollt nicht essen von jedem Baum des Gartens?“
Seht ihr, was der Teufel hier macht? Er greift die Schöpfungsordnung an. Er geht nicht zu Adam mit seinem Anliegen, sondern zur Frau. Der Teufel greift bewusst diese gottgegebene Ordnung an, weil er weiß, wofür sie steht und worauf sie hindeutet. Er hasst nichts mehr als die Verherrlichung von Jesus Christus, unserem Herrn.
Und wo ist Adam währenddessen? Vers 6:
„Und die Frau sah, dass der Baum gut zur Speise und dass er eine Lust für die Augen und dass der Baum begehrenswert wäre, um Einsicht zu geben. Und sie nahm von seiner Frucht und aß, und sie gab auch ihrem Mann bei ihr, und er aß.“
Adam blieb passiv. Wir sehen, dass er der Schlange nicht entgegentrat und sagte: „Stopp – ich schütze meine Frau, sprich mit mir.“ Als Haupt hätte er genau das tun müssen. Er hätte die Initiative ergreifen sollen – in guter Weise leiten, für sie sorgen und sie schützen. Doch stattdessen vernachlässigte er seine Verantwortung, und Eva trat an seine Stelle. Wir kennen das Ergebnis:
“gleichwie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und durch die Sünde der Tod, und so der Tod zu allen Menschen hingelangt ist, weil sie alle gesündigt haben” (Römer 5,12)
Die Folgen des Sündenfalls für die Ehe: Machtkampf
Die Konsequenzen der Sünde auf die Ehe werden auch beschrieben:
Dein Verlangen wird auf deinen Mann gerichtet sein, er aber soll über dich herrschen! (1. Mose 3,16)
Heißt das, dass die Frau romantische Bedürfnisse hat und der Mann hart über sie herrschen wird? Ist das gemeint? Man könnte so denken, aber es stimmt nicht.
Um die Bedeutung besser zu verstehen, schauen wir uns die Begriffe „Verlangen“ und „herrschen“ im nächsten Kapitel an. Dort geht es um Kain, der innerlich Bitterkeit gegenüber seinem Bruder Abel entwickelte und kurz davorstand, ihn zu erschlagen. Gott spricht zu ihm und macht ihm deutlich, was in seinem Herzen vorgeht:
Wenn du aber nicht Gutes tust, so lauert die Sünde vor der Tür, und ihr Verlangen ist auf dich gerichtet; du aber sollst über sie herrschen! (1. Mose 4, 7)
Das ist die gleiche Formulierung! Wir lesen, dass die Sünde ein „Verlangen“ nach Kain hat, das mit einem Kampf verbunden ist: Entweder wird Kain die Sünde beherrschen – oder sie ihn. Wenn wir das auf 1. Mose 3,16 und damit auf Ehe übertragen, sehen wir: Die Beziehung zwischen Mann und Frau ist seit dem Sündenfall nicht mehr von harmonischer Ergänzung geprägt, sondern von einem Ringen um Einfluss und Führung.
Die Frau neigt dazu, über ihren Mann zu herrschen, und der Mann reagiert oft entweder mit harter Dominanz (wie Kain) oder zieht sich aus der Rolle zurück, die Gott ihm gegeben hat (wie Adam). So wurde aus einer ergänzenden Partnerschaft, wie Gott sie gegeben hat, eine umkämpfte Rivalität.
Wir müssen verstehen, ihr lieben Frauen, ohne euch nahetreten zu wollen: Seit dem Sündenfall ist in euch eine Tendenz, euren Ehemann dominieren zu wollen. Das kann mehr oder weniger ausgeprägt sein nach der Gnade Gottes. Und auch beim Mann gibt es diese Tendenz, seine Rolle hart oder gar nicht auszuüben. Neigen wir nicht alle dazu, die Rolle haben zu wollen, die Gott uns nicht gegeben hat – und gleichzeitig unsere eigene Rolle und ihre Aufgaben zu vernachlässigen?
In der Ehe werden zwei Menschen zu einer Einheit. Aber sie tragen noch Sünde in sich, wie wir alle. Gleichzeitig setzt der Teufel alles daran, Ehen zu stören und zu zerstören. Denn er will dieses Bild angreifen: die Ehe als Abbild der wunderbaren Einheit von Christus und seiner Gemeinde.
Sichtbare Auswirkung der Sünde in Ehen
Was sind die Symptome, die wir in unseren Ehen sehen? Ich spreche hier von christlichen Ehen. Ich will einige Beispiele aufzählen.
- Der Mann investiert seine Zeit und Energie zunehmend in Arbeit und Hobbys, weil er dort Anerkennung und Respekt erfährt, die ihm zu Hause verweigert werden.
- Er zieht sich aus der Kindererziehung zurück – aus Bequemlichkeit oder weil er von seiner Frau immer nur hört, was er dabei falsch macht.
- Er überträgt Entscheidungen immer häufiger an seine Frau, weil er bequem ist oder Angst hat, falsche Entscheidungen zu treffen.
- Er lässt seine Frau bei jeder Gelegenheit spüren, dass sie nicht gut genug ist.
- Er entzieht ihr die Kommunikation und straft sie mit Schweigen.
- Er zeigt keinerlei Dankbarkeit für das, was seine Frau leistet.
Ich komme zu den Frauen.
- Die Frau sucht Liebe und Zuneigung bei den Kindern, weil ihr Mann diese nicht zeigt.
- Sie versucht, den Mann zu dominieren, indem sie seine Entscheidungen öffentlich kritisiert oder mit anderen schlecht über ihn spricht.
- Sie zieht Familienentscheidungen an sich und lässt ihren Mann bewusst außen vor.
- Sie blockt Versuche des Mannes ab, gemeinsam zu beten oder Bibel zu lesen.
- Sie teilt ihre innersten Gedanken und Wünsche lieber ihrer Mutter, der besten Freundin oder den eigenen Kindern mit, anstatt mit ihrem Mann darüber zu sprechen.
- Fehlende Anerkennung oder Liebe öffnen der Versuchung den Raum, dies außerhalb der eigenen Ehe beim anderen Geschlecht zu suchen.
Das ist keine vollständige Liste. Aber all das sind Konsequenzen – nicht einer falschen Bedienungsanleitung Gottes, sondern unserer eigenen Sünden und der zerstörerischen Arbeit des Teufels. Denn eigentlich sind die Anweisungen doch einfach, oder?
Die Verantwortung von Frauen und Männern
Ihr Männer, liebt eure Frauen von Herzen. Leitet, versorgt, beschützt eure Frauen. Gebt euch für sie hin, nährt und pflegt sie. „Wohnt bei ihnen mit Einsicht“, so ein wichtiger Vers aus 1. Petrus 3,7. Darf ich dich fragen, lieber Ehemann: Kennst du deine Frau? Hast du Einsicht, was deine Frau braucht und wie es ihr geht?
Ihr Männer sollt gleichermaßen einsichtig mit eurer Frau als dem schwächeren Gefäß zusammenleben und ihr Ehre erweisen … damit eure Gebete nicht verhindert werden. (1 Petrus 3,7)
Ehrst du deine Frau, lieber Ehemann? Petrus beschreibt hier was die Konsequenz aus Missachtung dieser Anweisung ist. Wenn du nicht mit Einsicht bei deiner Frau wohnst, dann werden deine Gebete verhindert. Wundere dich dann nicht, wenn dein Gebetsleben keine Kraft hat und es dich immer weiter vom Beten wegzieht.
Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern freudig unter. Respektiert sie. Liebt sie aber auch. Das ist ebenfalls eine Anweisung an Frauen. In Titus Kapitel 2 finden wir das. Dort werden die älteren Frauen in einer Gemeinde angesprochen, die die Jüngeren lehren sollen, ihre Männer zu lieben.
Ihr reiferen Frauen, tut ihr das hier in der Gemeinde in diesem Kontext? Lehrt ihr die jüngeren Frauen, ihre Männer zu lieben? Ihr Jüngeren, fragt ihr nach einer solchen Hilfe?
Liebe Frau, was ist, wenn dein Mann passiv und kalt geworden ist? Wenn er dich nicht mehr leitet und dir Zuneigung und Liebe entzieht? Wenn er dich weder mental noch emotional oder geistlich nährt und pflegt, obwohl du genau das brauchst?
Lieber Mann, was ist, wenn deine Frau sich von dir abgewendet hat? Wenn sie sich dir nicht unterordnet? Wenn sie dir Respekt und Anerkennung verweigert? Wenn sie die Führung an sich ziehen will und dir keine Gehilfin mehr ist, die du so sehr brauchst? Was dann?
Überlege kurz, was wir heute gesehen haben. Wir haben die Größe und Heiligkeit der Ehe betrachtet als Hinweis auf Christus und seine Einheit mit der Gemeinde. Wir haben erkannt, dass die Anweisungen, die Gott uns als Ehemännern und Ehefrauen gibt, einfach sind. Aber wir haben auch gesehen, woher die Probleme kommen. Wir haben die Ursache gesehen: der Teufel und unsere eigene Sünde.
Woher kommt Hilfe für Eheprobleme?
Was fehlt jetzt noch? Eine Lösung! Wir finden sie hier:
Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen: Er wird dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen (1. Mose 3, 15)
Das ist der Fluch, den Gott gegenüber der Schlange ausspricht. Ein bestimmter Nachkomme wird der Schlange – dem Teufel – den Kopf zertreten, eine tödliche Verletzung. „Du wirst ihn in die Ferse stechen“ – eine Verletzung, die nicht tödlich ist.
Hier entsteht Hoffnung für unsere Beziehung zu Gott. Da sollte einer kommen, einer, der die Macht des Teufels, der Sünde und des Todes wegnimmt: Jesus Christus. Er würde uns mit Gott versöhnen.
Es gibt keine andere Lösung für den Zerbruch zwischen Mann und Frau im Ehebündnis. Auch hier gilt: Nur Jesus Christus, der verheißene Retter der Welt, würde einmal die Macht des Teufels und der Sünde brechen und auch Wiederherstellung in der Ehe ermöglichen.
Wir wissen, wie sich das von den ersten Seiten der Bibel an entfaltet. Im Neuen Testament hören wir den Satz:
Ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht; denn es ist Gottes Kraft zur Errettung für jeden, der glaubt. (Römer 1,16)
Dieses Evangelium Gottes hat die Kraft, Licht aus der Finsternis hervorzubringen und Leben aus dem Tod – in unserer Beziehung zu Gott. Dafür können wir Gott dankbar sein. Doch dieses Evangelium ist auch das Heilmittel, das unsere Beziehungen verändern und wiederherstellen kann. Wie wenden wir diese Kraft Gottes konkret auf unsere Ehen an? Wie können wir erleben, dass sie wirklich wirkt? Und was fordert das Evangelium dabei von uns?
1. Buße zu Gott
Glauben an Jesus Christus, unseren Retter. Heiligung durch den Heiligen Geist in unserem praktischen Leben. Das ist es, was das Evangelium von uns fordert. Wenden wir das auf die Ehe an.
Zuallererst – und das ist ganz wichtig: Wenn wir in Eheproblemen stehen, sind da Vorwürfe. Wir halten dem anderen Dinge vor und bringen eine ganze Geschichte mit in ein Gespräch oder eine Diskussion. Paulus schreibt im Römerbrief:
sagt allezeit Gott, dem Vater, Dank für alles Es ist keiner gerecht, auch nicht einer (Römer 3,9)
Das Evangelium beginnt dort, wo uns durch den Heiligen Geist und sein Wort die Augen über unsere eigenen Sünden und unser eigenes Versagen geöffnet werden. In unseren Ehen kann es nicht anders funktionieren. Wir müssen unsere eigene Schuld und unsere eigenen Versäumnisse anerkennen.
Denn wir alle verfehlen uns vielfach (Jakobus 3, 2)
Worauf bezieht sich Jakobus im Zusammenhang? Auf das große Thema der Kommunikation. Genau darin verfehlen wir uns vielfach – in dem, was wir sagen, wie wir es sagen und auch in dem, was wir nicht sagen.
Darum bekenne deine eigene Sünde und dein eigenes Versagen in der Ehe vor Gott und tue Buße. Bitte deinen Ehepartner aufrichtig um Verzeihung für deine Versäumnisse und halte ihm seine Verfehlungen nicht vor. Buße tun.
2. Glauben an Jesus Christus.
Vertraue Jesus Christus. Nimm die Vergebung und Gnade Gottes über deine Sünden an. Vertraue darauf und halte daran fest, dass Gott neu machen kann, dass er Dinge, die blutrot waren, weiß wie Schnee machen kann. Vertraue Jesus Christus als dem einzigen Retter, ohne den du nichts tun kannst.
Erkenne an, dass du deinen Ehepartner nicht verändern kannst, und überlasse es unserem mächtigen Herrn. Anerkenne auch, dass dein Ehepartner nicht dazu geschaffen ist, dich letztendlich glücklich zu machen. In Psalm 16 lesen wir, dass das höchste Glück eines Menschen bei Gott zu finden ist – und damit außerhalb unserer Ehen liegt.
Wenn du dein Glück von deinem Ehepartner abhängig machst, bürdest du ihm etwas auf, das nur einer tragen kann: unser Herr und Heiland Jesus Christus.
Anerkenne auch deine Rolle als Ehemann oder Ehefrau. Erkenne und nimm im Glauben an, dass die Rolle, die Gott dir gegeben hat, gut ist, dass die Ehe, so wie Gott sie gemacht hat, gut ist. Es ist gut, wenn der Mann Haupt ist, und es ist gut, wenn sich die Frau in der Weise unterordnet, wie wir es gelesen haben.
Erstens Buße zu Gott, zweitens Glauben an Jesus Christus und
3. Heiligung durch den Heiligen Geist.
Der Abschnitt über Ehe begann mit:
werdet voll Geistes (Epheser 5, 18)
Seid erfüllt mit dem Heiligen Geist und nehmt Korrekturen an.
Vergebt einander, gleichwie auch Gott euch vergeben hat in Christus. (Epheser 4, 32)
Glückselig ist der Mann, dem der Herr die Sünde nicht anrechnet! (Römer 4,8)
Was bedeutet das? Dass wir in unserem Innern keinen Kontostand über die Verfehlungen unseres Ehepartners führen, auch wenn wir sagen: Ich vergebe dir. „Nicht anrechnen“ heißt, dass selbst das Finanzamt keinen Eintrag bei dir darüber finden würde.
Ganz praktisch auch: Liebe Ehefrau, hilf deinem Mann dabei zu leiten, indem du seine Leitung dankbar annimmst und freundlich danach fragst. Es ist dieser Geist der Sanftmut, der so viel Heilung und Beruhigung in Konflikte bringen kann. Ihr lieben Frauen, ihr habt diese Fähigkeit durch den Einen, der euch erlöst hat, und durch die Frucht des Geistes, die er in euch wachsen lassen möchte.
Bekennt und betet oft. Die Kraft eines Gebets, das sich auf die Kraft des Evangeliums gründet, ist wahrhaft zu allem fähig. Bitte Gott zuerst, dich zu verändern, deine Rolle und Aufgabe zu verstehen und mit seiner Kraft zu leben. Bitte Gott regelmäßig für deinen Ehepartner. Bete darum, dass er seine Rolle und Aufgabe versteht und lebt.
Praktiziere Dankbarkeit. Wir haben gelesen:
sagt allezeit Gott, dem Vater, Dank für alles (Epheser 5,20)
So sollen wir sein. Praktiziere Dankbarkeit gegenüber Gott, aber auch gegenüber deinem Ehepartner!
Hoffnung auch in schwierigen Zeiten
Und letztlich komme ich noch einmal zurück zu Epheser 5, zu dieser einfachen Anweisung aus Vers 33:
„Doch auch ihr, ein jeder von euch, liebe seine Frau so wie sich selbst, die Frau aber, dass sie den Mann fürchte.“
Damit wird auch in unserer dunklen Zeit, in der wir leben, das Geheimnis der Einheit von Christus und seiner Gemeinde durch unsere Ehen laut und deutlich erzählt. Das ehrt ihn. Das segnet uns alle.
Ein letzter Gedanke noch: Was ist, wenn die Schwierigkeiten in deiner Ehe zu groß geworden sind? Wenn viele Versuche hinter dir liegen, Dinge nachhaltig zu ändern, und es immer wieder Probleme und Nöte miteinander gibt? Wenn du kurz davor stehst, die Hoffnung wegzuwerfen?
Überkleidet mit Gerechtigkeit – Die Schönheit des Evangeliums
Lass uns noch einmal in 1. Mose 3 schauen was Gott tut, nachdem er die Konsequenzen und den Fluch des Sündenfalls formuliert hat:
Und Gott der HERR machte Adam und seiner Frau Kleider aus Fell und bekleidete sie. (1. Mose 3, 21)
Das ist das erste Opfer, das jemals gebracht wurde. Durch dieses Opfer wurden die Menschen, die sich vor Gott schämten, bekleidet. Oh, wie groß ist Gottes Gnade!
Doch das ist nicht nur ein Hinweis auf die Gnade Gottes im Verhältnis des Menschen zu ihm. Nein, darin zeigt sich auch Gottes Gnade für unsere Beziehungen. Nach dem Sündenfall schämten sich die Menschen – vor Gott und voreinander. Und in seiner Gnade bekleidete Gott sie mit Kleidern aus Fell. So wirkt er Versöhnung, auch in ihrem Miteinander. Was für ein wunderbarer Gedanke.
„Den, der Sünde nicht kannte, hat er für uns zur Sünde gemacht, damit wir Gottes Gerechtigkeit würden in ihm.“ (2. Korinther 5,21)
Das weist darauf hin, dass einmal eine Zeit sein würde, in der Schuld hinweggetan wird und unser negativer Kontostand auf Null kommt. Doch wir wissen: Mit einem Nullkontostand vor Gott können wir nicht bestehen. Deshalb hat er uns in Christus überkleidet mit Kleidern der Gerechtigkeit und des Heils, damit wir vor ihm, aber auch ehelich voreinander stehen dürfen.
Es hat mich tief berührt, als ich Jesaja 61, Vers 10 mit diesem Gedanken gelesen habe. Diesen Vers möchte ich zum Schluss vorlesen. Eheleute mit Problemen, hört zu. Erkennt diese unfassbare Evangeliumskraft der Gnade in diesen Worten:
„Hoch erfreue ich mich in dem Herrn, meine Seele soll frohlocken in meinem Gott, denn er hat mich bekleidet mit Kleidern des Heils, den Mantel der Gerechtigkeit mir umgetan.“
Bis hierhin kennen wir den Vers. Lies weiter:
„Wie ein Bräutigam den Kopfschmuck nach Priesterart anlegt und wie eine Braut sich schmückt mit ihrem Geschmeide.“
Das ist die Qualität und Schönheit, mit der Gott uns zu überkleiden imstande ist.
Natürlich liegt darin eine Vorausschau auf die Hochzeit des Lammes, wo die Einheit zwischen Christus und der Gemeinde zu einer Vollständigkeit kommen wird. Aber liegt hier nicht auch das Herz Gottes für unsere Ehen? Hier ist ein Gott, der sagt: Egal was war – ich kann das überkleiden und euch wieder gleichsam zurückversetzen an den Tag eurer Hochzeit, gekleidet wie ein Bräutigam und gekleidet wie eine Braut durch meine Gnade.
Oh ihr Lieben, hier ist Hoffnung für unsere Ehen. Hoffnung des Evangeliums. Wie wunderschön!

